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Zion · 1933-01-01 · 1 (1.1933) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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Nr? 1 Z I Otf Seite 3 will an ihrem freien kTag heraus ans der gewohnten Umgebung, sie will wandern und Sport treiben, über soziale Fragen debattieren, ihren Neigungen — und die sind gewiß nicht religiöser Natur! — — nachgehen. Die Anziehungskraft des Lehrhauses wird durch die des Sportplatzes oder Versammlungslokals ersetzt. Mit anderen Worten: Was sich in der Haskala anbahnte, in der Assimilation fortsetzte, wird in Palastina zu seinem logischen Höhepunkte geführt. Die geistLje Verfassung der Einwanderer und der Jugend verwestlicht in raschem Tempo. So ist es erklärlich,daß ein Sabbathin Tel Awiw,. das mit seiner rein jüd. Bevölkerung am meisten für die jüd. Auffassung charakteristisch ist, sich stark einem europäischen Sonntag anähnelt. ... Wer die Bedingungen im Lande kennt, weiß, daß ein noch so fanatisches Predigen zum Einhalten der alten Traditionsformen aussichtslos ist." Wenn die Verfasserin zum Problem des jüd. Lebensstils Stellung nimmt und betont, daß „der Stil großer Teile des Jischuw ganz anderen inneren Gesetzen folge", so erwarten wir eine Belehrung darüber, welches denn die „inneren" Gesetze seien, nach denen der neue Lebensstil sich auspräge. Das kann doch nur den Sinn haben, daß die Gesetze aus einer dem Judentum wesensgemäßen Notwendigkeit geboren sind. In Widerspruch dazu steht, jedoch die Bemerkung, daß der neue „jüd." Lebensstil an westeuropäischen Vorbildern orientiert ist, wie das im besonderen in der Schilderung des „neuen Sabbats" illustriert wird. Es erübrigt sich, hier über die halach'sche Seite des Problems zu sprechen, da unseren Freunden der traditionelle Sabbat Ii Selbstverständlichkeit bedeutet und für die Anderen, die sich den Gründen der Halacha unzugänglich zeigen, „ein noch so fanatisches Predigen zum Einhalten der alten Traditionsformen aussichtslos ist". Es soll hier nur zum Ausdruck gebracht werden, daß man das Recht verwirkt, alles das jüdisch zu nennen, an dem man die Orientierung an westlichen Vorbildern als besonders charakteristisch empfindet. Nachdem der Zionismus den Kampf gegen die Assimilation zu seiner Aufgabe gemacht hat, wird merkwürdigerweise eine Entwicklung als jüdisch hingestellt, „die sich in der Haskala anbahnte, in der Assimilation fortsetzte, und in Palästina zu seinem logischen Höhepunkt geführt wird." Also bildet dfer jüd. Palästina- Aufbau „den logischen Höhepunkt" der assimilatorischen Entwicklung. Welche Verwirrung! Hätte die Verfasserin auf völlig neue Lebensformen hingewiesen, die gegenwärtig, aus palästinensischem Boden erwachsen, sich neu ge* stalten, so könnte man darüber diskutieren. Aber selber gegen die europäische Assimilation kämpfen, sie zugleich nach Erez Israel übertragen und in ihr den „neuen jüd. Lebensstil" verkünden, abgesehen von aller Unlogik und unhistorischen Denkweise liegt darin die große nicht zu unterschätzende Gefahr, die dem Bestände des Jischuw überhaupt droht. Viel ist darüber diskutiert worden: „Israel wie andere Völker oder nicht wie andere Völker?" Man kann darüber streiten, wenn es sich um theoretische, begriffliche Definitionen handelt. Nicht aber läßt sich um Gefühle streiten. Und es ist schwer, einem Menschen die gemeinschaitsbildende Bedeutung der Halacha klar zu machen, der sich dagegen stemmt. Es ist für jeden mit der jüdischen Gedanken- und Gefühlswelt nur einigermaßen vertrauten Juden eine Stillosigkeit, wenn gerade in Erez Israel der Sabbathzu einem europäischen Sonntag degradiert wird." Es fällt uns schwer, die Parallele zu der Makkabäerzeit zu ziehen. „Die Anziehungskraft des Lehrhauses wird durch die des Sportplatzes oder Versammlungslokales ersetzt". Hier droht ein Neuhellenismus, der sich heute verhängnisvoller auswirken muß als einst, wo das jüd. Volk als große festgefügte Gemeinschaft in Erez Israel saß. Wir bestreiten nicht die Notwendigkeit des Sports für die jüd. Jugend. Aber die Uebersteigerung ist purer Hellenismus. Die Hellenisten errichteten neben dem Tempel ein Gymnasiun, um dadurch ihren Gegensatz zur alten traditionellen Lebensauffassung nach außen hin zu dokumentieren. Es handelte sich ebenfalls um die entscheidende Auseinandersetzung zweier Weltanschauungen und zweier Lebensstile: Sportplatz oder Lehrhaus, „westliche Vorbilder" oder altjüd. Lebensformen. Und Juda Makkabi kämpfte für die traditionelle Lebensform, was gerade zumeist von denen vergessen zu werdei: pflegt, die die Makkabäer für ein neuhellenistisches Judentum in Anspruch nehmen wollen. Der neue „jüd." Lebensstil folgt nicht den „inneren" Gesetzen der jüd. Notwendigkeit. Er ist vielmehr von außen der Entwicklung aufgepfropft, darum für das Judentum ungesund. Europäische Lebensformen wirken an sich im Orient stilwidrig. Europäische Geistes- und Lebenshaltung ist zumeist der orientalischen entgegengesetzt. Zionismus bedeutet in dieser Frage Bruch mit Europa. Denen, die beim Aufbau Erez Israels an eine Neuschöpfung völlig neuer Lebensformen denken, sei gesagt, daß ohne Tradition alles 0

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