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Zion · 1933-09-01 · 7-8 (9.1933) · p. Seite 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
7-8 (9.1933)
Date
1933-09-01
Page
Seite 63 (sequence 9)
Language
German
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7*8 Z I 0 N Seite 63 düngen statt, die nach den Jamim Towim ins Leben treten sollen. Die eine geht von Kreisen der deutschen Agudah aus. Dr. S. Breuer und Elias wollen eine religiöse Mittelschule errichten, deren untere Klassen — man spricht von drei — unter dem Patronat einer Agudath Charedim aufgemacht werden. Diese Gründung ist schon deshalb bemerkenswert, weil hiermit zum erstenmal die bisherige Ablehnung der Gründung allgemeiner gehobener Schulen seitens der Agudah-Kreise durchbrochen wird. Wie das Lehrprogramm aussehen wird, ist hoch nicht ausgesprochen worden. Es scheint aber, daß sich der Aufbau der Schule (oder Schulen, Knaben- und Mädchenschule?) dem allgemeinen anpassen wird. Die zweite Gründung geht von einem Komitee aus, dessen Mitglieder aus Kreisen des deutschen und holländischen Misrachi stammen. Auch hier sollen die unteren Klassen, vermutlich vier, eröffnet werden, der spätere Oberbau ist als Gymnasium gedacht; doch ist auch bei dieser Schule, die einen besonderen Nachdruck auf ihre Ueberparteilichkeit zu legen scheint, außer einer noch farblosen Ankündigung noch nichts Programmatisches gesagt worden, vermutlich weil die Frage der Leitung noch nicht gelöst ist. Bedauerlich ist, daß diese Gründungen zunächst nur sechs- bis neunjähnze Kinder aufnehmen können und daß für die Kinder, die eine Grundschule in Deutschland durchgemacht haben, noch keine Gelegenheit zur Aufnahme gegeben wird. . V. Klingen diese Zeilen nach mehr als Kritik? Das sollen sie nicht. Wer hier ist, dessen Bericht soll man immer den Ausdruck des Dankes herauslesen für das Glück, hier sein zu dürfen. L. B. Erste Eindrücke. Von Dr. W. S i 1 b e r s t e i n , Jerusalem. Auch wer seit Jahren in der Arbeit für den Aufbau Erez Israels stand, so daß er glauben mochte, die Fülle und Verschiedenartigkeit der dabei auftauchenden Probleme zu kennen, ist überrascht, wie ganz anders sich vieles aus der Nähe betrachtet, darstellt, wie viele Dinge überhaupt nur im Lande und vom Lande aus begriffen werden können. Und er wird vorsichtig und zögert, Urteile zu fällen, zumal der Zeitraum weniger Monate nicht hinreicht, sich über viele wesentliche Probleme ein ganz zuverlässiges Urteil zu bilden. Die folgenden Zeilen stellen daher alles andere als eine systematische Untersuchung der kulturellen Fragen dar, sondern wollen nur — rein eindrucksmäßig — eine Reihe von Tatsachen und Beobachtungen, die nachdenklich stimmen, skizzieren, die insbesondere den religiösen Jehudi, und hier wieder den Misrachi, besonders interessieren. Zunächst die Tatsache, die dem neuen nSw am stärksten ins Auge springt, die Wiederbelebung der hebräischen Sprache; ein Erlebnis von seltener Eindruckskraft, das durch keine noch so geschickte Erzählung vorweggenommen werden kann, am stärksten, wenn aus dem Munde der Jugend Iwrith nicht nur als die Muttersprache hervorquillt, sondern auch mit ihr die ihr eigentümliche Form jüdischen Fühlens und Denkens (s. z. B. wenn Massauda, ein lOjähriges Kind marokkanischer Eltern im Gespräch über das Land die Worte einflicht: Stow» p« |na 'n nhn Sk-i»' >nb. Gewiß besteht im Augenblick der jetzigen großen Alijah aus Deutschland oft, zumal in Tel Awiw, der Eindruck, daß die hebräische Sprache zurückgedrängt wird, doch erkennen der alte und auch der größte Teil des jüngeren Jischuw die Notwendigkeit, unbedingt das Hebräische zu festigen und hinzupflanzen, wo es noch nicht gesprochen wird. Mir sind z. T. rührende Beispiele von Fleiß und Ausdauer selbst älterer Menschen bekannt, die täglich mehrere Stunden intersiver Arbeit dem Hebräischen widmen. Eine Gefahr ist vorhanden und fällt auch demjenigen auf, der nicht Philologe vom Fach ist: immer mehr drängen sich in den Stil der Sprache fremde, dem Hebräischen wesensfremde Wendungen hinein, sogar in den Zeitungen findet man häufig derartige Uebersetzungen aus dem Jiddischen oder Deutschen, die dem echten hebräischen Sprachgeist ins Gesicht schlagen (z. B. np»n» idb6 für Schweigen bewahren u. a. m.). Sprache kann jedoch nur erst die Form sein; in die sich nationale Kultur einkleidet. Nur die Erfüllung mit traditionsgebundenen Inhalt, religiösem Fühlen und Handeln gibt der Sprache dieausschlaggebende Bedeutung für das Leben eines Volkes, nur so wird nationales, jüdisches Leben dauerhaft und wertvoll sein. Auch zunächst der allgemeine Eindruck; es gibt kein Land in der Welt, in dem o^n, rat? so ihr Gepräge dem öffentlichen Leben geben wie Erez Israel. Und trotz der geräde in letzter Zeit zunehmenden Sabbathentweihung in den großen Verkehrsstraßen von Tel Awiw kann doch nicht geleugnet werden, daß man überall und besonders durch die strikte Schließung aller öffentlichen Institutionen den nap fühlt und sieht. (Warum übrigens hat

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