Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 2-3 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 25 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 2-3 ZION Seite 25 Material zur notwendigen Voraussetzung. Es < bleibt der Auslese überlassen, die sammelt und ausscheidet, was aus dem freien Schaffen der Autoren rezipiert wird. Durch hervorragende Leistungen auch der „Chatimah" der Zukunft den religiös-nationalen, den geschichtlich jüdischen Charakter weithin zu sichern, ist inzwischen der hohe, verantwortungsvolle Beruf der vom Geist der Thora erfüllten schöpferischen Kräfte unserer Zeit. Ein Zweites ergibt sich für die Beurteilung des neuhebräischen Schaffens. Nicht nur bei einer planmäßigen Abschlußsammlung, sondern schon gleich von vornherein kommt es bei der Frage nach dem religiösen Charakter eines hebräischen Literaturerzeugnisses, auch auf das subjektive Moment der persönlichen Auffassung, des Lesers an. Selbstverständlich gibt es Grenzen, nicht alles darf religiös ausgedeutet werden. Ein großer Teil z. B" der Dichtungen eines Tschernichowski, Schneur, Schimonowitz, läßt sich ganz gewiß nicht in irgend einem Sinn zu unserem religiös-nationalem Schrifttum rechnen. Aber vieles darf man andererseits einreihen, was auf den ersten Blick nicht zugehörig erscheint, wenn man die wahre Weite und Größe der B'rithidee bezw. der Thora begriffen hat. Bialiks „nationale" Gedichte sind nach meinem Eindruck religiöser Art. In Frage steht nicht, ob der Dichter sie so meinte, sondern, wie w i r sie lesen und erleben. Ich erfasse sie als Dichtungen, die in sich selbst die Bestimmung tragen, das Gottes volk Israel zu trösten, vorzüglich jedoch aufzurufen, aufzurütteln, bisweilen in ausbrechendem Zorn und flammender Anklage, zur Enthüllung des Lichts, das noch immer in den Tiefen der Volksseele glänzt zur Vorbereitung der Erlösung. Ebenso gehört für mich, ohne Rücksicht auf die Absicht des Verfassers, AI Paraschath Derachim, zu unserer religiösen Literatur. „Wiedergeburt der Herzen", „Wiedergeburt des Geistes", fordert Achad Haam: des geschichtlichen Geistes, der geschichtlichen Geistesgüter des jüdischen Volkes, dessen Daseinssinn ihm in der Aufgabe beschlossen Hegt, „ethisches Uebervolk" zu sein, einen höheren sittlichen Menschheitstypus zu verwirklichen. Aufs Ganze gesehen hat für mich das Werk, nach gewissen Ergänzungen und Modifikationen, tiefe Erfülltheit von der B'rithidee. Das neue hebräische Schrifttum hat als Ganzes allgemeines Gepräge, wie es auch in früheren Epochen mehrfach der Fall war. Vieles aber findet sich heute schon darunter, das unmittelbar, mittelbar oder für eine nicht allzuenge und ängstliche religiöse Auffassung und Beurteilung durchaus religiösen Charakter, Bestimmtheit durch die B'rithidee und entsprechende Gottbezogenheit aufweist. Daß dieser religiöse Einschlag im werdenden Gesamtgewebe nicht noch stärker, beherrschender, hervortritt, ist die eigene Schuld der geschichtlich jüdisch eingestellten Kreise, der Träger des B'rithideejudentums in der Gegenwart. Sie betreiben allzu lässig das ihnen aufgegebene bedeutungsvolle Werk der Wiedergeburt unseres religiös-nationalen hebräischen Schrifttums. Viel wäre schon erreichbar, wenn sie, gerade sie, wenigstens empfangend besonders regen, lebendigen Anteil nähmen an allem, was hebräisch geschrieben wird, wenn gerade sie mit besonderer Aufmerksamkeit und Hingegebenheit alle Vorgänge und Erscheinungen auf dem Felde der hebräischen Literatur verfolgten, zustimmend und ablehnend Urteil fällten. Schon allein eine derart tätige Aufgeschlossenheit müßte eine merkliche Rückwirkung auf alle Schaffenden üben und gäbe sichere Hoffnung für die Zukunft. Palästinensische Neuerscheinungen. Besprochen von Dr. Samuel G r ü n b e r g. ttd Ery Drvpn»3i San >:uo nuityn /□ » j i» j n n s i k iny .nas'n ckh rvayn /hSud naoo /tf'nn -pa mo^nn JT'S-in /D»S»n» ,)mS .» .3 T'T Nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiete zeigt sich die Prosperity Erez-lsraels, sondern auch auf dem rein Geistigen. Davon zeugt zur Genüge das ^Standard vvork" Lewlns „Ozar Hageonim", das jeden Kenner mit Staunen und Bewunderung erfüllt. Bei anderen Völkern würde die Durchführung dieser Riesenarbeit und zwar als naan und nicht als einfache Kollations- — roN^o — ein Gremium von mindestens zehn Gelehrten Jahrzehnte hindurch in Anspruch nehmen. Bei uns vollbringt dies ein Einzelner. Ein klassisches Beispiel von jüdischem Fleiß, jüdischer unerschöpflicher Energie. Angesichts dieser Leistung, weiß man nicht, was man bei Dr. Lewin am meisten würdigen und bewundern soll: seinen Silberblick, seine Belescnheit, seine talmudischen und philologischen Kenntnisse, oder seine Arbeitsmethode, seine Unermüdlichkeit und seinen eisernen Willen, diesen gewaltigen „Schatz", das Erbteil der geistigen Heroen der posttalmudischen Epoche, allein zu heben und geordnet der Mitwelt zur Verfügung zu stellen. Es ist eine heroische Leistung, die die Unterstützung aller Juden ver-