Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 5-6 (5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 57 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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ftr. 5/6 210N gleite 57 eine kleine abgesprengte. Gruppe gewesen und ist groß geworden. Solite es sich .wirklich erweisen, daß es keine Möglichkeit für eine starke selbständige religiöse Gruppe im Zionismus gibt, dann müßten wir auch den Mut finden, allgemeine ZiouTsfeli. zu sein und in diesem Rahmen für unsere misrach.st.schen Zie^ .kämpfen,,. < . - vj.11 b e v sJ; e i.n-. Berlin, stimmt Leil>owitz vtc/il. zOv> daß hian nicht weiter versuchen solle, f?jch in der Weltorganisaton durchzusetzen. Einen letzten energischen Versuch müsse man noch machen. Rabin betone so stark Verdienste und Fähigkeiten von Raw Berlin. Gerade er hätte mit seiner starken Persönlichkeit die Dinge nicht so weit kommen lassen dürfen. Das ist seine große Schuld, Silberstein verurteile, daß der Merkas und :auch Farbstein ihre politischen Anschauungen .mit Religiösen Argumenten durchzusetzen versuchen- Die Landeszentrale lege deshalb so großen Wert darauf, daß das Hauptarbeitsgebiet des Misrachi auf das religiöse Gebier verlegt wird. Es muß eine ehrliche Politik gemacht: werden. Wenn wir die Dinge so weiter gehen lassen und dabei bleiben, werden wir die Schuld mit zu tragen haben. Die Delegation zur Weltkonferen* muß eine gebundene .Marschroute haben. Wenn aber der Merkas einen anderen Sanierungsvorschlag zu machen haben wird, als wir, von dem man sich aber etwas versprechen kann, ist es selbstverständlich, daß unsere Vertreter diesen nicht von vorneherein ablehnen, denn Austritt ist für uns kein Programmpunkt, sondern Sanierung. Politisch vertrete ich eine ganz andere Auffassung als ^litf Majorität des Zentralbüros. Ich lehne revisionistische Gedankengänge nicht ab, wenn, ich mich auch mit revisionistischer Methode und Argumentation keineswegs identifiziere. Auch bei der politischen Einstellung des Merkas und der Majorität des Weltmisrachi geht es mir ähnlich. Die Methoden und die Verquickung des Politischen mit dem Religiösen lehne ich ebenfalls ab. Es ist schade, daß wir zwei Jahre mit unserer Opposition gegen den Weltmisrachi gewartet haben. Wir haben schon viel Zeit verloren, jetzt muß gehandelt werden. R.-A. Erich Michaelis, Hamburg: Wir müssen nochmals den Versuch machen, unsere Forderungen auf der Weltkonferenz durchzusetzen, gelingt es nicht, müssen wir uns eine eigene Organisation schaffen. Eine verschleierte Opposition ist kein gangbarer Weg. Wie aus Adlers Referat allen klar ersichtlich, müssen wesentliche Aenderungen auf den Gebieten von Finanzen. Organisation und Propaganda eintreten. Das bedeutet doch an und für sich schon einen ganz neuen Aufbau der Organisation. Daß die bisherigen Führer in Erez- Israel absolut gescheitert sind, "beweisen die Wahlen zur Assefath Haniwcharim, wo man keinen von ihnen gewählt hat. Auch im Lande sind gute Ansätze vorhanden, auf denen wir praktische gute Arbeit werden machen können, so der Kibbuz Rodges und ähnliches. Was uns den Austritt besonders schwer machen würde, ist, daß es Menschen gibt, die zwischen den beiden Auffassungen stehen, die also sachlich zu uns gehören und das auch empfinden, die sich aber zii einem so -entscheidenden Schritt nicht entschließen werden. Trotzdem wird uns bei Ablehnung unserer Forderungen