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Zion · 1932-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1932) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 51 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6/7 ZION Seit« 51 Die Beziehung des Keren Hajessod zu Scheich Abrek aber ließ von Anfang an zu wünschen übrig. Schon vor mehr als Jahresfrist, als die frühere Exekutive noch im Amte war, wurde gegen die offensichtliche Vernachlässigung bei den Zentral-Instanzen interveniert und einer der geschäftsführenden Direktoren, der die Ungerechtigkeit und die Gefahr erkannte, schloß sich den Vorstellungen an. Als der Kongreß dann ein Minimalbudget für die Siedlung bewilligte, glaubte man in Kreisen des Hapoel Hamisrachi, wenn auch nicht eine Weiterentwicklung, aber doch wenigstens den Bestand von Scheich Abrek gesichert — und erlebte doch wieder die alte Enttäuschung, daß, gerade wenn es sich um die Seßhaftmachung unserer Menschen handelt, keine Möglichkeiten bestehen, Kongreß- und A—C.¬ Beschlüsse durchzuführen. Gewiß die 'Finanzlage des Keren Hajessod zwingt zu schmerzlichen Eingriffen. Den Einschränkungen fällt auch manches zum Opfer, das sich, nur noch kurze Zeit durchgehalten, selbständig weiter entwickeln könnte. Und dennoch — die schwere Schuld der Vernachlässigung der primitivsten Forderungen des religiösen Arbeiters, die Ungerechtigkeit in den Beziehungen zu dem bisher noch völlig landlosen Poel Hamisrachi, hätte gutgemacht werden müssen. Das jetzige Vorgehen der Exekutive läßt elementarstes Gerechtigkeitsgefühl vermissen. Daran ändert keine offizielle Erklärung der Treasury etwas. Geradezu grotesk aber klingt es, daß — wie die Presse des Hapoel Hamisrachi anscheinend unwidersprochen behauptet — zur gleichen Zeit, in der man Scheich Abrek zum Erliegen bringt dem linkssozialistischen Schomer Hazair einen wesentlich jüngeren Siedlungsplan finanziert. Schärfstes Auftreten auf der A.-C- Sitzung zur Wahrung der Rechte unserer Arbeiter ist deshalb geboten, hoffentlich mit Erfolg. Aber dennoch kann man nicht Mittel gutheißen, wie sie in offiziellen Verlautbarungen des Hapoel Hamisrachi proklamiert worden sind. Wenn von dort aus Stimmung dafür gemacht wird, den Keren Hajessod mehr oder weniger zu boykottieren, so muß gegen eine solche Propaganda Einspruch erhoben werden. Der Keren Hajessod ist vorläufig der Zentralpunkt der Jewish Agency und hat eine Fülle von Aufgaben zu erfüllen, an deren Durchführung alle Bestandteile der zionistischen Organisation gleich interessiert sind. Jeder Zionist muß sich für das Gesamtwerk des Palästinaausbaus mitverantwortlich fühlen und es ist nicht zu rechtfertigen, dats in einer Zeit, in der durch die wirtschaftliche Depression die Eingänge der Fonds stark in Mitleidenschaft gezogen werden, eine Propaganda einsetzt, die dazu führt, daß die Fonds weiter zurückgehen und damit die Arbeit in Erez-Israel weiter wird eingeschränkt werden müssen. Aber unverständlich ist, daß diese nur wenige n Wochen vor der Aktions-Comite-Sitzung — die Instanz, bei der die berechtigten Beschwerden des Hapoel Hamisrachi zu vertreten waren — nicht abgewartet, sondern das negative Ergebnis dieser Tagung schon vorweggenommen wurde. Es scheint damit wiederum, daß der Ruf oder der Name des Misrachi bei der Tagung von Aktions-Comite und Jewish Agency leiden muß, darauf braucht man kaum hinzuweisen. Aber unverständlich ist noch ein Weiteres. Der Misrachi ist innerhalb der Exekutive, die verantwortlich ist für die Durchführung der Kongireßbeschlüsse, vertreten "durch eins ihrer prominentesten Mitglieder. Es liegt kein Grund vor zu bezweifeln, daß von dessen Seite aus in den entscheidenden Sitzungen alles geltend gemacht worden ist, was über die Vernachlässigung der Ansprüche des Hapoel Hamisrachi zu sagen ist und daß trotzdem in dieser für unsere Arbeiterschaft so entscheidenden Frage diese Arbeit vergeblich war. Man denke aber an einen früheren Zwischenfall, der noch nicht weit zurückliegt. Damals war der Misrachi überstimmt worden in der Frage des Datums des Kongresses. Einer Frage, die für den Misrachi nicht gerade von überragender Bedeutung war und einer Frage, in der die Ansichten des Misrachi selbst durchaus geteilt waren. Ganze Landsmanschaften des Misrachi waren damals der Ansicht, daß die Entscheidung, mit der die misrachistischen Mitglieder des Aktions-Komitees unzufrieden waren, dennoch richtig war und auch weder die misrachistischen* Mitglieder der Exekutive noch des Aktions-Comites, waren in dieser Frage einer Meinung: Trotzdem wurde beschlossen, die misrachistischen Mitglieder aus der Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency zurückzuziehen und die Herren Raw Berlin und Lazarus Barth mußten ihre Arbeit im Stiche lassen und aus den Exekutiven ausscheiden. Der Fall Scheich Abrek scheint viel klarer zu liegen. Der Misrachi in seiner Gesamtheit erklärt, daß er in einer Frage, die für den Misrachi wesentlich ist, entgegen ergangener Kongreßbeschlüsse, ungerecht behandelt worden ist, daß dem Hapoel Hamisrachi gegenüber Versprechungen nicht erfüllt worden seien und des-

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