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Zion · 1933-05-01 · 4-5 (5.1933) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
4-5 (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 36 (sequence 10)
Language
German
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Seite 36 ZION Nr. 4*5 sehen Tradition bin ich nur selten begegnet. Es wäre Zeit, zu bauen. Y. Von dem breiten Einwandererstrom, der sich aus Deutschland nach Erez Israel ergießt, erhofft man wirtschaftliche Befruchtung und Belebung. Wird er auch die geistigen und religiösen Bezirke beleben und befruchten? Vieles spricht dafür, daß diese Frage bejaht werden dürfte. Das jüdische Leben in Deutschland wird freilich durch die täglich zunehmende Auswanderung vorerst geschwächt werden. Ist doch die Entfaltung des jüdischen Lebens ohnehin schwer genug geworden. Die auf verschiedenen Gebieten des jüdischen Lebens erfolgreich wirkenden Männer, die uns verlassen, werden in den Gemeinden und Verbänden fehlen. Aber wir verlieren diese Männer nie h t, w e n n wir sie an Erez Israel abgeben. Ziehen wir doch alle bleibenden Gewinn . aus dem, was in Erez Israel wird und wächst. Wird dort das natürlichste, gesunde und traditionsgebundene jüdische Leben in voller Freiheit, Kraft und Schönheit zur Entfaltung gelangen, so könnnen wir alle daran gesunden und erstarken. Das in Erez Israel erstrahlende Thora-Licht wird allen durch die Galuth-Wüste Wandernden leuchten. Besinnung auf das Judentum. Von Oskar Wolfsberg. Dieser Artikel — Abschiedsgruß unseres Führers und Freundes — wurde uns zu mj?12t? zur Verfügung gestellt. Er hat wenn er leider erst jetzt erecheinen kann, wegen seines prinzipiellen Gehaltes an Aktualität nicht eingebüsst' Der Aufforderung der Redaktion des «Ziom einiges Grundsätzliche in dieser ernsten Stunde von unserem Standort aus zu unseren Freunden und vor weiter Öffentlichkeit zu sagen, will ich mich nicht entziehen, wiewohl ich selten so sehr wie jetzt die Verantwortung gefühlt habe und aus vielen Gründen Bedenken habe. Die Funktion des gesprochenen und geschriebenen Wortes ist gar ernst. Immer ist es jetzt von schwerwiegenden Folgen und selten wird es seiner Aufgabe gerecht jitrSn *P3 rnei o^n Wer möchte das unheimlich Zutreffende dieser Sentenz in Abrede stellen? Daß das Wort in seltenen Fällen seine Bestimmung erfüllt, dafür gibt es aus unseren Tagen ein schönes Beispiel: «Die Jüdische Rundschau». Es soll immer'unvergessen bleiben, welchen Beitrag dieses unser Organ zur Festigung jüdischer Würde und Ehre geliefert hat, wie sehr sich aber mit diqsen sittlichen Werten intellektuelle paaren. Wir Misrachisten haben auch die Genugtuung gehabt, zu erkennen, daß manches von dem, wofür wir streben und kämpfen, jetzt Einzug hält, und wenn auch keine Identität der religiösen und kulturellen Uberzeugung vorliegt, so ist doch Verwandtschaft zu spüren. Vielleicht ist das Entscheidende und Beglückende, daß es sich um Echtes handelt. So wird Einkehr und Besinnung auf Urjüdisches Originäres zur Tatsache. Es bahnt sich ein Prozeß an, der für die geistige Zukunft unseres Volkes und für das Schicksal unserer Tradition von großer Bedeutung, von glückhafter Verhcissung ist. Dazu ist hier noch einiges zu sagen. Unsere früheste Geschichte bleibt für unser Schicksal und seinen Zusammenhang mit dem Los unserer Kultur Gleichnis: das kann man sehr fern von Homiletik sagen: yvNtr no v>nb p^D niax1) Die rasche Aufeinanderfolge von Befreiung der Nation aus Aegypten — riDS — und der Gesetzgebung am Sinai — rrtjna» — mag Skeptikern immer etwas eigenartig erschienen sein. Nationalgeschichte und Geistesgeschichte stehen aber in einem so engen und nahen Zusammenhang, und die Zwischenzeit ist nichts Bezeichnungsloscs nach vor- und rückwärts. Es ist eine eigentümliche fast wieder symbolische Fügung, daß gerade die rtVBD-Zeit zwischen beiden Festen historisch zu einer Trauerzeit, zu einem der Trauerabschnitte unseres Jahres geworden ist. Es ist, als sollte den beiden charakteristischen Teilen unserer Historie, der Volks- und Wcsensgeschichte auch zeitlich der dritte Faktor zugeordnetwerden, damit ihre Verbundenheit deutlich werde; die Leidensgeschichte als ein fast selbständiges Motiv unseres geschichtlichen Prozesses. Aber hier glauben wir, etwas spezifisch Misraehistisches sagen zu dürfen: eine völlige Verselbständigung darf kein Teil unserer Gesamtgeschichte erfahren. Wir wehren uns nicht gegen den Anteil, den das Martyrium in unserem Dasein hat. Aber wir bekämpfen die Überspannung dieses Wertes, wir wehren uns gegen jedes Flagellantentum des Einzelnen und der Gesamtheit. Ja mehr noch: gerade in dieser neuen Periode der Leiden betonen wir un- Diese Zeilen stellen gjeichzeitg eine Art Abschiedswort dar, das ich an meine Freunde richte. Seit einigen Wochen bin ich nicht mehr im Amt als Vorsitzender des Deutschen Misraclji und Herausgeber des «Zion». Von '"x

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