nur der Austritt übrigbleiben. Benno Kohn, Frankfurt: Es ist die Voraussetzung bei allen von uns, daß der Austritt nur als allerletztes Mittel.. in Frage kommen kann. . Mit einer bloßen Sanierung der Finanzen ist aber nichts getan. Das Erziehungssystem muß starke Mängel haben, wenn; es möglich ist, daß die Schideritlas,-. senen in rjpn. Brith- Trympelrior und den Nqär Haoweri eintreten, tn den Beziehungen zur Arbeiterschaft hat der Merkas und die Weltorganisation ebenfalls versagt. Das mangelnde Einwirken auf die Wählerschaft des Jischuw ist ein Zeichen des fehlenden Vertrauens. Voraussetzung für unser Verbleiben in der Organisation muß sein: Sanierung der Finanzen, Besetzung des Merkas mit rieu'eri Menschen; vvobei. doch df feil steht, ob riieht Raw Berlin doch mit übernommen" Werdeil könnte, und die Aufhebung des Fraktionszwanges in politischen Fragen. Wir wissen noch nicht, was wir erreichen können, wenn wir eine neue Organisation schaffen,- aber jedenfalls sollte allen klar sein, daß der jetzige* Zustand unerträglich ist. . .Dr: Arnold Barth: Die Konsequenz Lei-: bowitz', daß wir allgemeine Zionisten werden' können, ist absolut abzulehnen. Seine dahingehenden Ausführungen können auch nur als eine Daas Tochid angesehen werden. (Allgemeine Zustimmung;) Rabins Ausweg kann nicht als loyale Opposition gewertet werden: Unsere Bewegung muß mit kurzen Zeitspannen rechnen, das Endziel katin niart in weiter Ferne sehen, aber die praktische Arbeit muß schnell und mit größter Energie gemacht werden. Mit Passivität ist nichts getan. Mit dem Negativen unserer Kritik und Opposition muß Schluß gemacht werden, wir müssen wieder zu positiver Arbeit kommen. Von den dauernden Auseinandersetzungen im „Ziori" wird nichts herauskommen. t Wir müssen eine neue Organisation aufbauen, Menschen, die unsere Auffassung von Wesen und Wirken des Misrachi teilen, werden sich um uris gruppieren, die anderen werden bei Farbstein und der alten Organisation bleiben. Unsere Kräfte sind nicht so schwach, wie das manchen erscheint, denn in vielen Ländern, gibt es Menschen, die zu uns stehen. Wenn wir den Kampf so weifce"rführeil, wie. Rabin das wünscht, dann stehen wir rtodh nach Jahren auf demselben Punkt wie: heute. Diskussionen haben wir mit den heute führenden Männern genug gehabt. Bei uns kann eine Gruppe, die auf dem Standpunkt von Thora und Awoda steht, neben anderen Gruppen, die anders denken* mitarbeiten. Farhstein ist; doch ein guter Kaufmann und weiß, daß unser jetziger Metkas des Misrachi an der finanziellen Katastrophe der Organisation schuldig ist," er stützt sie nur deshalb, weil sie politisch einen gemeinsamen Weg gehen. Mit einer Organisation, in der das möglich ist), kann man keine praktische Aibeit leisten. Edmund L e w y, Berlin, schlägt vor, wenn unsere Forderungen abgelehnt werden sollten, einen neuen Delegiertentag einzuberufen, an dem auch die nichtdeutschen oppositionellen Gruppen teilnehmen sollen, um zu der geschaffenen Situation Stellung zu nehmen und eine Regelung zu treffen. Einen definitiven Beschluß soll man nicht vor der Weltkonferenz fassen. Dr. Wolfsberg: Die Beschlüsse des September-Delegiertentages waren gerecht. Damals konnte man noch keinen Austrittsbeschluß fassen. Heute kann und muß man sich entscheiden. Wir müssen auf der Weltkonferenz alles vorbringen, was wir zu sagen h.ibc.i, * besrelr-n noch Chancen, daß man dort etwas erreicht. Selbstredend dürfen