Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 5-6 (5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 60 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3133276-3139326-3139330--0507-3140172- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 60 Z I 0 N Nr. 5/6 berg, Rabb. Dr. Hoffmann. Frankfurt, Lazarus Barth, Dr. Silberstein sein sollen. Um io Uhr abends wird die Tagung geschlossen. Resolutionen des Deiegiertentages Forderungen des deutschen M i s r a c h i an die Weltkonferenz. 1. Das Hauptarbeitsgebiet des Misrachi und seines Merkas hat auf religiösem und geistigem Gebiet zu liegen. Die Beeinilußung des palästinensischen Jischuw, des Zionistenkongresses und der zionistischen Bewegung nach dieser Richtung muß in den Vordergrund treten gegenüber der Beschäftigung mit allgemeiner zionistischer Politik. Ein Grundübel der gegenwärtigen zionistischen Arbeit ist die Ueberbewertung der politischen Frage. Es ist Aufgabe des Misrachi demgegenüber dem Primat der kulturellen Arbeit und praktischen Aufbauarbeit, vor allem durch seine eigene Einstellung und Tätigkeit, wieder zum Siege zu verhelfen. 2. In der Golah ist eine starke religiös-nationale Propaganda durchzuführen mit dem Ziel, direkte Leistungen für Erez-Israel hervorzurufen. Geistige Beeinflußung der Golah nach dieser Richtung ist von Erez-Israel aus zu unternehmen. Die Landsmannschaften haben in den Mittel- Eunkt ihrer Arbeiten diese Aufgaben zu stellen. >ie Führer der Landesorganisationen müssen das Uebergewicht der direkten Erez-Israel-Arbeit über Landes- und Kehillah-Politik anerkennen und die Arbeiten danach einrichten. 3. Die praktischen und ideologischen Bestrebungen des Hapoel Hamisrachi werden als wesentlicher Faktor zur Durchdringung des Palästinaautbaues mit dem Geiste der Thora anerkannt. Die Weltorganisation und der Merkas haben der Brith Olamith schel Zeire-, Hechaluz wehapoel Hamisrachi in der Durchführung ihrer Aufgaben jede mögliche Förderung angedeihen zu lassen. Der misrachistischen Jugendbewegung an den Misrachischulen sollen keine Hindernisse in den Weg gelegt werden. 4. Die Weltorganisation verzichtet auf den Grundsatz des Fraktionszwanges in allen, religiöse Fragen nicht direkt betreffenden, Angelegenheiten. Insbesondere soll Fraktionszwang in Fragen zionistischer Politik nicht angewandt werden. 5. Die Sanierung der Finanzen des Misrachi wird als die dringlichste Aufgabe der Stunde angesehen. Die Sanierung hai: der neu in Angriff zu nehmenden Arbeit voranzugehen. Die Weidah Olamith hat die Voraussetzungen dafür zu schaf- . fen, daß eine Schuldentilgung durchgeführt wer-, den kann. Sämtliche Landsmannschaften müssen durch persönliche Verpflichtungen ihrer Führer die benötigten Gelder aufbringen und im Falle des Versagens, diese Gelder persönlich zu decken, sich an der Tilgung der alten Verbindlichkeiten beteiligen. 6. Die Neuaüfstellung des Budgets hat nach den Prinzipien äußerster Sparsamkeit und Einschränkung zu erfolgen. Verwaltungsspesen und Gehälter' sind auf ein absolutes Minimum herabzusetzen. Für die auf die einzelnen Landsmannschaften zu verteilenden Budgetanteile sind persönliche Verpflichtungen wie in Absatz 5 beizubringen. 7. Die Beteiligung der Landsmannschaften an sämtlichen Gremien der Weltorganisation richtet sich neben der in der Chukah vorgesehenen. Mafizahlung auch nach dem Einhalten ihrer sonstigen finanziellen Verpflichtungen dem aufgestellten Budget gegenüber. Die Länder dürien nur denjenigen Prozentsatz der ihnen auf Grund der Maßzahlung zustehenden Delegierten schicken, den sie von den ihnen im Budget zugeteilten Leistungen entrichtet haben. Dieser Grundsatz soll in der Chukah festgelegt werden. 8. Der deutsche Delegiertentag des Misrachi fordert, daß der gemäß § 14 u. 31 der Statuten neu zu wählende Merkas aus neuen Männern gewählt werden soll. Der Merkas soli wie folgt zusammengesetzt sein: 1. Eine in der zionistischen und jüdischen Welt besonderes Vertrauen und unbestrittenes Ansehen genießende Persönlichkeit, die die repräsentative Persönlichkeit des Merkas sein soll, 2. Ein Repräsentant des Jischuw, der sein Vertrauen genießt und auf Grund seiner bisherigen Tätigkeit befähigt ist, die politische Arbeit in Erez-Israel zu leiten. 3. Ein Vertreter des Hapoel Hamisrachi. 4. Ein Vertreter des misrachistischen Schulwerkes. 5. Ein Leiterdes Organisations-Departements, der auf Grund seiner Erfahrungen auf organisatorischen Gebiet befähigt ist, den Misrachi als leistungsfähige Organisation aufzubauen und gleichzeitig das Gisbaruth zu verwalten. Falls eine geeignete Persönlichkeit zur Verwaltung dieser zwei Ressorts nicht gefunden wird, soll das Gisbaruth in die Hände eines von der Organisation unabhängigen Fachmannes gelegt werden. Von diesem Merkas sollen, wenn irgendmöglich, nicht mehr als drei Mitglieder bezahlte Kräfte sein. Rahmenresolution zu den Forderungen des deutschen Misrachi an die * Weltkonferenz. Der Delegation des deutschen Misrachi zur Weidah Olamith wird aufgegeben, die in den heutigen Resolutionen niedergelegten Beschlüsse zur Annahme zu bringen. Die Punkte 5 bis 8 sind ultimativ in dem Sinne, daß ihre Ablehnung den Austritt der deutschen Landesorganisation des Misrachi au der Weltorganisation des Misrachi bedeuten würde. Am Gartenzaun. Von Dr. E. M. Zweig, Jerusalem. Um mein Haus in Talpioth liegt natürlich ein Garten, wie um das Haus eines jeden rechtschaffenen Juden in Erez-Israel. Hinterm Haus der Fruchtgarten, zur Mehrung der Produktivität des Landes, und vorn das Ziergärtlein. um sein Teil zur Schönheit Jerusalems beizutragen. Arbeit gibts da und dort die Fülle. Heut kommt der Ziergarten dran! Allerlei Nachbarn. An Zuschauern fehlt es mir nicht. Fast jeder Talpiothe, der draußen vorbeiwandelt, fühlt sich bemüßigt, ein wenig zu verweilen und dies Partikel