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Zion · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. Seite 72

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 72 (sequence 10)
Language
German
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geitr n ZION Nr.? Ueber Technikum und Universität nur einige Worte. Bei aller Anerkennung des Wertes von Dr. Biranis Plan, betr. die Einrichtung verschiedener Abteilungen für den technischen Unterricht im Einklaiig mit deil Bedürfnissen des Landes konnte die Mehrheit der Kommission nicht auf i'iw Resolution1 ve'rziclit.ctl, . iii der. die Wahrung des Charakters dieser Anstalt als Hochschule ausgesprochen wird. Hinsichtlich des Minderheitsvotums Franke1, das den. Geist des Verzichts auf nationale Ideale seitens der Leiüiiig der Universität ntißbiiügl und von der Executive fordert, auf der Wacht des nationalen. Geistes in der Leitung der Universität zu sein — dieser Antrag faüd Aiinaiinie — so hatte ich mit Ussischkin gewünscht (vielleicht aus durchaus nicht gleichen Motiven),-daß der Kongreß darüber zur Tagesordnung übergegangen wäre; Weit über den Kreis von chauvinistischen Menschen hinaus besieht mit führenden Männern der Leitung der Universität erristd MciriurigsversejnVdenheit über grundlegende politische und ideologische Fragen. Aber doch besteht die Gefahr, daß, wie Katznelson und Arlosoroff ausführten, hier ein Ein-!;rilf in die Freiheit der Lehre und der Ix'Ueizeuguug \ fliegen oder doch als drohend gedeutet werden kann. Eine Politisierung der Lehrstühle ist rieht' möglich. Das schließt nicht aus. daß die ver- . itwortlichen zionistischen Führer im Kuratorium der Universität das ihre tun können, um grundsätzlich eine Diskussion zu führen, und einen Weg zu bahnen, der Entgleisungen verhütet. III. Weizmann; Dieser ernsteste aller Kongreße - ernst, weil er unter schwierigsten Bedingungen stattfand - sah an vielem sachlich Bedeutsamen vorbei und erkannte seine Hauptaufgabe darin, die Wiederkehr Dr. Weizmanns als Präsidenten zu verhindern. Wenn das Gelingen dieses Yoihabens ein Erlolg ist. s,> war der Kongreß erfolgreich. Aber ich fürchte, daß es der ärgste aller Pyrrhussiege war. Dr. Weizmann hatte resigniert, uns eine Antwort auf das Weißbuch vom Oktober njjo zu geben, und war ernstlich entschlossen, das Ann! nicht wieder anzunehmen. Auch die .Mehrzahl seiner Freunde hielt es für angebracht, daß er eine gewisse Zeit aus der Leitung scheide. Dafür sprach sehr vieles, insbesondere gesehen vom lnte;e se des Präsidenten, aus (weniger der Organisation): die schöpferische Pause mußte in höchstem Grade erwünscht erscheinen. Auch der Mandatainia. ht. gegenüber wäie die Geste wirkungsvoll gewesen. Auch auf dein Kongreß hat Weizmann nicht kandidiert. Den Eindruck, den seine Gegner halten, er werde dennoch dem Wunsch einer Mein he il enlbpi ecken und wiederkehren, beruht vielleicht auf eirier psychölögischeri Erwägung, daß angesichts der besonders gefährdeten Situation das Verantwortungsgefühl für unsere Sache Weizmann bcw'egcil könnte, erneut das Opfer zu bringen. Ihn diese Eventualität nicht zum Factum werden zu lasseih wurden aile Kräfte angespannt, die einen Sturz des Führers nlit Sicherheil herbeiführen mußten: Mehr als um ihres Inhalts willen wurden Endziclresoiutiohen allzu lange in der politischen Si.bkomniission erdacht und konstruiert urfd als dann Warmmgsrufe von Erez-Israel anlangten, wo mau von den Forma.ierungen Schlimmes befürchtete,, da nahm man eine relativ unschuldige an, die. aber in Verbindung nlit dem umschriebenen Mißtrauensvotum lür Dr. Weizmann das ihre tat. Auch; wenn ich Dr. Wei/.in.uin nicht als einen .Staatsmann und jüdischen Führer von seltenen Grudeii bewunderte; würde ich meinen, daß seine großen Leistungen für den Zionismus und für den Aulbau unseres Landes gerade auf dem Koiigrcß und jetzt einen uneingeschränkten Dank und eine vorbehaltlose Anerkennung Erheischen. Wir haben uns leider als eine undankbare Nation erwiesen und ein Geschenk der Vorsehung an uns nicht gebührend gefhvürdigt. Dr. Weizmann mag eine Reihe Fehler liaben — uhd uiller ihnen ist bestimmt auch sein kühles Verhältnis zur jüdischen Tradition zu rechnen (vielleicht ist auch der Misrachi hieran nicht ohne Schuld) - und in der Behandlung von Menschen oft es an Geduld haben fehlen lassen: das alles verkleinert nicht die historische Bedeutung st hier Gestalt. Der seil August gegen seine Stellungnahme zu den Endzielen entbrannte Kampf ging völlig au Weizmanns heißen Bemühungen vorbei, unser um mancher Seite bedrohtes Werk zu sichern und durch vorsichtige Formeln aus der Zone der Gefahr herauszunehmen, dabei aber - und das wird n.<eist übersehen — gleichzeitig die Fortführung des Aulbaus zu gewährleisten und durch seinen Empoistieg große Ziele für die Zukunft z i sichern, dL' durch großspurige Festlegungen ihn o.i-ch würden. Die-ein Wan dienten seine Reden, die hin und wieder Mängel gehabt haben mögen - Spuren .gigantischen Ringens um die Vereinbarkeit großer Erwartungen mit kluger Se.b>lbeh. rischung und Riicksu hinähme , auch seine beiden großen Darlegungen vor dem Kongreß, die als Ganzes bede.ilend und von staatsmanuisehcr Einsicht gel ragen waren. Nach seinem Stur/ bekannte sich die neue Leitung zu einem Programm der Arbeit, daß den Wcizmannschen Grundsätzen der Po ilik recht ähnlich sieht. Das haben auch andere bemerkt, und deshalb braucht darüber nichts mehr gesagt zu werden. Wenn aus diesen Zeilen dem Manne, der um

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