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Zion · 1933-07-01 · 6 (7.1933) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
6 (7.1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 51 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 6 Z I ON Seite 51 zum Teil gleichzeitig Cafe-Betrieb und am Abend nach Schabbath Tanz. Bei der starken Einwanderung konnte es nicht ausbleiben, daß die Mieten in die Höhe gingen, wenn auch wohl manches von der Stadt aus hätte geschehen können, um diese Bewegung nicht so stürmisch werden zu lassen, wie es in Tel-Aviv und Hadar Hakarmel (den hauptsächlichen Wohngebieten der neuen Altiah) tatsächlich der Fall gewesen ist. In den Neubauten ^-on Tel-Aviv, wo recht primitiv mit einem Beton aus Sand und zerkleinerten Steinen gebaut wi.*d, kostet in den Kleinwohnungen von 3—4 Z mmern das sehr kleine Zimmer bereits etwa 2,5 Pfd. Sterling monatlich (Zimmer von ungefähr 12 qm!), wobei zu berücksichtigen ist, daß es keine Mädchenzimmer, keine Keller- und Bodenräume, keine Pförtnerwohnungen gibt. Und auch hierbei wird häufig nach jüdischen Monaten gerechnet (was eine Differenz von l'/s Prozent zugunsten des Hauswirts ausmacht) und der Mieter hat die Miete in, monatlich fällig werdenden Wechseln pränumerando zu hinterlegen, die der Wirt sofort diskontiert. Und' dennoch gibt es keine leerstehenden Wohnungen, da diese schon vermietet werden, wenn das Haus noch im Bau ist. Die Stadt dehnt sich immer weiter aus, und das neue Industrieviertel von Tel-Aviv wird in einen neuen abgelegenen Vorort hinausgeschoben, wq auch bereits hohe Preise für Bauplätze gefordert und bezahlt werden. Der Verband der Industriellen hat für seine Mitglieder sogar schon ein Terrain unweit Petach-Tikwuh angekauft, d. h. fast 20 Automobil-Minuten von der Stadt entfernt. Diese sprunghafte Erhöhung der Wohnungspreise Tiat es zuwege gebracht, daß, während man in Deutschland z. B. zu rechnen pflegte, daß für Mieten etwa r/o des Einkommens verwendet wurde, hier der doppelte Prozentsatz verausgabt werden muß. Ein höchst ungesunder Zustand, zu dessen, Behebung bisher leider nichts geschehen ist. Nur mit Flickarbeit wird von Seiten der Stadtverwaltung" eingegriffen. IV. Noch ein Wort ist über das Bankenwesen zu sagen, das wert wäre, ausführlich behandeli zu werden. Das Land hat eine Hypertrophie an Banken, die kaum irgendwo ihresgleichen haben dürfte. Von den großen internationalen Banken hat Bardays große Betriebe im Land, kleinere auch die Banco di Roma. Die Anglo Palestine, die im ganzen Land arbeitet, eröffnet in Tel-Aviv ciue zweite Niederlassung. Sehr vergrößert haben sich Kupat-Am und Bank Ashrai. Die Misrachi-Bank in Tel-Aviv, die sich eines sehr guten Namens erfreut, wird ebenfalls eine bauliche Erweiterung vornehmen; die Jerusalemer Zentrale ist der Filiale gegenüber durch die stärkere Entwicklung Tel-Avivs zurückgeblieben. Der Verband der Industriellen hat eine eigene Bank errichtet. Ueber cjiesen (die Liste ist nicht vollständig, vor allem wäre noch die Bank Hapoalim zu erwähnen) gibt es eine Unzahl kleinerer Banken, die sich in dem Bartfcenviertel der Herzlstraße in Tel-Aviv und deren Umgebung sammeln. Sie nähren sich fast ausschließlich von Wechsel- Diskonten (dem Hauptgebiet aller Banken in diesem börsenlosen Land); der Diskontsatz zuzüglich der Nebenspesen ist dort etwa 11 Prozent, und da der Rediskont bei den größeren Instituten nur 6—7 Prozent beträgt, so ist, solange die Konjuktur eben dauert und die Wirtschaft gesund bleibt, das Geschäft für die Banken gesichert, die Kundschaft aber gezwungen, eine Zinsenlast zu tragen, die durchaus nicht im Verhältnis zu den erzielten Warengewinnen steht. Natürlich darf man auf der anderen Seite das Risiko nicht übersehen, das die Banken hier laufen, wo Zahlungen auch kleiner Beträge meistens in Wechseln erfolgen. Nach Schätzungen halten die palästinensischen Banken ungefähr 9 000 000 Pfd. Sterling (neun Millionen) Depositen, eine eminent hohe Summe, von denen sie höchstens den dritten Teil im Land arbeiten lassen können, so daß Guthabenzinsen fast gar nicht gezahlt werden und die Diskrepanz zwischen Debet- und Kredit-Zinsen geradezu grotesk wird. Aber in dieser Zeit stürmischer Entwicklung ist nicht zu sagen, wann eine Normdosierung eintreten wird. V. Ueber andere Dinge, z. B. über das Hypothekenwesen und die Perspektiven für die Entwicklung des Steuersystems kann in diesem Aufsatz, dessen Gebiet wir oben schon umgrenzt haben, nicht gesprochen werden. Er sollte bewußt nur allgemeine Antworten auf oft gestellte Anfragen bringen und die eine oder andere Erscheinung aus den Verhältnissen heraus erklären. Die Entwicklung des Landes geht konstant vorwärts, und wenn nicht Erschütterungen eintreten, wenn -die Orangen-Produzenten nicht schlechter als im vorigen Jahr abschneiden, so kann man hoffen, daß die Kurve weiter aufwärts geht. Der Hafen in Haifa steht vor der Eröffnung, und schon die letzten Monate haben, gezeigt, in welcher Weise dies das Bild Haifas verändert. Die Bautätigkeit hat stark zugenommen, Indu-

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