Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 4-5 (5.1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 37 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 4*5 ZION Seife 37 sere Sättigung mit Qualen und proklamieren es ab religiöse und nationale Pflicht, den Weg aus liesem grundsätzlichen, eigentlich nur gelegentlich unterbrochenem Martyrium zu finden, das <'urch unser Diasporadasein über uns gekommen ist. Wir hören die Stimme der Geschichte, die uns in die Heimat ruft, damit ein Unglück ende, das unter den jetzt obwaltenden Bedingungen schon ganz sinnlos geworden ist und dessen einzige Funktion nur noch die Erleuchtung all derer sein kann, die vorbeigegangen sind an der Tatsache der Eigenart unseres nationalen Seins. Der Zionismus hat unseren zeitgenössischen Pessach, den Pessach unserer Zeit geformt, unsere m'Ed kennt jeder. Nun ist es hohe Zeit, unser Wochenfest, unser nun ]no zu feiern. Es kann für uns nur heissen, in der unvergäng-. liehen Thora den Ansatzpunkt für unser geistiges Leben zu finden, mit einem Ernst und einer Vertiefung, die heroischen Charakter haben müssen. Das bedeutet dieses Mal keine Flucht aus der Welt der Realität. Dieses Mal zwingt, uns, wenn nicht unsere Einsicht, der Druck der Aussenwelt in uns und unserem eigensten Geistesbezirk zu atmen. Tun wir es mit dem ganzen Einsatz an Bereitwilligkeit und Frische, die uns geblieben sind. Besinnung auf das Judentum: — das bedeutet heute, die soziologische und politische Gegebenheit, unter der wir stehen, als gesetzmässig erkennen und den Zufall des Geschichtlichen durch unsere Folgerungen in den Bereich der Notwendigkeit zu heben. Es gilt, zu verstehen, daß alles was unseren Ahnen in der Diaspora das Leben ermöglichte: die Fähigkeit des Duldens und die Konzentration auf das Studium der Lehre, ein Leben im Geiste der Gesetze unserer Thora und die nie schwindende 'Hoffnung auf Überwindung der Galuthsituaus hoffe ich, nach einiger Zeit wieder als Mitarbeiter zu erscheinen. Für mich ist mit der Arbeit im Dienste des Deutschen Misrachi ein gut Teil meiner jüdischen Tätigkeit und meines Wirkens überhaupt verbunden, und so bedeutet dieser Abschied für mich nicht wenig. Ich scheide in dem Gefühl, mit den Freunden für immer geeint zu bleiben in Idee und Schaffen und wäre glücklich, wenn meine Bemühungen bei den Mitarbeitern und Anhängern unserer Sache in guter Erinnerung bleiben. Euch allen von Herzen Schalom. Es gibt nur eine n W e g: für das Land und in das Land. 03»v naptnn ation, nun in unerhörter Konzentration auf uns einstürmt und von uns mit Sinn erfüllt werden will. Mancher Teil unseres Volkes hat sich für den einen oder anderen Teil der Antwort heischenden Fragen der Geschichte an uns, entschieden. Wir wollen eine totale Antwort geben. Vielleicht am kräftigsten muß aber gerade heute aus dem zionistischen Lager ein JA gesagt werden, zu dem ewigen Eigentum unserer Nation. Die scheinbare SelbstbeschrÜnkung im Geistigen, die viele Diasporagenerationen geübt haben, erscheint uns jetzt nicht nur begreiflicher, sondern auch gehaltvoller als bisher. Wer die Besten und Größten unserer Denker zu würdigen weiß, erkennt in ihren Bemühungen, das Ringen um Einheit und Ganzheit, und wir sollten jetzt einen Weg gehen, der nicht ohne Fruchtbarkeit ist. Wir sollten uns anstrengen aus Maimonides und anderen, gerade diejenigen geistigen Bestrebungen mit Deutlichkeit herauszuheben, zu interpretieren, die das Gigantische ihrer Arbeit zeigen, die erweisen, wie sie in ihren Werken den Juden die ganze Welt erschliessen wollten. Vom Gesetz als Achse, zu allem zu gelangen, was Menschen und Gemeinschaft bewegt — das hat sicherlich manchem vorgeschwebt. Aktualität hat eine solche Verlebentligung der klassischen Werke besonders, wenn es gelänge, eine einwandfreie immer jüdische Linie zu finden, die von den Alten zu uns führt. Das Alte aber müssen wir gut kennen, um etwas Gegründetes abzuleiten — und indem wir uns so hoffnungsvoll dem Alten zuwenden, wird uns die jüdische Welt des Geistes Besitz, kein unwichtiges Nebenergebnis unserer geistigen Arbeit. Die irdische Heimat, die »"« uns ist oder immer mehr wird, wird überbaut durch die Heimat der Seele und des Geir.tes. Ohne wäre das eine Chimäre, im Zusammenhang mit V'N ist es unsere große Erwartung, in unserer Not ist es tiefes Bedürfnis. Aber nie darf hier die Zusammengehörigkeit mit der Nationalgeschichte auseinandergerissen werden. Diese völlige E i n j u d u n g des Einzelnen und der Gesamtheit ergibt die Basis für die neue, legitime Ausweitung des Juden zum Menschen, der Judenheit zur Menschheit, des Judentums zum Universalismus echter messianischer Prägung. Wir werden nicht mehr irn Namen anderer Völker sprechen und interpretieren. Vom eigenen Port aus werden wir schaffen und .'-chatten. Unsere Wissenschaft hat eigene Prägung, wir wollen sie wiedergewinnen und entwikkeln. Die Welt unseres Wirkens ist eigen-