Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 6 (7.1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 49 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Z I 0 ff Seit» 49 ren Bereicherung. Die Aufgabe der misrachistischen Jugend, die dieses Sehnen fühlte, war es, die Menschen um sich zu scharen, die dieses Bedürfnis noch nicht erkannt haben. Als Erziehungsziel für die Zeirim stand Wolfsberg vor Augen die Erkenntnis, daß das Leben in der Galuth ihnen als letzte Stufe vor der Uebersiedlung erscheinen möge. Mit dieser Forderung war notwendig die Kritik der Jugend an sich selbst verbunden, die eine sittliche und geistige Erneuerung mit sich bringen mußte. Die Fähigkeit der Entsagung, die Preisgabe von Eigenem mußte für uns, die Jugend der Qaluth, eine unbedingte Forderung werden. In geistiger Hinsicht brauchten wir das Eigene; der jüdische Mensch sollte in uns entwickelt werden. Absolute Hebraisierung, innerlich und äußerlich, lautete der Ruf an den jungen Misracliisten. Wolfsberg sagte gelegentlich einmal: Wir wollen in der Vergangenheit leben, ohne ihr zugewandt * zu sein. Die Aufgabe unserer Gemeinschaft gegenüber der Jugend liegt in der Erziehung zu einer tiefsten Verbundenheit mit Erez Israel, Erez Israel als Inbegriff des jüdischen Menschen. Für uns religiöse Menschen hat Erez Israel noch eine gehobene Bedeutung. Die national-religiöse Idee ist noch geeigneter als die nationale Idee, uns aus den Geschehnissen des Alltags herauszuheben. Für den. Zeire-Misrachi in der Galuth besteht ebenso wie für den Misrachi die Verpflichtung, die Synthese zwischen nationalem und religiösem Judentum herzustellen. Die Durchführung dieser Aufgabe ist schwer. Sie muß uns jedoch gelingen. Die Ereignisse der Gegenwart begünstigen die Durchsetzung Wenn wir dieses Ziel erreichen, wird Dr. Wolfsberg die Befriedigung haben, "daß seine aufopfernde Arbeit von Erfolg gekrönt war. Dr. Heinz Grünwald. Aus dem palästinensischen Wirtschaftsleben. Von Laz. Barth, Tel Aviv. Viel eingehender als früher berichtet jetzt die jüdische Presse nicht nur Deutschlands über Erez Israel, und was vielleicht noch wichtiger ist, viel eifriger werden die Berichte überall verfolgt. Nachdem zum Greifen deutlich sich die politische Diagnose des Judenleidens, des seelischen und materiellen, als erschreckend wahr erwiesen hat, hat sich auch die zionistische Prognose in einem Ausmaß als richtig gezeigt, daß auch die, welche uns und unseren Bestrebungen skeptisch und feindlich gegenüberstanden, zur Anerkennung gezwungen worden sind. Die Einwanderung, wohl nur vorübergehend aus Furcht vor der Hitze stockend, ist außerordentlich gestiegen, und jeder, der eine Zeit lang im Lande ist, wird mit Briefen bestürmt, in denen er um Ratschläge für eine Uebersiedlung gebeten wird. — Dieser Aufsatz wird einige der Fragen, die allgemein gestellt werden, behandeln, und zwar zunächst die wirtschaftlichen, bewußt die kulturellen einer späteren Erörterung überlassend. I. Hauptfrage: Wer eignet sich zur Übersiedlung? Und darauf eine Vorantwort, die nichts mit wirtschaftlichen Dingen zu tun hat: niemand, dem Liebe zum Judentum fehlt, bei dem nicht vor oder mindenstens mit den materiellen Fragen der Wunsch bewegend ist, sich und dem reinen Judentum zu erhalten. Niemand soll kommen, der meint, in einem Land konjunktureller Aufwärtsentwicklung Reichtümer sammeln zu können (und sie dann vielleicht auswärts in der großen Welt zu verzehren). Aber auch von denen wird nicht jeder sein Glück hier machen, der mit ehrlichem Streben, für sich und für das Land zu arbeiten, hierher kommt. Junge Leute, die ein handwerkliches Fach gründlich kennen, Jugend mit frischen Kräften und der Fähigkeit, sich umzustellen und jede gebotene Arbeit anzunehmen, haben im allgemeinen die besten Aussichten. Im allgemeinen gilt die Regel: je gehobener der Beruf, um so geringer die Chancen. Der Architekt oder Bau- Ingenieur wird weniger gesucht als der Maurer, Zimmermann oder Bauschlosser, der Maschinen- Ingenieur weniger als der Mechaniker, die Masseuse oder Schönheitspflegerin weniger als die Friseuse. Sprachkenntnis ist wichtig. Man glaube nicht, weil z. Zt. hier viel deutsch gesprochen wird, daß man ohne Kenntnisse anderer Sprachen, vor allemauch der hebräischen, auskäme. Am schlechtesten sind die Aussichten auf Anstellung in Büros (abgesehen von Stenotypistinnen mit Kenntnissen in fremdsprachigen Stenographien, die hie und da ankommen). Die weitaus meisten Büros haben keine Angestellten oder nur sehr untergeordnete, und soweit der Chef nicht selbst die Buchführung besorgt, erledigt sie ein Stundenbuchhalter. Aehnlich schlecht sind Mädels dran, die als Kindergärtnerinnen Stellen suchen. Der Bedarf wird durch die, die