Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 5-6 (5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 56 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite b§ Z I O N Nr. 5/fl ,','Vön Erez-Israel — zum Kongreß" in dieser Zion- Nummer). Der. Grundgedanke seiner Ausführungen kann kurz dahingehend zusammengefaßt werderi, daß gute Ansätze zur, Durchdringung des palästinensischen Lebens mit dem'. Gleist,- deri wir zur Auswirkung hrirrgen wölleri, fast auf allen Gebieten vorhanden sind, es äbefr eirier gründlichen Umformung der misfachistischen Arbeit und Organisation bedürfe, wenn wir etwas schaffen wollen, das der Größe der misrachistischen Idee adäquat sein soll. Alexander Adler referierte über die Verhältnisse im Misrachi, inj besonderen Uber das Verhältnis des deutschen Misrachi zur Weltorganisation und über die Vorschläge, die die Landeszentrale dem Delegiertentag vorlegte als Forderungen des deutschen Misrachi an die Weltkonferenz. Referent gab einen Ueberblick über die Bemühungen unserer Landsmannschaft und ihrer Freunde auf den Weltkonferenzen und Tagungen des Waad Haroschi in den letzten sechs Jahren, eine Reorganisation, die sich keineswegs nur auf das wirtschaftliche Gebiet: erstrecken sollte, herbeizuführen. Die Landeszentrale sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß unsere Bemühungen vollkommen fruchtlös seien, es kann jetzt nur ein Entweder-Oder geben, wenn wir nicht die ganze Verantwortung für alles, was drüben geschieht, mittragen wollen.- Es ist e"iri ungewöhnliches und radikales Mittel, das wir vorschlagen.- Auch die Ländeszentrale ist sich der großen' Verantwortung, die sie und wir alle tragen, bewußt, wir schrecken alle zurück vor der drohenden Spaltung im Misrachi, aber wir, die wir die Dinge von innen heraus kennen und seit so langer Zeit beobachten, sehen keinen anderen Weg als den des Austritts aus der Weltorganisation des Misrachi, wenn unsere gerechten Forderungen nicht anerkannt werden. Dr. R a b i n, Breslau, wendet sich nicht gegen die von der Landeszentrale gemachten Forderungen, sondern gegen ihre Verknüpfung mit einem Ultimatum und mit der Austrittsdrohung. Eine Besserung der Verhältnisse sei nur schrittweise möglich. Er verstehe die kolossale Depression und Verbitterung nicht, die die Herren von der Landeszentrale nach der Wiener Waad-Haroschi-Sitzung befallen habe. Wir haben nur eine Pflicht, und die sei, eine Sanierung von innen heraus durchzusetzen. Auch in Holland und in der Schweiz wird man nicht mit uns gehen, wenn wir unsere hundertprozentig gerechten Forderungen, über deren Gerechtigkeit kein weiteres Wort: zu verlieren ist, mit der Konsequenz des Austritts belegen. In den personellen Fragen ist Rabin nicht ganz einig mit der Landeszentrale. Von Raw Fischmann muß man annehmen, daß er ein gewisses Maß von Schuld in organisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht, auch an der Zerrüttung der ideellen Grundlagen unserer Arbeit trage. Raw Berlin habe aber doch große Verdienste, er habe den Misrachi zu einem- Faktor in der zionistischen Welt gemacht. Alles wird doch letzten Endes eine Frage von Personen sein. Bisher haben sich unsere Menschen, die man hätte nehmen können, stets versagt. Man muß auch jetzt Namen nennen, damit man prüfen kann, ob diese Persönlichkeiten die Situation retten können. Adlcv sprach davon, daß der Merkas dem Poel Hamisrachi die Mitarbeit versagt hat. Man