Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 2-3 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 23 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 2-3 Z I ON Seite 23 halb beide Aufgaben getrennt von einander fördern. Auf diese Weise kamen wir dazu, an den Anfang unserer Arbeit die Klärung der Grundlagen unseres Werkes, die Ausarbeitung der Chukkah des Moschaw zu stellen. Es ist nun sicherlich hier in Erez Israel noch nicht häufig vorgekommen, daß ein Moschaw noch vor seiner Gründung sich seine Chukkah schafft. Vielleicht sind wir aber gerade durch unsere abnorme Lage zu einem Wege gezwungen worden, der im Grunde genommen der gesündeste und geradeste ist. Jedenfalls dürfen wir hoffen, auf diese Weise viele Schwierigkeiten, die sonst oft das Leben im Moschaw vergiften, in ein Stadium verlegt zu haben, in dem ihre Ueberwindung leichter und reibungsloser vonstatten gehen kann. Die Auseinandersetzungen werden sich auf einer mehr geistigen Ebene abspielen können, solange die nackten materiellen Interessen d»r einzelnen noch nicht mitsprechen. Die Einzelheiten der Chukkah und überhaupt die Probleme des Moschaw im allgemeinen und die eines Moschaw dati im besonderen hier darzustellen, würde zu weit führen. Vielleicht bietet sich die Gelegenheit, diese Dinge, die gewiß auch allgemeines Interesse verdienen, in einem besonderen Artikel darzustellen, wenn die jetzt im Entwurf vorliegende Chukkah vom Irgun angenommen sein wird. Gleichzeitig mit dieser mehr theoretischen Arbeit wurde mit der praktischen Arbeit begonnen. Wesentlich für die Durchführung dieser war die Erkenntnis, daß man, wollte man eine einheitliche Gruppe schaffen, für alle Chawerim möglichst gleiche wirtschaftliche Voraussetzungen schaffen müsse. Nichts wird in einer Gruppe, wie sie ein Moschaw darstellt, mehr zu inneren Schwierigkeiten beitragen, als eine Differenzierung der Chawerim in wirtschaftlicher Hinsicht, und nichts wird die Gruppe mehr festigen, als gemeinsam und für alle gleichmäß'p begonnene Arbeit. So kamen wir von unserem ursprünglichen Vorhaben ab, zunächst eine gewisse Anzahl Siedler zur Ansiedlung zu bringen und die dann ganz auszurüsten und begannen statt dessen die Vorbereitung für die Pflanzung des Pardess in der Weise zu treffen, daß für alle Chawerim gemeinsam mit der Pflanzung begonnen werden sollte. Im September 1932 wurden die ersten 50 Dunam tiefgepflügt. Der erste Schritt zur Verknüpfung des Irgun mit dem Boden war getan. Die weitere Arbeit der Herbstmonate bestand in angestrengten Bemühungen, die Schwierigkeiten bei der Uebernahme eines Teiles der Böden, eine Erbschaft der Verwaltung des Merkas Olami, aus dem Wege zu räumen, in der Inangriffnahme der Ausarbeitung der Karten und Pläne und schließlich in dem Versuch, die finanzielle Basis für die Pflanzung endgültig zu sichern. Noch sind alle diese Dinge nicht zum Abschluß gekommen. Noch ist der Weg für die weitere Arbeit nicht frei. Aber der Anfang ist gemacht und wir fühlen in uns die Gewißheit daß wir vorwärts schreiten. Das neue Helm der Misrachl-Frauen in Jerusalem. (Aus einem Schreiben von S. Berlowitz, Jerusalem) Mit einem strahlend schönen Frühlingstage drangen eine Menge junger jüdischer Arbeiter in ein einfaches viereckiges rosafarbenes Steinhaus, unweit von Machneh Jehudah und dem westlichen Teile der Jaffastraße, — ein Haus wie viele andere in diesem Viertel von Jerusalem, dessen Eigenart einzig und allein sein großes Gartengrundstück mit den haushohen Eukalyptusbäumen ausmacht. Der bekannte Architekt Rubin baute es in kurzer Zeit zu einem ganz veränderten modernen geräumigen Heimo um, das mit seinen lichtdurchfluteten Räumen bald dem anspruchvollsten Besucher genügen sollte. Hier erwuchs den religiösen Mädchen, an die man bisher bei dem Aufbauwerk zu wenig gedacht hatte, ein Zentrum, das ihnen gleichzeitig Heim und Schule bedeuten soll. Alle hauswirtschaftlichen Berufe sollen in dieser staatlich arierkannten Schule als Fach gründlich erlernt werden, Fachleute für Heime, Kwuzoth, Restaurants, — Kranken- und Privathäuser ausgebildet werden. Auf dem Gartengrundstück iät ein Lehrgarten im Entstehen mit Baumschulen, Schnitt- und Topfblumen; eine moderne Geflügelzucht wird angeschlossen. Jüdische und wissenschaftliche Ausbildung wird in den Nachmittagsstunden gepflegt. Durch Abendkurse für berufstätige Mädchen und Frauen wird der Kreis dieser Bestrebungen glücklich ergänzt. Die Abendkurse sind ein dringendes Erfordernis und füllen eine empfindliche Lücke aus, da bisher die in jedem Imigrationsland üblichen Abendschulen in Palästina noch ganz fehlen. Durch das gemeinsame Schaffen der Misrachi-Frauen, ist das Heim geschaffen worden.