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Zion · 1931-05-01 · 5-6 (5.1931) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
5-6 (5.1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 51 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 5/6 ZION Seite 51 3. Wenn auch hiermit nocjh nicht der Sieg des Zionismus revisionistischer Prägung erreicht sein sollte, dann entfache man einen Kampf, der nicht auf den Boden Palästinas beschränkt zu sein braucht usw. Es ist sehr schwer in diesem Wahnsinn Methode festzustellen. Der Großmanasche Artikel steht nicht etwa vereinzelt und jetzt unmittelbar vor dem Kongreß kommen auch andere, wie zum Beispiel Dr. v. Weisl, mit ähnlichen Po'.itikastereien heraus, die auf einen ähnlichen Ton gestimmt sind. Es ist nicht zu fürchten, daß eine neue Exekutive von solchen Gedankengängen beherrscht sein wird; aber es muß doch gesagt werden, wenn auch nur ein irgendwie beachtlicher Teil des Kongresses Delegierte enthält, die sich zu einem „Programm" bekennen, wie es Großmann, Weisl 11. a. hier tatsächlich drucken lassen, so wird damit dem Zionismus ein ungeheurer Schlag versetzt werden. Keiner der Freunde, die der Zionismus in England oder in Kreisen des Völkerbundes hat, ist bereit uns die Hand zu reichen, wenn er befürchten muß, damit eine Bewegung zu unterstützen, deren Ziele ihm in der „Neuen Welt" und im „Haam" enthüllt werden. Nur ein Wort sei noch hinzugesetzt, weil Dr. Weisl über die Mehrheitsverhältnisse auf dem Kongreß spricht und schreibt: „Die Revisionisten können zusammen mit dem Misrachi und der Hälfte der amerikanischen Fraktion die Majorität haben." Der Revisionismus wird für dieses Programm, den Misrachi natürlich nicht auf seiner Seite haben, und zwar nicht etwa nur die als „deutsch" verschrienen Teile der Organisation, sondern auch die anderen nicht. Der Zionismus basiert nicht auf Macht und seine Mittel sind nicht die Gewalt. Herzl, auf den sich die Revisionisten immer berufen, hat dies, klar und deutlich ausgesprochen. Der Zionismus verdankt seinen Erfolg der Tatsache, daß die Völker der Welt die furchtbare Größe unseres Lösungsversuches verstanden haben, so müssen wir in unserer Propaganda der Arbeit fortfahren. Der Fehler, den England bei der Entsendung Hope-Simpsons gemacht hat, ist charakteristisch. Der Zionismus ist nicht der großartige Versuch der Heimfindung des heimatlosen Volkes, sondern ein landwirtschaftliches Experiment in Palästina. Der MacDonald-Brief hat theoretisch anerkannt, daß die Uebernahme des Mandats eine Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Volke und nicht nur gegenüber der Bevölkerung Palästinas darstellt. Aber aus dieser theoretischen Anerkennung müssen die Folgen gezogen werden. Auch innerhalb des Zionismus in den Kreisen um den Brith Schalom ist man bereit, unser Ziel zu minimal isieren. Auch dort verzichtete man gern auf Massensiedlung, um im Innern Palästinas einen Naturschutzpark zu errichten für einzelne jüdische Individuen, die man dem Lebenskampf entzieht, um sie auf einer Scholle anzusiedeln, wo sie in Höchstleistungen als Sehenswürdigkeit gezeigt werden können. Aber so wenig wie man den Zionismus als eine palästinensische Angelegenheit, losgelöst vom Schicksal des jüdischen Volkes betrachten kann, so wenig kann man den Zionismus und Palästina auch loslösen von der Umgebung, in die wir unser Nationalheim hineinbauen. Eine Einigung mit den Arabern ist außerordentlich erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht, wenn man den Kreis der Araber beschränkt auf diejenigen, die in Palästina leben. Unser Gemeinwesen muß beispielgebend wirken; die Völker, die im Orient wurzeln, müssen erkennen, was es für ihr Schicksal bedeutet, daß wir dort mit Arbeitsmethoden und Ideologien auftreten, die konstruktiv sind und nicht nur für unser Volk. Welche Leitung dieses Programm durchführt ist nicht das Wesentlichste. Dr. Weizmann hat mehrmals und unzweideutig erklärt, daß er nicht kandidieren würde. Nach der Behandlung, die ihm dauernd im Colonial Office zuteil geworden ist, kann er auch unmöglich die aus Protest gegen das Weißbuch ausgesprochene Demission zurücknehmen. Das Wesentlichste ist, daß der Kongreß mit einer Vereinigung derjenigen Kreise im Zionismus auseinandergeht, die entschlossen sind, die. Rechte zu verteidigen, die zu fordern wir auf Grund unserer Geschichte und unserer Leistungen befugt sind, die kämpfen wollen gegen jede Einschränkung unsere» Rechtes für eine ungehinderte Einwanderung und Arbeit im Lande, für konstruktive Arbeit gegen Phrase. Die besonderen misrachistischen Fragen sind für die Entwicklung des Zionismus schon lange nicht mehr besondere misrachistische, sondern vitale Fragen der gesamten Bewegung geworden. Wir haben immer mit Nachdruck die Notwendigkeit betont, daß die nationale Bewegung auf ihrer nationalen Kultur und Tradition aufgebaut werden muß. So lange der Aufbau in den Händen von Menschen lag, die, wenn sie auch selbst sich von der Tradition entfernt hatten, sie doch von innen heraus kennen und erfühlen gelernt hatten, solange sie das hatten, was der Talmud wmprn 83"U nennt, solange war für die Außenstehenden die Notwendigkeit unserer Forderung vielleicht noch nicht deutlich erkennbar. Heute, da ein neues Geschlecht schon im Lande heranwächst, das die alten Arbeiten fortsetzen soll, sieht auch der Fernstehende, daß die bisherige Form der Erziehung in den sogenannten „allgemeinen" Schulen und auch in denen der Arbeiterschaft versagt. Gewiß haben wir drüben Mitarbeiter bekommen, die aus der Galuth ins

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