kann doch nicht für Sünden ewig weiter strafen. Jetzt ist das doch anders geworden. Heute weiß die ganze Bewegung, daß man plm.e oder gegen die Jugend nicht arbeiten kann. Mit religiösen Forderungen allein kann man nicht das erreichen, was wir wollen. Man mußte auf dem Kongreß mit dent Misrachi rechnen und deshalb konnten wir unser Schuhverk aufbauen. Die Forderungen der Sanierung unterstütze er vollkommen, aber die Delegation zur Weltkonferenz dürfe nicht mit gebundener Marschroute gehen. Der Fortbestand der Weltorganisation müsse uns über allen anderen Forderungen stehen. Bei Nichtakzeptierung unserer Forderungen müsse die Opposition in s: hwerster Form weitergehen, jegliche pekuniäre Mittel für den Merkas und seine Institutionen sollten wir verweigern. Falls unsere Forderungen nicht angenommen werden, sollte man versuchen, zu erreichen, daß sie nicht endgültig abgelehnt, sondern einer Kommission zur Behandlung gegeben werden, die nach der Konferenz tagen solle. Lazarus Barth, Berlin: Der Vorschlag Rabins, in der Organisation zu bleiben und die Mittel zu versagen, ist inkonsequent undilloyal. Keine Organisation, die etwas auf sich gäbe, würde sich das auf die Dauer gefallen lassen. Dem Poel Hamisrachi und .der Jugend würde noch heute die Einflußnahme verweigert, denn sie habe keinen Sitz im Aktionskomitee. Ein Beispiel, wie bei uns Politik gemacht wird, ist .die seinerzeitige Stellung zu der Kandidatur Van Vrieslands zur Exekutive. Man war schon bereit, Konzessionen zu machen, um Eolitische Vorteile einzuhandeln, obwohl es sich ei unserem Widerstand gegen Vrieslands Kandidatur um eine rein religiöse Frage höchster Bedeutung handelte. Mit diesen Methoden muß gebrochen werden, auf der Weltkonferenz muß es ganz deutlich werden, daß eine neue Sidra beim Misrachi beginnt. Ich habe den angefangenen Bau der Synagoge in Afuleh gesehen, für den das Geld aus Amerika gekommen war, aber es wurde zu anderen Zwecken ausgegeben und das Gebäude steht unvollendet und verdirbt. Wir werden viel weniger mit der zionistischen Exekutive zu kämpfen haben und werden mehr bei ihr erreichen, wenn ein deutlich erkennbares neues Kapitel angefangen hat. In Erez-Israel denkt man über die führenden Männer des Merkas hundertprozentig wie wir. Man lehnt sie ab. Eine Führung nicht wieder wählen, ist keine Schande für sie, es wäre eine parlamentarische Niederlage, wie sie jeder erleben kann, wie man sie ja auch Dr. Weizmann beibringen kann. Wir brauchen Männer, die überall Vertrauen genießen und auf allen Gebieten. Wir brauchen ein Abbauprogramm, das sich auf das Notwendigste beschränkt, um Geld frei zu bekommen für Schuldentilgung. Das sind unsere Forderungen, wir müssen uns ganz klar werden über die Konsequenzen bei ihrer Ablehnung. Dr. Leibowitz, Köln: Dr. Rabin hat von den verschiedenen seelischen Einstellungen zum Misrachi gesprochen. Er hat Recht bei dieser Präzisierung. Heute besteht keine Misrachi - B e w e - g u n g, denn hierzu gehört eine bewußt entfaltete Aktivität. Dr. Wolfsberg lobte die großen Inhalte des Misrachi-Schulwerkes, ob diese aber auch in erzieherische Werte umgesetzt werden, davon hat er nichts gesagt. Ob die aus den Schulen Entlassenen bei uns bleiben, das ist die entscheidende Frage. Was wir wollen und was die Mehrheit im Weltmisrachi will, ist etwas Grundverschiedene5. Wenn wir uns trennen sollten, müßten wir klein anfangen, aber auch der Happel Hazair ist einmal