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Zion · 1933-09-01 · 7-8 (9.1933) · p. Seite 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
7-8 (9.1933)
Date
1933-09-01
Page
Seite 62 (sequence 8)
Language
German
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Seite 62 Z 1 O N Nr 7*8 digkeit des gesamtnationalen Zusammenschlusses. Und wenn fast allgemein über mangelnde Mitarbeit de Gefolgschaft geklagt wird, dann liegt hier der Schlüssel zu dieser Abstinenz. III. Inzwischen führen jede Woche Schiffe hunderte Menschen ins Land. Von Marseille, Genua, Triest, Neapel, Constanza kommen Menschen, junge und alte, Arbeiter, Kaufleute, Anwälte, Aerzte (besonders letztere). Es vergeht kaum ein Tag, ohne daß die Zeitung eine Niederlassungs-Anzeige bringt. Mit den Fragen der „Einordnung" beschäftigen sich hier viele Diskussionen und Projekte, ohne daß man bisher viel aus dem Stadium der Diskussionen und Projekte herausgekommen wäre. Die .Hitachduth Olej Germania hat eine Reihe von Abenden veranstaltet, an denen Walter Preuß und Mosche Brachmann einige der schwierigsten Punkte behandelt haben; aber auch hier handelte es sich mehr um ein Aufzeigen der Schwierigkeiten als um positive Lösungen, jedenfalls nicht im größeren Stil. An den Bau von Wohnungen soll allerdings in Kürze herangegangen werden, wozu zunächst 30 000 Pfund Sterling aus den Sammlungen zur Verfügung stehen, sowie 4000 Pfd. Sterl. einer besonderen Spende, die eben gemeldet wird. Da der Wohnungsbau hier sehr schnell vonstatten geht,' so kann mit der Fertigstellung der Häuser zu der Zeit gerechnet werden, in der die Alijah besonders stark anschwellen dürfte, etwa Dezember bis Januar. Die für diesen Zweck aufzuwendenden Mittel müßten natürlich weit höher sein, wenn (auch bei Mitarbeit von Hypothekenbanken) der Krebsschaden der gegenwärtigen Entwicklung, der Wohnungswucher, wirksam bekämpft werden soll. Wir haben schon früher -über die sprunghafte Erhöhung der Mietspreise berichtet, die jetzt schon vielen das Wohnen in den Städten Tel Aviv und Jiaifa unmöglich machen. Für eine Dreizimmerwohnung (Zimmer von 12—16 qm) mit winziger Küche, Badezimmer und Toilette, aber ohne jedes Nebengelaß, ohne Keller, ohne Bodenraum, werden jetzt etwa 8—8V2 Pfd. Sterl. verlangt, wobei das Wassergeld vom Mieter gezahlt werden muß. Natürlich steigen auch die Bauplätze, selbst außerhalb der Städte rapid; Orangerien, die sich dort befinden, werden niedergelegt, um .erschlossen" zu werden, und immer neue Unternehmer beschäftigen sich mit der Errichtung von Schechunoth. Die Konjunktur, die auf diese Weise zur Verteuerung des Wohnraums führt, hat noch einen anderen fühlbaren Nachteil mit sich gebracht, der in diesem Zusammenhang erwähnt werden muß. Fabriken, Handwerker und Geschäfte sind so beschäftigt, daß es ungemein schwer fällt, Lehrstellen zu finden. Abgesehen von den Kwuzoth, die sich häufig stark um die der Arbeit noch ungewohnten Olim bemühen, und anderen landwirtschaftlichen Betrieben, will man seine Zeit nicht dafür hergeben, Menschen anzulernen. Auf wenig Raum ist in kurzer Frist viel Arbeit zu bewältigen, da soll jeder Handschlag sitzen, jede Arbeitskraft und jedes Werkzeug ausgenutzt werden, und wer im Tempo nicht mitkommt, „belastet" den Betrieb. Ein Grund mehr für die Forderung, daß die Einwanderer schon in der Galuth eine gründliche' Hachscharah durchmachen sollen. Wir wissen wohl, wie schwer erfüllbar unter den gegenwärtigen Verhältnissen diese Forderung ist; aber dennoch soll man alles versuchen, wenn man hoffen will, in den Produktionsprozeß hineinzukommen. Gut vorbereitete Handwerker sehen sich hier schnell für die aufgewendete Zeit und Arbeit belohnt. IV. Manches Kopfzerbrechen macht den Einwanderern auch die Frage des Unterrichts ihrer Kinder, insbesondere bei denen, die neben den allgemein-pädagogischen Erwägungen auch die nach der Art der religiösen Erziehung anstellen müssen. Mit den Schulverhältnissen soll sich ein besonderer Aufsatz in der nächsten Nummer beschäftigen. Heute und in diesem Rahmen kann nur einiges gestreift und berichtet werden. ' Wie im allgemeinen Schulwerk wird auch im misrachistischen sehr viel Wert auf Vorführung eines großen Wissensstoffes gelegt, zu dessen wirklicher Uebermittlung oder gar Vertiefung es aber nur zum geringen Teil kommt. . Liest man die Schulprogramme, so erkennt man, wie die Schulen einander überbieten in der Fülle des Lehrstoffs, der auch meist bewältigt wird — indeß mit dem Erfolg, daß — wie häufig berichtet wird — schon kurze Zeit nach den Prüfungen das mühsam Erlernte wieder vergessen ist. Weit geringere Ergebnisse als die wissenschaftliche Ausbildung hat die Erziehung in den Schulen, auf die, im Drang möglichst viel zu lehren, kein Gewicht gelegt werden kann. Darüber darf der Patriotismus, mit dem die Kinder an manchen der Schulen hängen, nicht hinwegtäuschen; Schulgemeinschaften, wie sie etwa die des jüdischen Schulvereins in Berlin hervorgebracht hat, wird man hier — in den Städten wenigstens — kaum finden. Was das religiöse Schulwerk anbetrifft, so finden gerade jetzt in Tel Aviv zwei neue Grün-

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