Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 9-10 (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 83 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 9*10 ZION Seite 83 Wir hatten im April die Zusage bekommen, daß Unna- Anfang Juni zu uns kommen sollte, und es wäre natürlich unsinnig gewesen, wenn wir die Arbeit festgelegt hätten und dann evtl. hätten alles umgestalten müssen. Unsere Arbeit kam aber nicht weiter, da zu wenig Menschen in der Hanhalah mitarbeiteten. Es ist für einen Menschen unmöglich, die Korrespondenz zu bearbeiten, Verhandlungen mit den verschiedenen Stellen zu fühlen und Reisen zu unternehmen, um Hachscharahmöglichkeiten zu prüfen. Der Konnex mit den Gruppen und die organisatorischen Arbeiten. Als nun im August Mosche Unna nach Berlin kam und in der Hanhalah mitarbeitete, trat keine Entlastung der Hanhalah ein. Der Unterschied war aber der: Bis dahin konnten wir unsere Arbeit nur von Berlin aus erledigen, neue Möglichkeiten der Hachscharah konnten nur schriftlich bearbeitet werden, wodurch sie nur auf dem Papier standen. Der Konnex mit den einzelnen Gruppen war auch nicht so richtig hergestellt. Damit blieb auch das Vertrauen zur Hanhalah aus. Diesen wichtigen Teil der Arbeit übernahm nun Unna. Nach zwei bis drei Wochen seine Anwesenheit ging er auf Reisen, um die einzelnen Snifim und Hachscharahzentren zu besuchen. Ich komme nun zum organisatorischen Teil unserer Arbeit. — Wir haben die Hanhalah nach Berlin verlegt, um eine vollkommen einheitliche organisatorische Arbeit durchzuführen. Unser Bund umfaßte im Februar 1933 ungefähr 100 bis 120 Chawerim. Es war wirklich nur eine Gruppe, die den Bund darstellte, und eine straffe Erfassung der Chawerim war nicht so erforderlich. Wenn aber heute der Bund etwa 800 Mitglieder umfaßt, so müssen die einzelnen Chawerim organisatorisch richtig eingegliedert werden. Es ist unbedingt erforderlich, daß von seiten der Chawerim mit der nötigen Disziplin gearbeitet wird. Es geht nicht an, daß von den Chawerim über unsere Köpfe hinweg Dinge unternommen werden, die unsere ohnehin schon schwierige Arbeit noch mehr erschweren. — Es werden uns z. B. Vorwürfe gemacht, daß wir schreiben: „die Stelle muß innerhalb von drei Tagen angetreten werden; „Bonzen", „vom grünen Tisch aus*' und ähnliche „liebenswürdige" Ausdrücke werden uns an den Kopf geworfen. Dann wird uns die Un möglichkeit geschildert, innerhalb dreier Tage fertig zu werden. Es ist aber tatsächlich so, daß die Situation sich von Tag zu Tag ändert, und Möglchkeiten, die heute nicht ausgenützt werden, morgen schon verloren sind. Es ist unhaltbar, wenn Chawerim die Frage: Wann kannst Du die Hachscharahstelle antreten, mit „sofort" beantworten und dann nach acht Tagen schreiben, daß sie ja gern gehen wollen, aber erst noch ihre Stelle kündigen müssen, und außerdem müßten sie dies erst wissen und jenes beurteilen. Und dann wundert sich der "Chawer, wenn er von uns den Bescheid bekommt, daß er die Stelle nicht an treten könne, da wir gezwungen wären, einen anderen hinzuschicken. Wir weisen nochmals darauf hin, daß die Fragebogen präzise ausgefüllt werden und alle Unterlagen mit beigelegt sein müssen. Sonst wird der Fall nicht bearbeitet werden. Wir haben nun beschlossen, jeweils nur mit dem Waad des betreffenden Snif zu korrespondieren. Diesen Waadim ist aber eine Reihe von Sünden vorzuwerfen. Wir haben im Juni an die einzelnen Snifim, Hachscharah-, und Brith Chalu-?im Dathiim Fragebogen und Bogen füi den erweiterten Kreis eingeschickt, da wir zunächst die organisatorischen Aufgaben gut durchführen wollten. Bis heute sind wir noch nicht im Besitze dieser Bogen. Dem ist es zuzuschreiben, daß wir unseren Bund noch nicht organisatorisch voll er fassen konnten. Hierher gehört auch die Angelegenheit der Mitgliedsbeiträge, die noch lässiger behandelt wird. So und sovieles hätte besser geleistet werden können, wenn wir mehr Geld zur Verfügung gehabt hätten. Die Chawerim besitzen nicht das genügende Verantwortungsgefühl dem Bunde gegenüber; sonst würden sie anders handeln. Unser Verhältnis zu anderen Organisationen. Zur praktischen Arbeit ist zu erwähnen, daß unser Büro zwar zusammen mit dem Misrachi- Büro ist, daß wir aber ziemlich selbständig arbeiten. Unser Verhältnis zum Hechaluz ist praktisch so, daß die Chawerim, die in der Hanhalah arbeiten, ab und zu in den Merkas des Hechaluz kommen, daß man aber nur wenige Dinge gemeinsam behandelt. Wir haben z. B. bei einer Besprechung im August festgestellt, daß wir die Bearbeitung der Ausiandsstellen gemeinsam vornehmen, wollen. Unsere Stellung zur Agudah ist heute bereits erwähnt worden. Im allgemeinen hat der Brith Chaluzim Dathiim mit der Agudah nichts zu tun. Nur in dem einen Falle, als unsere Chawerim aus der Tschechoslowakei ausgewiesen wurden, hatten wir Verhandlungen mit der Agudah eingeleitet, wegen Ueberlassung von Arbeitsstellen in Jugo-