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Zion · 1933-05-01 · 4-5 (5.1933) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
4-5 (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 34 (sequence 8)
Language
German
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Seite 34 ZION Nr. 4-5 dern, in denen vielleicht noch Niederlassungsmöglichkeiten vorhanden sind. Nach Erez Israel kommen wir nicht, als Fremde und Bittende, dorthin kommen wir kraft unseres historischen und völkerrechtlich garantierten Rechts. Zum zweiten: dort kommen wir nicht zu mißtrauischen und unfreundlichen, weil um die eigene Existenz besorgten Menschen, dort finden wir jüdische Brüder, die in herzlicher Liebe und Freundschaft uns die Hände entgegenstrecken, freudig bereit, die nicht immer leichte Eingliederung der Einwanderer in die neue Wirtschafts- und Lebensform tätig zu fördern. Hier findet der Einwanderer eine Atmosphäre der Liebe und Freundschaft, wie in keinem Lande der Welt. Als ich vor drei Monaten das Glück hatte, im Lande zu weilen, war ich tief ergriffen von der werbenden Liebe, mit der um die als Touristen ins Land gekommenen gerungen wurde. Nicht nur Arbeiter und Kolonisten, auch Kaufleute und Handwerker waren begeisterte Werber für die dauernde Niederlassung im Lande. In der Synagoge zu Haifa wurden die zur Thora Aufgerufenen mit einem besonderen 1*db> »D geehrt, der in den Wunsch ausklang: p«a 3B»nnb nat»» es möchte ihnen die Gnade zuteil werden, sich dauernd im Lande niederzulassen. Niemand fürchtet die geschäftliche Konkurrenz der neuen Einwanderer, niemand fürchtet die Verengung der eigenen wirtschaftlichen Basis. Die Verbundenheit mit dem Lande und dem Wohl der Gesamtheit ist so innig und stark, daß hinter dieser alle Sonderinteressen und Sonderbestrebungen beschämt zurückweichen. III. Die günstigen Verhältnisse im Lande ohne Arbeitslose zeitigen allerdings auch eine wenig erfreuliche Erscheinung. Die Hochflut der Einwanderung bringt auch Menschen ins Land, denen jede innere Beziehung zu Judentum und Erez Israel fehlt, Menschen also, die kein Gefühl haben für die schwer definierbaren seelischen Werte und Kräfte, mit denen das Land seine durch Gesinnung und Lebenshaltung im Judentum verwurzelten Kinder begnadet und beschwingt. Ob aber Einwanderer für die Palästina nicht mehr ist als etwa Kanada oder Kalifornien, einen Gewinn dem Lande bedeuten, kann sicherlich nicht ohne weiteres bejaht werden. Ist es doch zweifelhaft oder villeicht garnicht zweifelhaft, wie solche Einwanderer auf gelegentliche wirtschaftliche Rückschläge, die nach dem Lauf der Dinge nun einmal nicht zu vermeiden sind, reagieren und wie sie sich, vor Schwierigkeiten und Hindernisse hingestellt, verhalten würden. Es bleibt uns immerhin die tröstliche Erwägung, dass das Land, «dessen Luft weise macht», nach und nach seine Bewohner erziehen und umformen wird. Die neuen Einwanderer werden mählich lernen, umlernen, sich innerlich umstellen und zu bewusster Bejahung und veranwortungsvoller Betätigung des Judentums erweckt werden. Diese Hoffnung ist schon deswegen begründet, weil gerade jetzt auch viele wertvolle und im Jüdischen Leben bestbewährte Männer und Frauen ins Land gehen. Darunter auch ausgezeichnete und zur Führung berufene Persönlichkeiten. Das Wirken dieser Männer und Frauen wird sicherlich dazu beitragen, den in gutem Sinne notwendigen Assimilationsprozess bei den neuen Einwanderern zu fördern und zu beschleunigen. IV. Uns Misrachisten erfüllt es insbesondere mit aufrichtiger Genugtuung, daß auch einige i ntellektuell hochstehende und um die Misrachi-Arbeit in Deutschland hochverdiente Männer sich dauernd im Lande niederlassen. Von der Arbeit dieser Männer darf wohl ein günstiger Einfluss auf die Gestaltung des religiös-nationalen Lebens und insbesondere auf die Aktivierung der traditionell gesinnten Juden erhofft werden. Gibt es doch kaum ein Land, in dem gesetzestreue Persönlichkeiten, die Intellekt mit Tatkraft und Idealismus verbinden, soviel zu schaffen und zu leisten vermögen wie gerade in Erez Israel. Ich durfte im Lande selbst erfahren, wie stark die Wirkungen waren, die von der Persönlichkeit und Tätigkeit mancher unserer Freunde zuweilen bis in ganz links stehende Kreise hinein, ausgegangen waren. Solche Leistungen sind aber gerade in Erez Israel dringend notwendig. Einmal gibt es da nur wenige festgefügte Gemeiden mit einem Etat, der eine fruchtbare Gemeindearbeit ermöglicht. Und selbst von den wenigen gut organisierten und einigermassen auch materiell fundierten Gemeinden gehen zu wenig religiöse Impulse aus. Es geschieht vor allem viel zu wenig für die schulentlassene Jugend. T e 1 - A w i w z. B., die junge, lebendige und märchenhaft aufgeblühte Stadt, besitzt ihren Lästeren zum Trotz auch recht ansehnliche und zahlreiche im Dienste von min und mxo

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