Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 9-10 (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 82 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 82 *— Z I ON Nr. 9*10 schließlich aus denjenigen Menschen zusammensetzt, die durch die Erziehung des Brith-Hanoar gegangen sind. Die älteren Zeire-Misrachisten sind entweder größtenteils nach Erez Israel gegangen und leben dort in den Städten oder haben sich von der Arbeit zurückgezogen. Wenn wir heute die Gesamthaltung des Bundes überblicken, so muß man feststellen, daß es sich nicht um etwas handelt, was im Gegensatz zum alten Zeire-Misrachi entstanden ist, sondern im Gegenteil, um etwas, was einzig und allein die Verwirklichung dessen darstellt, was der Zeire- Misrachi auf dem ersten Bundestag in Leipzig gewollt hat. Dabei ist es auch unrecht, wenn man den Zeire-Misrachi mit Undank überhäuft und sich in manchen Kreisen des Brith Chaluzim Dathiim von ihm distanzieren will. Letzten Endes ist ja das Ziel des Brith Chaluzim Dathiim nichts anderes als das des Zeire-Misrachi. Was die gegenwärtige Situation der religiösen Jugend in Deutschland betrifft, so ist festzustellen, daß derjenige Teil des Esra, der sich unabhängig vom Zeire Misrachi misrachistisch betätigte, von der Bundesleitung des Esra ausgeschlossen wurde. Es ist die Aufgabe des gegenwärtigen Augenblicks, alle Kräfte in der religiösen Jugend Deutschlands zusammenzufassen, die die Verwirklichung des Thora-Waawoda-Gedankens in Erez Israel erstreben. Es muß aber gesagt werden, daß dieses nur im organisatorischen Rahmen des deut- •schen Misrachi (UMLOD) geschehen kann, denn es geht nicht an, daß man sich der Idee eines ' anderen bedient und das, was dieser geschaffen hat, vollständig negiert. Gerade im gegenwärtigen Moment hat die religiös-zionistische Jugend in Deutschland infolge der politischen Ereignisse in diesem Jahr besondere Aufgaben, die einzig und allein dann gelöst werden können, wenn eine möglichst breite Front derjenigen geschaffen wird, die den Aufbau Erez Israels im Sinne des Hapoel.Hamisrachi verwirklichen wollen. Tätigkeitsbericht L. Zitronenbaum. Die neue Situation. Die letzte Pegischah hatte keine Uebersicht über die Lage des Bundes gebracht. Organisatorisch war der Bund nicht erfaßt. Bis Februav änderte sich die Situation kaum. Es wurde wenig geleistet. Anfang März standen wir vor einer gänzlich neuen Situation. Die Lage brachte es mit sich* dali ein großer Zustrom zur Hachscharah ein setzte, abgesehen von der saisonmäßigen Steigerung der Anmeldungen. Dabei stießen gleichzeitig unsere Versuche, neue Zentren zu schatten bzw. die alten wieder zu besetzen, zunächst auf unüberwindliche Schwierigkeiten. Im April standen wir direkt vor dem Nichts. Ständig kamen neue Bewerbungen, und wir konnten keine Hachschararnöglichkeiten ausfindig machen. Wir versuchten nun zum erstenmal intensiv, auch mit dem Auslande in Verbindung zu treten, um neue Arbeitsplätze zu finden. In erster Linie kam hierfür Holland in Frage, wo schließlich in dem . schon bestehenden Zentrum Almelo und in dem neu eröffneten Ommen etwa 17 Chawerim untergebracht werden konnten. Dann brachten wir in der Tschechoslowakei 10 Chawerim unter, diese Stellen gingen aber nachher restlos wieder verloren. Schließlich brachten wir in Frankreich mit Unterstützung des Straßbuger Hilfscomitees weitere 15 Chawerim unter. Inzwischen gelang es uns auch, ein Zentruni in der Nähe von Würzburg, in Höchberg, zu eröffnen. In diesem Zentrum arbeiten 6 Chawerim und eine Chawerah. Die Chawerim haben dort sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten. Die weiterer Bemühungen führten zu dem Erfolg, daß in Hamburg ein Beth-Chaluz gemeinsam mit dem Hecha luz gemacht wurde. Ferner haben wir in Magdeburg ein Beth-Chaluz eröffnet, in welchem augenblicklich 14 Chawerim untergebracht sind. Wir bemühen uns immer wieder, neue Plätze ausfindig zu machen, denn es ist uns klar, daß dies der Hauptbestandteil der Arbeit sein muß, eben die Basis, auf der sich unsere Arbeit aufbaut. Die Hachscharaharbeit wurde dadurch belastet, daß Ende April 1000 Zertifikate nach Deutschland kamen. Technisch war dadurch die Bewältigung der Arbeit fast unmöglich. Die Arbeit wurde also nicht so geleistet, wie sie hätte getan werden müssen. Die Alijah konnte nicht geregelt durchgeführt werden; der Ansturm zur Haclischarah nahm ständig zu. So hatten wir allein aus Berlin über 60 Anmeldungen, aber kein Chawer war dort, der sich unserer Arbeit annahm. Wir konnten uns nicht einmal auf die Auskünfte, die uns erteilt wurden, verlassen! Wir sahen uns gezwungen, die Hanhalah vom Gehringshof nach Berlin zu verlegen. Ueber die technischen Schwierigkeiten, die wir in Berlin hatten, will ich lieber nicht sprechen, nicht von der Arbeit, die seitens der Hanhalah geleistet wurde. Die Arbeit in Berlin wurde zunächst nur provisorisch geleistet. Wir hatten noch keinen festen Rahmen für unsere Arbeit geschaffen, da wir damit rechneten, daß Mosche Unna nach Berlin kommt.