Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 9-10 (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 78 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3133276-3139359-3139365--0815-3140326- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 78 Z 10 N Nr. 9*10 allen eine Verbindung geschaffen werden. Die Aelternschaft des Jugendbundes wird mehr als bisher der verantwortliche Träger der Arbeit des Brith Chaluzim Dathiim sein. Eine große Gefahr besteht bei dem Brith Chaluzim Dathiim, daß er als Minorität, um seine Position nach rechts und links zu wahren, besonders stark einen bestimmten parteimäßigem Charakter annimmt. Das muß, nachdem einmal die klare, grundsätzliche, weltanschauliche und politische Stellungnahme erfolgt ist, unter allen Umständen vermieden werden. Unser Verhältnis zum Hechaluz ist nicht immer das Richtige. Der junge Chaluz empfindet eine starke Solidarität mit der Arbeiterbewegung. Es ist bereits ausgeführt worden, daß eine starke weltanschauliche Distanz gewahrt werden muß. Das geschieht oft nicht. Dafür hat man gelegentlich den Eindruck, daß die Distanz im Parteimäßigen schärfer als es nötig ist, zum Ausdruck gebracht wird. Der Brith Chaluzim Dathiim hat heute ein besonderes Interesse daran, seinen Rahmen zu erweitern und mit dem klaren Programm einer Bewegung der religiös-zionistischen Arbeiterschaft weitere Kreise zu erfassen. — Große Möglichkeiten sind uns heute nach dieser Richtung hin gegeben. * * * Die Debatte über das Erziehungsreferat forderte die Betonung auch folgender Momente in der Erziehung. Die Hachscharah darf nicht aufgefaßt werden als einziges und notwendiges Mittel zur Erlangung eines Zertifikats. Sie muß erkannt werden als die Vorbereitungszeit, in der wir uns die Kenntnisse und das übrige Rüstzeug aneignen, die uns in stand setzen, unseren Platz im arbeitenden Erez Israel in unserem Sinne zu behaupten. Es muß zur Arbeit erzogen werden. Die Chawerim im Jugend-Bund und in der Hachscharah sollen ein Verhältnis gewinnen zur Arbeit als solcher, die nicht nur Mittel sein soll zum Erwerb des Lebensunterhaltes, sondern in ihren ethischen und erzieherischen Werten erkannt werden muß. Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit, vertraut zu werden mit den spezifischen Problemen der Arbeiterschaft und daß sie als die persönlichen und jedem unserer Chawerim eigenen empfunden werden. Es ist zu erziehen zur Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Der Dienst an ihr darf nicht als Opfer angesehen werden. Auch auf die Form der Gemeinschaft kommt es an. Wir halten die Form des Kibbuz als die beste für die Verwirklichung unserer Idee. Unsere Erziehung muß klar und eindeutig auf die Kwuzah eingestellt sein und darf nicht.in eine auch nur theoretische Gleichstellung mit anderen Lebensformen ausmünden. * * * Es wurde von der Pegischah verlangt, daß die Stellung des Brith Chaluzim Dathiim zum Hechaluz und zur Histadruth geklärt werde. Dieser Klärung dienten die folgenden Ausführungen von S. Goldman: Unsere Stellung zu Hech iluz und Histadruth Es ist auf der Pegischah schon des öfteren die Frage unserer Stellung zur Histadruth und zum Hechaluz erwähnt worden.. Auf jeder Zusammenkunft " war dieses Thema ein Thema der Diskussion, was erklärlich ist, da immer wieder neue Menschen zu uns kommen. Die Menschen kommen auch über den Hechaluz zu uns. Wenn sie sich uns anschließen, so tragen sie Begriffe in unsere Reihen hinein, die sie von dort übernommen haben. — Eines der Hauptargumente iür eine gemeinsame Arbeit, oder genauer gesagt, ein Aufgehen unserer Organisation in die allgemeine Arbeiterorganisation Palästinas ist, daß man sägt, die Histadruth gewähre vollkommene Freiheit in der Ausübung religiöser Pflichten. Damit, so meint man, sei das Haupthindernis in dieser Frage überwunden, und es wäre schon die Plattform für die gemeinsame Arbeit geschaffen. Es sei hier betont, daß die Histadruth, ganz besonders in letzter Zeit, immer dem Arbeiter die Möglichkeit gegeben hat, seinen religiösen Pflichten nachzukommen. Ich erwähne die Koscherküche in der Kupath-Cholim. Die Histadruth ist nur insoweit an die „Wahrung" der religiösen Bedürfnisse interessiert, als es sich um Interessen „Einzelner" handelt. Wenn sich der einzelne Chawer restlos in ihre Gemeinschaft einordnet, so hat sie nichts dagegen einzuwenden, wenn er religiös ist, wenn er Schabbath hält und koscher lebt. Darauf allein aber kommt es uns nicht an. Wir wollen uns in Erez Israel in geschlossenen Gruppen ansiedeln, in Siedlungen, in denen die Menschen nicht nur in ihrer Freizeit aneinander gebunden sind, sondern im ganzen Leben, in Wirtschaft, Idee und Gesellschaft. Für diese unsere Bestrebungen, hat man in der Histadruth nicht nur kein Interesse, sondern man ist bestrebt, unsere Arbeit zu hindern. Die Geschichte der Siedlung Scheich-Abrek ist ein Beweis, daß man den religiösen Menschen wohl gerne sieht, nicht aber die religiöse Gemein-. schaff. Und warum? Weil die Histadruth keine