Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 4-5 (5.1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 38 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 38 /JON Ni. 4*5 artig, Wir woiieö sie erneuern. Die jüdische rteÜgionsität, der Glauben an die ßesonderheit und Ewigkeit unserer Lehre, der histörische und systematische Zusammenhang iui^ seres Monotheismus mit ünserein Gesetz und Uiiserein Volksschicksäi, niclit nur" nach rück-; wärts gewandt sondern ebenso seht iü die Zukunft blickend, der demütige Glaübe an Unsere Kraft und dienende Berufung, die Verwirklichung dieser Hoffnungen in und durch den Bäü dieses Landes — das erfüllt uns jetzt mit stärkster Lebendigkeit Leben und Tod sind vor uns, die Nation, gestellt. Wir wählen das LEBEN. Und hoch einmal wird die alte, müde Nation jung und iriünier, es werden jung die Worte der Lehre, der mündlichen und schriftlichen, Frische gewinnen sie, wie damals, als sie gegeben wurden. Ein Volk ist bereit, sie zu empfangen, ein Land wird die Stätte der Verwirklichung sein. Misrechl Lehrstätten in Palästina. Folgende Anstalten sind gewillt und in der Lage, Schüler aus Deutschland aufzunehmen. Ausführliche Darstellungen der einzelnen Schulen in der vorigen Nummer. Als Nachtrag bringen wir hier einen kurzen Beitrag über das Misrachi-Lehrerinnen Seminar in Jerusalem. Das Lehrerinnenseminar des „Misrachi" . in Jerusalem Direktor Dr. M. Seidel Das Lehrerinnen-Seminar des «Misrachi» ist im Jahre 1924 mit dem Ziele eröffnet worden, gesetzestreue Lehrerinnen heranzubilden, die mit entsprechendem jüdischen und allgemeinen Wissen und mit pädagogischen Fachkenntnissen ausgerüstet sind. Um aucli solchen Mädchen, die sich nicht eigens für den Lehrberuf vorzubereiten, jedoch, nach Absolvicrung einer 8-klassigen Volksschule, ihre Kenntnisse zu erweitern wünschen, Gelegenheit zu solcher Weiterbildung in traditionstreuem Geiste zu geben, wurde der Lehrplan i. J. 5691 (Ende 1930) so gestaltet, daß die ersten 4 Jahreskurse des Seminars den (ersten) 4 obersten Gymnasialklassen entsprechen. Die Anstalt führt nunmehr den Namen: «Hagymnasia u-beth ha-midrasch le-moroth schel ha-niisrachi» (Gymnasium u. Lehrerinnen-Seminar des «Misrachi»). Der Lehrplan unserer Anstalt umfaßt folgende Lehrfächer: Thora mit Raschi, bezw. Ramban, Propheten u. Schriften, Mischhall Tefillah, Dinim, Agadah, hebräische Sprache u. Literatur, jüdische und allgemeine Geschichte, Psychologie, Pädagogik, Unterrichtsmethodik, Geschichte der Pädagogik, Naturwissenschaft Mathematik, Englisch, (in den Gymnasialklasseii auch Deutsch), Hygiene, Zeichnen, Handarbeit, Turnen, Gesang. Die Unterrichtssprache ist in allen Fächern durchgängig hebräisch. Mit Beginn des gegenwärtigen Schuljahrs haben wir dem Semindr einen Kindergärtnerinnen-Kürsüs angegliedert. Schülerinnen, welche an diesem Kursus teilnehmen, sollen nach erfolgter Abschlußprüfung ein Zeugnis als «Leh> rerin ü. Kindergärtnerin» erhalten. Durch diese Sonderausbiidung dürften sich die Aussichten unserer Absölveiitinnen äüf baldige Anstellung in Zukunft bedeutend erhöhen. Unsere Schülerinnen werden in der ift Unserem Schulgebäude eingerichteten und durch den «Keren hamiss'adoth schel batte hasefer» (Fonds für Schulkinder) unterstellten Küchen im Kochen unterwiesen und gleichzeitig mit den Grundsätzen der rationellen Ernährung vertraut gemacht. Mit der praktischen Pflege dieses hauswirtschaftlichen Faches und dem Unterricht in Handarbeit (Nähen, Zuschneiden, Stricken u. dgl.) erfüllt unsere Anstalt gleichzeitig die diesbezüglichen Aufgaben einer Mädchenschule. Die Schülerinnen stammen aus den verschiedensten Schichten der jüdischen Bevölkerung, alle Stände u. Landsmannschaften sind unter ihnen vertreten, sowohl der alte als auch der neue Jischuw, Städter und Kolonisten. Die Aufnahme der Schülerinnen erfolgt auf Grund eines Abgangs-Zeugnisses einer 8-klassigen Volksschule. Die Lehrzeit in unserer Anstalt beträgt 5 Jahre. Der 5. Jahreskurs, ist hauptsächlich praktisch-pädagogischen Übungen sowie dem Besuch von Schulanstalten verschiedener Typen u. dgl. gewidmet. Der Direktor (Dr. M. Seidel) sowohl als auch die Lehrer besitzen sämtlich akademische Bildung. Die Zahl der Lehrer beträgt 14 (von ihnen erteilen einige nur 2 bis 4 Stunden in der Woche). Der gesamte Unterricht erfolgt im Geiste des tradionell-gesetzestreuen Judentums und der ganze Lehrbetrieb ist auf das Ziel eingestellt, jüdischen Töchtern eine vollwertige hebräische sowie auch allgemeine Bildung einer höheren Schule zu vermitteln und gesetzestreue Lehrerinnen heranzuerziehen, die berufen sein sollen, vermöge ihrer Gesinnung und durch das lebendige Beispiel ihrer Lebens-