Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 55 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6/7 ZIO N Seite 55 aufzunehmen. Der Uebergang zur Kwuzahform verursachte einen Wechsel in dem Menschen- bestand. Viele Chawerim haben den Kibbuz verlassen und sich zu dem Irgun zusammengeschlossen. An ihrer Stelle kamen neue Chawerim aus Gehringshof. Die Kwuzah zählt zur Zeit 25 Chawerim im Kibbuz Rodges und 7 in einer besonderen Kwuzah in Kfar Säba. Die verstreut voneinander liegenden Baracken sollen in ein gemeinsames Lager überführt werden, so diß alle Chawerim geschlossen zusammenwohnen. Ebenso soll ein Speisezimmer gebaut werden. Momentan wird mit der Agency über ihre Beteiligung an der Ueberführung der Baracken und den Bau des Speisezimmers verhandelt. Das Leben in einem gemeinsamen Lager wird uns die Möglichkeit geben, unserer Gemeinschaft die ihr adäquate Form zu geben und sie unseren Wünschen gemäß auszugestalten. Das Lager wird in der Nähe der Siedlung des Irguns sein. Die Kwuzah entwickelt sich wirtschaftlich sehr gut. Der Garten bringt bereits in diesem Jahre gute Einnahmen. Auch unsere Einnahmen aus der Geflügelzucht haben sich merklich vermehrt. Dieser Wirtschaftszweig wird von uns in diesem Jahre ausgebaut, so daß wir die Einnahmen weiter investieren. Für die nächsten Monate is(t vorgesehen: die Erweiterung der Gartenanlage, der Kauf einer Kuh und der Ausbau der Feldwirtschaft. Dazu müssen wir 2 Arbeitstiere kaufen, die zusammen 50—60 Pfund Sterling kosten. Selbstverständlich ist das ein Minimalplan. Hierbei sind wir auf eine ausländische Anleihe angewiesen. Unsere Kwuzah ist wirtschaftlich in manchen Punkten schlechter gestellt als die der Histadruth. Uns fehlt die Anleitung, die die anderen vom „Merkas Chaklai" erhalten. Ebenso die finanzielle und gegenseitige Hilfe, wie sie innerhalb der Histadruth besteht.. Wir rechnen damit, daß bei der nächsten Alijah 15 Chawerim in der Kwuzah Aufnahme finden werden. Eine Gruppe von 10 jungen Menschen aus Italien wird jetzt einige Monate in unserer Kwuzah verleben. Es sind junge religiöse Zionisten, die ihre Ferien in Palästina zubringen und in einer Kwuzah arbeiten wollen. Die Frage des geistigen und kulturellen Lebens liegt bei uns viel schwieriger als bei den Kwuzoth der Arbeiterschaft. Sieht man in der Kwuzah nur die Erfüllung eines sozialen Ideals, so kann man (sofern man sich auf die Kuwzah beschränkt und von dem Ideal eines Sozialismus im ganzen Lande und der ganzen Welt absieht) befriedigt sein. Das ist auch bei der Arbeiterschaft der Histadruth der Fall. Zwar haben wir die Lebensform der Kwuzah gewählt, sahen aber unser Hauptziel darin, ein Leben von Thora wa Awoda zu gestalten, und es ist klar, daß wir uns mit der Tatsache, allein für uns ein Leben der sozialen Gerechtigkeit zu führen, nicht begnügen können. Wir versuchen mit allen Kräften, ein religiöses Sein für unsere Gemeinschaft zu schaffen. Wir verlangen von unseren Chawerim, daß sie sich in die jüdischen Quellen vertiefen und Thora im umfassendsten Sinne lernen. Wir können uns nicht wie die allgemeine Arbeiterschaft damit begnügen, daß unsere Chawerim soweit hebräisch gelernt haben, daß sie imstande sind, zu sprechen oder ein Buch zu lesen. Ein wirklich jüdisch-religiöses Leben ist nur dann möglich, wenn der einzelne genügend Kenntnisse in Thora und Talmud besitzt. Das gemeinsame Lernen muß in unserer Gemeinschaft den gebührenden Platz einnehmen. Der Zustand hat sich hierin letztens gebessert, sowohl bei uns als auch in Gehringshof. Man kann mit Freude die Tatsache registrieren, daß die Lust zum Lernen zunimmt. Auch das Problem der Beteiligung der Chawerah an der Gestaltung des religiösen Lebens in der Kwuzah ist bis jetzt noch mangelhaft gelöst. Zwar findet sie Gefallen daran, am Zustandekommen einer religiösen Atmosphäre mitzuhelfen, aber aktiven Anteil konnte sie bis jetzt daran nicht nehmen. Dieses Problem, spezifisch für die religiöse Kwuzah, sollte im allgemeinen die ganze moderne gesetzestreue Judenheit beschäftigen. Wir können, wenn wir auf unsere Arbeit zurückblicken, manche Erfolge verzeichnen. Erfolge, die auch im politischen Sinne nicht zu unterschätzen sind. Maßgebende, darunter auch offizielle Persönlichkeiten, die uns besuchten, haben auch in wirtschaftlichem Sinne einen gutun Eindruck von unserer Kwuzah gewonnen. Als Hinweis für den Erfolg unserer Tätigkeit genügt es, wenn ich hier anführe, daß die Kwuzah Bne Akiba, die jetzt 8 Mitglieder zählt, erst nachdem wir in diesem Orte waren, in unserer Nähe entstand. Selbstverständlich sind das alles nur Anfänge, die gewiß erfolgreich sein können, wenn das religiöse Judentum sie entsprechend werten und alle seine Kräfte anspornen wird, um unsere Entwicklung zu fördern. Den Führern des Misrachi, Zeire-Misrachi, Esra und des Brith- Hanoar erwächst hier eine große Aufgabe. Die Jugend ist verpflichtet, in die Reihen der Chaluzinr einzutreten, die Alten, sich an der Tarbutharbeit zu beteiligen und für die Hachscharah