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Zion · 1933-01-01 · 1 (1.1933) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Z 1 O N Seite 1t Für den, der das Verbleiben der Mehrheit des jüdischen Volkes in der Qaluth und den jüdischen Pflichtenkreis in seiner Verbindlichkeit für überall und immer anerkenn', besteht die Frage der Galutharbeit in voller Aktualität. Der Ausweg in eine palästinensische Zukunft hebt nicht die europäischen Nöte der Gegenwart auf (Franz Rosenzweig). Auf der anderen Seite: Das jüdische Haus, Gesetz und Beth Hamidrasch besitzen nicht mehr ihre frühere Wirksamkeit. Die Destruktion in der Galuth schreitet fort. Aus einer weiteren Analyse ergab sich, daß die Galuth-Arbeit sich in die drei Richtungen des National-politischen, "des Oekonomischen und des Kulturell-religiösen erstrecken muß. In manchen Ländern kann keine Minderheiten-Politik geführt werden. Andere Länder, in denen nationale Autonomie besteht, erweisen deren Wichtigkeit verhindern, aber nicht'die sozialen Mißstände, unter denen die Judenheit besonders leidet, und kulturellen und religiösen Verfall. _™ Parteipolitische Arbeit für den Sozialismus kann von uns nicht geleistet werden, da der Primat des Judentums für uns feststehet und die Menschen uns sonst verloren gehen. Gewerkschaftliche Organisierung ist dadurch nicht abgelehnt, sondern gefordert. Arbeit für Berufsumschichtung, Erweiterung der Hachscharahmöglichkeiten müssen mit aller Kraft erstrebt werden. Die Struktur der jüdischen Bevölkerung weist darauf hin, daß in den Gemeinden sehr bald ein kleines Zentrum bewußter Juden einer großen Zahl von „Randjuden" gegenüberstehen wird. Diese Feststellung zwingt alle Kreise, die zur Thora stehen, zur gemeinsamen Arbeit, über die Schranken der politischen und ideologischen Verschiedenheiten hinweg. Auch in Erez Israel wird dieser „Kulturkampf" durchgekämpft werden müssen, nur, daß er dort viel schwerer sein wird, weil dort die scheinbare Möglichkeit des Bestandes eines säkulariesierten Judentums von vielen als erwiesen angenommen wird. Daher als wichtige Gegenwartsforderung für dieses Gebiet (hinzu kommen Vertiefung der religiösen Ideologie, Ausbau einer religiösen Pädagogik): Sr nn« 'n nN onn'on -hs Dr. Wolfsberg vertrat gegenüber der Forderung einer Galutharbeit den Standpunkt, daß es sich hierbei um eine Zersplitterung unserer wenigen Kräfte handeln würde, die auf den Aufbau Erez Israels konzentriert werden müßten, d?r die wichtigste Gegenwartsaufgabe für die jüdische Zukunft darstellt. Eine Annäherung dieser beiden Standpunkte wurde nicht erreicht, da Josef B irg der einseitigen Konzentrierung die Totalität der Aufgaben des Juden an allen Orten gegenüberstellte. In einer großartigen Kundgebung, bei der der Bundestag seitens des Magdeburger Stadtrates, der Gemeinde, Rabbiner Dr. Wildes, Lehrer Steinhardts, der zionistischen Ortsgruppe und der Misrachiorganisationen begrüßt wurde, sprach Dr. *) Anm d. Red. In Dr. W.'sJ Ausfuhrungen kam mehr die Skepsis gegenüber dem Erfolg der Galutharbeit und die Betonung des Vorrangs des Palästinaaufbaus zum Ausdruck als eine völlige Gleichgültigkeit gegen die Galuthproblemt; Wolfsberg über das Thema: „Die ewige Erneuerung des Judentums durch die Jugend". Formvollendet und tief durchdacht wurde die Rolle der Jugend im Leben des Volkes aufgewiesen, das Alte zu empfangen und auf dieser Grundlage Neues schöpferisch zu schaffen. In Erez Israel erstreben wir durch unsere Awoda eine normale Lebensmöglichkeit als Juden, in der die Thora den Gesamtumfang des Lebens bestimmend beeinflußt, wo bei allem die Möglichkeit geschaffen ist, die Thora nicht wie hier als bloßes Individuum, sondern im Rahmen der Gemeinschaft zu erfüllen. Dadurch wird neuer, tiefer Sinn der Thora gegeben, und diese Sinngebung wirkt gegen die Gefahr einer herzlosen Konfessionalisierung auf der einen, die Sinnlosigkeit eines Gottlosen auf der anderen Seite. Auf diese Weise wird der Sinn des Judentums erneut geschaffen, dem Körper des Judentums neue Kraft zugeführt. Das Referat von Schlomoh Bombach handelte über Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Hascharah in Deutschland und die Arbeit unserer Chawerin vom Hapoel Hamisrachi und Kibbuz Rodges in Erez Israel. (Praktisch wichtige Einzelheiten im Protokoll). Mit großer Begeisterung wurde das Bekenntnis der Zusammengehörigkeit der Chawerim in Erez Israel und des „Zeire Misrachi" in der Galuth, und zur Unentbehrlichkeit des „Zeire Misrachi" für die politische Wirksamkeit, aufgenommen. Die inneren organisatorischen Probleme des Bundes konnten zu keiner Lösung gebracht werden, da seitens der Anhänger des Zofiuth keine konkreten Vorschläge gemacht werden konnten und ebenso über die weitere Organisation der Chawerim. Dieses Problem war auch noch nicht mit der erforderlichen Tiefe vor dem Bundestag behandelt worden. Die Diskussion zeigte, daß das einzig Maßgebende für die bündische Arbeit nicht das Formale, sondern die Bewährung sein soll. Davon abgesehen aber soll jede Gruppe Autonomie bezüglich der Wahl ihrer Form besitzen. Da die Mitglieder der bisherigen Zentrale ihr Amt nicht weiterführen konnten, wurde eine provisorische Zentrale gewählt, die aus dem Chawerim Kaiman Feintuch, Norbert Walltuch und Isidor Werczberger besteht und ihren Sitz in Leipzig hat. Es sei an dieser Stelle noch einmal den Chawerim Eugen Michaelis, Benno Offenburg und Ernst David gedankt, die ihre ganze Kraft der Bewegung zur Verfügung gestellt nahen und sich auch an der weiteren Arbeit beteiligen werden. Ein besonderer Dank gebührt auch Richard Lasowski, der die technischen Vorbereitungen und die Organisierung des Bundestages aufs beste durchgeführt hat. Chawer Benno Offenburg wurde auch weiterhin die Leitung des Brith Hanoar übertragen, ebenso behielt auch Karl Zinner, Hamburg, die Leitung des K. T. w. A. Es darf gesagt werden, daß dieser Bundestag ein wesentlicher Schritt vorwärts zu unserem Ziel ist. Die Existenz einer subjektiven und objektiven Judenfrage in kulturell-religiöser, politisch-nationaler u. sozialer Hinsicht wurde in aller Deutlichkeit zum Bewußtsein gebracht, und jeder Chawer empfand, nach welcher Ri«h-

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