Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 9-10 (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 81 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9*10 ZION Seite 81 Schlomoh Goldman Die Gegensätzlichkeit zwischen dem Erez- Israel-Kreis des Esra und dem Zeire-Misrachi wird häufig überspitzt und aus dieser Ueberspitzung Schlüsse für die Weiterarbeit gezogen. Die Kritik an der jüdischen Haltung des Zeire- Misrachi trifft nur soweit zu, als es sich, um schlechte Gruppen handelt, die auch in anderer Hinsicht nicht den Anforderungen des Bundes entsprechen. Ich will nicht unbetont lassen, daß das, was am Zeire-Misrachi kritisiert wird, ich in seinen Reihen nicht besser gesehen habe. Dies sei gesagt, damit eine unberechtigte Gegensätzlichkeit nicht heraufbeschworen wird. Unsere Aufgabe ist es, Möglichkeiten zu schaifen, um eine religiöse Bewegung im Lande zu entwickeln, um breite jüdische Volksmassen ins Land zu bringen. Wir, die wir die erste Stute der Bewegung darstellen, müssen uns darauf beschränken, die Menschen, die sich zu uns bekennen» für ihre Aufgabe in Erez Israel zu erziehen. Unser Platz im Lande ist im Hapoei Hamisrachi. Daher muß eine Front geschaffen werden von den Chawerim unseres Bundes bis zum Hapoei Hamisrachi, die sich für unsere Ziele einsetzt. Praktisch stellen wir uns vor, daß ein Jugendbund geschaffen wird, der im engen Kontakt mit dem Hapoei Hamisrachi steht und von dem der Chaluzbund ein Teil ist. Nur auf diese Art kann die Geschlossenheit unseres Willens zum Ausdruck kommen. Der Bund ist der Teil de; Bewegung, der zur Hachscharah und Alijah erzieht; in ihm hat der Jüngere Platz, auch wenn er noch nicht so weit ist, daß er eine Entscheidung treffen kann, und der Aeltere, auch wenn er sich nicht für die Alijah entscheidet, aber sich im Bunde erzieherisch oder für den Bund als solchen betätigt. Darüber hinaus ist es unsere eigenste Aufgabe, uns in der allgemeinen jüdischen Gemeinschaft durchzusetzen. Wir haben Sorge zu tragen, daß uns auch künftighin die Jugend erhalten bleibt, damit wir ein Reservoir haben, dem wir Menschen für unsere Arbeit entnehmen können. Uns ist an einer Alijah gelegen, die, wenn sie sich auch nicht direkt in unsere Reihen in Erez Israel stellt, doch für unsere Idee Verständnis hat. Die Schaffung eines Sympathiekreises in Erez Israel ist für die Zeit, in der wir in den eigentlichen Kampf einzutreten haben, von größter Bedeutung. Daher ist es wichtig, daß wir in den zionistischen Gremien stark vertreten sind. Ich erwähne noch das jetzt überall neu zu gestaltende Schul- und Erziehungswesen und die Gemeindearbeit. Diese Arbeit sollte von uns innerhalb der UMLOD getan werden. Wenn auch Differenzen zwischen uns und der UMLOD sind in sozialer Hinsicht, wie sie früher dargestellt wurden, so glaube ich doch, daß wir unsere Aelternschaft dort einordnen sollten, da wir in Zukunft maßgebenden Einfluß in der UMLOD haben werden. Der Zeire-Misrachi, d. h. die Aelternschaft, die keinen Platz mehr in der eigentlichen Jugendarbeit hat, hat als eigene Partei keinen Sinn mehi und sollte automatisch in die UMLOD eingereiht werden. Im ersten Referat wird gefordert, daß wir dem alten Erez-Israel-Kreis des Esfa einstweilen noch Autonomie in der Erziehungstaktik geben sollen. Ich halte dies für verkehrt, da es der Einheit und Geschlossenheit des Bunde:* schaden könnte. Man kann dem Kreis keine Autonomie geben, höchstens dem einzelnen Führer. Benno Offenburg. Die gegenwärtige Situation ist einzig und allein verständlich, wenn man die Entwicklung des Bundes von seinen Anfängen bis heute sich kurz vor Augen führt. Bevor sich im Dezember 1927 der „Zeire-Misrachi" in Leipzig als die Thora-Waawodah-Bewegung in Deutschland konstituierte, gab es schon in einzelnen Städten Misrachi-Jugendgruppen, die aber noch keine ausgeprägte ideologische Eigenart besaßen. Erst auf dem ersten Bundestag in Leipzig bekannten sich die einzelnen Chawerim zur Idee von Thora-Waawodah. Der zweite Bundestag wurde durch die Auseinandersetzung gekennzeichnet, ob es ratsam wäre, Schülergruppen (Brith Hanoar) zu errichten. Die große Mehrheit erklärte' sich für diesen Plan, da nur auf dem Wege der Jugenderziehung das Ziel der Chaluziuth zu erreichen wäre. Der Bund nahm bündische Formen an. So kam es, daß viele Chawerim des „Zeire-Misrachi", die füt ihre Person eine hündische Erziehung ablehnten, allmählich aus dem Bunde verschwanden, während die übrigen älteren Chawerim, die imstande waren, sich an die Jüngeren zu assimilieren, zu ihren Führern wurden. Auf demselben Bundestag wurde auch der Brith Chaluzim Dathiim gegründet, als sichtbarer Ausdruck dafür, daß im „Zeire Misrachi" die Entscheidung zugunsten der Chaluziuth gefallen war. Die weiteren Etappen, die der Bund durchschreiten mußte, zeichneten sich insbesondere aus, durch die Ueberwindung des Gegensatzes, der allmählich zwischen dem Brith-Hanoar und Zeire-Misrachi entstanden war. Man kann aber sagen, daß diese Probleme im Laufe der letzten beiden Jahre vollständig gelöst wurden, dadurch, daß der heutige Zeire-Misrachi sich aus-