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Zion · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 71 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 7 Z 1 0 N Seite 71 (... da es sich ja doch nur um eine kleine Gruppe handele...). Diese zweite Begründung macht so ziemlich alles schiecht, was die erste gut machen sollte. Dennoch verkenne ich nicht das sehr weitgehende Entgegenkommen, das manche uns hier zeigten. Sicherlich wollte man uns durch Großzügigkeit an die Partei fesseln. Tatsächlich wurde aber der Wert dieser Konzession fast völlig durch Gegenaktionen vernichtet. Man gestand uns nicht einmal einen Stellvertreter in der politischen Kommission zu, obgkich ich! dort schon auf mehreren Kongressen Erfahrungen sammeln konnte. Man war bei allen Rednern sehr streng in der Genehmigung der von ihm in der Generaldebatte geplanten Ausführungen und ließ dem Vertreter unserer Richtung nur 10 Minuten übrig. Man raubte uns schließlich innerhalb der. Fraktion das Recht, an politischen Abstimmungen uns zu beteiligen mit der Motivierung, wir dürften, da wir nicht an den Fraktionszwang gebunden seien, die Mehrhcitsbildung nicht mitbestimmen. Auch in die Erziehungskommission ließ man mich nur zögernd als Stellvertreter hinein, wo ich dann allerdings durch die frühe Abreise von Dr. Rabin und Rabbi Amiel aufrückte. — Führer all dieser gegen uns gerichteten Maßnahmen war Raw Fischmann. Soll ich zusammenfassen, so muß ich sagen: der Misrachi war politisch kein dezidierender Faktor, er war in Abhängigkeit von Gruppen, die sich in der Endzielfrage besonders mutig hervortaten und im Sturze Weizmanns eine vordringliche Aufgabe sahen. Die ganze Kadenz der matter werdenden politischen Resolutionen macht er mit. Da keine bedeutende Kundgebung vom Misrachi ausging, blieb auch das Echo aus. Wir Misrachisten aus Deutschland und der Schweiz konnten keinen Einfluß in der politischen Kommission und im Permanenzausschuß üben (wo L. Barth nur Stellvertreter war). Aber in den Abstimmungen nach Wtizmanns Beantwortung der Arlosorolfschen Interpellation za dem Interview des Präsidenten und bei dL-n Resolutionen der politischen Subkommission kam unsere selbständige Haltung zum Ausdruck. IL Aus der Erziehungskommission. Meine Mitarbeit in dieser Kommission war zeitlich begrenzt durch verspäteten Eintritt, durch die mir übertragene Aufgabe, die Subkommission für das Technikum in Haifa zu leiten und durch meine verfrühte Abreise. Die Arbeiten dieser Kommission ziiAneten sich dadurch aus,-daß sie wohl durchweg in hebräischer Sprache geführt wurden. Raw Ostrowski war ihr ein sympathischer Vorsitzender. — Der an den größeren Zusammenhängen der Kulturarbeit interessierte Delegierte, der auch in Erziehungsfragen, an entscheidenden pädagogischen Problemen, mitwirken 'möchte* kommt naturgemäß nie bei diesen Kommissionsberatungen auf seine Kosten. Aber man muß zugeben, daß, politisch gesehen, die dort erörterten Fragen von großer Bedeutung waren, und daß der Misrachi mit gutem Grund sich dagegen wehrte, die vorgeschlagenen Aenderungen In der Chukah zu schlucken. Ein Vergleich der vom Leiter des Erziehungsdepartements vorgeschlagenen Aenderungen (die nicht veröffentlicht sind) mit! dem auf dem Züricher Kongreß angenommenen Statut zeigt den Abbau der Autonomie unserer Schulen. Der Einfluß des Misrachi wäre verringert, die Zusammensetzung der Schulkomitees verschöbe sich zu seinen Ungunsten, ein Vetorecht bei der Anstellung von Lehrern bliebe erhalten, aber ein positiver Einfluß bei der Beratung ginge verloren, auch der Einfluß der Lehrerschaft im "p-nn ijn würde sehr vermindert werden. Deshalb ist es zu begrüßen, daß der Executive aufgegeben wurde, mit den» Waad Leumi erneut das bestehende Statut zu prüfen, und etwaige Aenderungen erst nach Bestätigung durch das A. C. vorzunehmen. Schon seit Jahren erörtert man die Frage, ob es an der Zeit sei, das Erziehungswerk dem organisierten Jischuw zu übergeben. Aus budgetären Gründen, und weil wirklich die Erziehungsarbeit die Seele des Zionismus ist, bestand bei nicht wenigen eine Abneigung dagegen, allzu schnell diese Arbeit aus der Kompetenz der Zionistischen .Organisation herauszunehmen. Besonders die Lehrerschaft, dieses Mal aber auch die Mehrzahl der misrachistischen Mitglieder der Kommission waren« gegen eine überstürzte Aenderung, nicht zuletzt weil die bniw> no« noch nicht gefestigt genug ist; vor allem hat die Regierung noch nicht bestätigt. So iist der Mehrheilsantrag der Kommission (der im Kongreß Annahme fand), die endgültige Regelung gemeinsamer Führung der Chinucharbeit durch Jewish Ageney und hniv* no33 vom iS. Kongreß vollziehen zu lassen, weil bis dahin die Festigung des organisierten Jischuw realisiert sein wird, durchaas anzuerkennen. Uebergangsmaßnahmen sind vorgesehen, und beachtenswert ist auch die Warnung vor Aufsplitterung durch Uebergabe der einen oder anderen Schule an lokale Institutionen. Tragisch ist, wie auch bei anderen Posten, vielleicht aber beim Chinuch besonders die durch die finanzielle Lage bedingte Einschränkung des Erziehungsetats. Es ist nicht nötig hier auszumalen^ welche Konsequenzen die Reduktion für den Lehrbetrieb, für die Lage der Lehrer und Schüler habenj muß. ,

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