Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 74 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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v Seite 74 ZION Nr. 7 sen der Schulden des Merkas um engl. Pf. St. 500 o, d. h. Mk. 100000 ausgewiesen wird, ' ' ' f '!*l (Der Pikant erie ]>alber sei erwähnt, daß auch in dieser Periode wieder ein neues Projekt von?. Merkas propagiert wurde. Zu Raw Meier Berlins 50. Geburtstag sollte wie wir hören, gegen seinen eigenen Wunsch, zu den verschiedenen notleidenden Institutionen noch ein „Bet Meier" gegründet werden). Es kann nicht wunder nehmen, daß von diesen Verhältnissen wiederum niemand innerhalb des Misr rachi das Geringste wußte. Daß Gelder nicht über die Bank geleitet worden waren, konnten unsere Freunde Lazarus Barth und Dr. Wolfsberg bei ihrem Besuche im Lande feststellen, sonst nichts. Und auc}]! den Teilnehmern der W'idah lagen keine Berichte vor. Die Berichterstattung der Herren Berlin und Fischmann bezogen sich auf andere Punkte. Und unser Antrag, vor Eintritt in eine Debatte auch den Finanzbericht zu hören, wurde abgelehnt, wobei seitens der Leitung mitgeteilt wurde, daß (am Sonntag! die W'idah sollte programmgemäß Montag abend schließen) noch nicht alle Mitglieder 'des Merkas diesen Bericht geprüft hätten. In der Finanzkommission, die nun zu einer Sitzung zusammentrat, zeigte sich zunächst ein Schönheitsfehler: die ausführlichen Abrechnungen, Bilanzen und Bericht des Auditors lagen in nur einem Exemplar vor. Erst später zeigte sich ein zweiter Fehler: die Finanzkommision blieb bei der ci.nen! Sitzung, in der die Zahlen verlesen wurden und das Plenum hatte überhaupt keine Zeit, die Finanzberichte zu hören und zudebattieren. Die deutschen und holländischen Delegierten betrachteten in einer Sondersitzung die Unterlagen und Chawer Davidson stellte ein ausführliches Exposd zusammen, das, da die W'idah es nicht gehört hat (der Antrag hierzu wurde von uns immer wieder erneut gestellt), den Mitgliedern des Waad Haroschi zugänglich gemacht worden ist. Es soll ferner hier festgestellt werden, daß Schochtim usw. mit kleinen Beträgen (von ca. 5 engl. Pf. St. monatlich) z. T. Salaire von 2—=3 Jahresbeträgen zu fordern haben!! Bei diesen Zuständen bedeutet es ein ganz außergewöhnliches Zugeständnis, daß die deutschen Delegierten auch noch jetzt ein Sanierungsprogramm vorlegten, das sich in vielen Punkten mit dem voln Wien deckte, allerdings eine scharfe Einschränkung der Ausgaben vorsah und nicht mehr vlie im Sommer 1930 noch erreichbare Anleihe enthielt. Ihr Kernstück war wiederum die Uebernahme von festen Beträgen der Landesorganisation und Garantie dieser Leistungen durch potente Mitglieder. Da aber die größte Landesorganisation glatt ablehnte und die anderen nur ungenügende Summen übernehmen wollten, so war dieser Plan zunächst gescheitert- Jetzt tauchte eine Kandidatur Farbsteins für den Merkas auf 'und die deutsche Delegation erklärte sofort: Wenn Farbstein aliein oder in Gemeinschaft mit dem von uns präsentierten Benno Kohn das Finanzressort übernehme, so würden wir unter Zurückstellung aller Bedenken einem aus diesen beiden Herren und je einem Vertreter des Chinuch und Hapoel Hamisrachi bestehenden Merkas unsere Zustimmung geben. Auch dieser Vorschlag scheiterte an der Ablehnung Farbsteins, der es ablehnte, in den Merkas mit einer Verantwortung für die Finanzen einzutreten. Wir — und mit uns die, Delegierten aus Holland und der Schweiz mußten uns daraufhin aus den ferneren Beratungen zurückziehen, und es wurde nun,--der alte Merkas wieder gewählt mit unbedeutenden Aenderungen — Titel, nämlich Raw Berlin ist nicht mehr Mitglied, sondern Präsident des Merkas Raw Fischmann wird Leiter eines beim Merkas zu gründenden Amtes für kulturelle und Presse- Angelegenheiten (ohne Sitz im Merkas?) und gleichzeitig Vorsitzender des Waad Haroschi. Raw Teitelbaum, der auch bisher in Amerika gearbeitet hat, wird, ohne Mitglied des Merkas zu sein, geschäftsführender Leiter des Keren, Erez-Israel. Sirkis ist ein Sitz als Schatzmeister angeboten worden. Eine Zusage von ihm lag bei Schluß der W'idah noch nicht vor. Sicherungen .für das Budget werden nicht geschaffen. Wie weit Farbstein, der, nachdem er einen Eintritt in den Merkas abgelehnt hatte, in die Zionistische Executive eingetreten war, seine Zusage, bei der Schuldenregelung mitzuwirken, noch einhalten kann, muß abgewartet werden. Das bewährte System ist beibehalten worden. * Noch zwei Worte zum Thema Politik. 1). Vor den Kongreßwahlen war ein Programm des Merkas erschienen und den Landesorganisationen in vielen Exemplaren zugegangen. In ihm hatte der „Historiker des Misrachi" (so wurde Fischmanin auf der W'idah immer genannt) einleitend feststellen wollen, das Programm des Misrachi sei das alte, nämlich „die Schaffung eines Judenstaaates .. Wann das einmal programmatisch beschlossen worden war, war nicht angegeben. Immerhin: Fischmann beantragte auf der Tagung eine dahingehende Programm-Aenderung, blieb aber ziemlich isoliert. Als die Revisionisten einen ähnlichen Antrag in den Kongreß brachten, wurde beschlossen, daß die Fraktion dagegen stimme.