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Zion · 1931-05-01 · 5-6 (5.1931) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
5-6 (5.1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 49 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5/6 Z I 0 N Seite 49 stischer Aufbautätigkeit gesungen, und der Beherrscher des Kolonialamtes, aus dem Kreise der ..Fabier" hervorgegangen, hatte sich frei von aller Schablone, kühnen Ideen zugänglich, einen Namen über die Grenzen von Partei und Vaterland hinaus gemacht. Und doch — registrieren wir die Haltung der Palästina-Politik in den zwei Jahren ihrer neuen Phase: Nach den Unruhen, für deren Verhinderung die Verwaltung keine Vorsichtsmaßregeln getroffen hatte, eine starke Proklamation des High Commissioner, die dann eingeschränkt und durch keine Taten begleitet; wird, Entsendung einer Kommission, die als Charakteristikum der Unruhen ..einen mutwilligen Angriff von Arabern gegen Juden" feststellt, für den keine Entschuldigung in vorherbegangenen Taten von Juden gefunden werden kann. Trotzdem außerdem die demagogische Rolle des Mufti und der Extremisten in der arabischen Exekutive den Mitgliedern der Kommission verdächtig erscheint, trotzdem eine schwarze Liste von prominenten Führern, die deren Verbindung mit. Moskau klarstellt, im Besitz de:- englischen Verwaltung ist (die jüdische Zeitung, die sie veröffentlicht, wird suspendiert), trotzdem also Charakter, ilintergünde und Drahtzieher der Ueberfälle klar sind, macht sich die Kommission an eine Untersuchung der tieferen Ursachen der Unruhen und tindet sie in einer Verschlechterung der Lage des Fellachen. Erklärungen im Parlament und in Genf, daß an der Politik des jüdischen Xationalheims festgehalten wird. Episode: Gewährung von 3200 Zertifikate, durch die Verwaltung. Rücknahme derselben durch die Regierung, die einerseits in Abrede stellt, daß hierbei politische Gründe mitgesprochen haben, andererseits die wirtschaftlichen Verhältnisse, die die Verwaltung geprüft hatte, nicht überprüft. Entsendung eines landwirtschaftlichen Sachverständigen nach Palästina, der für dies Land und seine Bevölkerung, ohne Rücksicht "il das Gesamtjüdische Problem und ohne die Nachbarländer in seine Untersuchung eihzubeziehen, ein Gutachten abgibt, gleichzeitig damit Veröffentliehung eines Weißbuches, in dem festgestellt wird, luli das Land zu klein ist. um größere Immigration ■ fzunehnien, daß eine ..Landentwicklung" zunächst!ir die ,.landlosen Araber", deren Zahl phantastisch hoch angenommen wird. Raum schaffen müsse, ehe! i- Juden neuer Boden in Betracht komme, daß ||is Prinzip jüdischer Arbeit in jüdischen Siedlungen zu verurteilen sei und daß die zionistische Kolonisationsarbeit dem Land im ganzen keinen Nutzen gebracht habe. In Genf Verurteilung der Tatenlosigkeit englischer Palästina-Verwaltung. Verhandlungen mit der Jewish Agency, Erlaß des Briefes des Prime Ministers an Weizmann ,in dem (siehe oben) die Fortsetzung der jüdischen Immigration zugesagt wird, die Verpflichtung zur Landhergabe an „landlose" Araber abgelehnt und nur auf die (wenigen) von ihren Böden verdrängten Siedler beschränkt wird, das Prinzip jüdischer Arbeit in jüdischen Siedlungen und der Wert der zionistischen Kolonisationstätigkeit für das Land anerkannt und festgehalten wird, daß bei der Landentwicklung Juden und Araber zu berücksichtigen sind. Als die Diskussion über den „Landentwicklungsplan" beginnt und die Jewish Agency ihre Entwürfe vorlegen will, weigert sich die Regierung diese zu diskutieren und verlangt Zustimmung zur Einsetzung einer Kommission, bestehend aus Engländern, Juden und Arabern, die dann erst über einen Plan zu beschließen haben soll. Garantien für Berücksichtigung unserer Forderungen werden abgelehnt. In der Feststellung dieser Verhältnisse und ihrer Bewertung sind die verschiedenen Gruppen innerhalb der zionistischen Organisation fast ausnahmslos einig. F a s t, denn wenigstens eine Ausnahme gibt es: die Kreise um den Brith Schalom. „Ich habe den Bericht von Hope-Simpson nicht für so schlecht gehalten und bin über den MacDonald- Brief nicht erfreut" war ein noch friedliches Urteil" eines der führenden Brith-Schalom-Männcr, das ich vor kurzem in Erez-Israel hörte und ein anderer Vertreter dieser ja zahlenmäßig sehr geringen Gruppe klagte: „Mit solchen Siegen (gemeint; war der Brief des Prime Ministers) ruinieren Sie uns hier alles". Kein Araber will mehr mit uns reden. Es wäre nicht notwendig auf die Einstellung' der Brith Schalom hier einzugehen, der, wie es scheint, zum Kongreß gar keine Liste aufstellt. Es muß aber geschehen, weil Ansichten, wie die dort gehörten, bei einzelnen Vertretern auch der „Allgemeinen" und „Linken" wiederkehren. Es wird bei allen Geschehnissen hypnotisiert darauf hingestarrt, was „die" Araber darüber denken, wie die Wirkungen dort sind, statt die Dinge vom. Gesichtspunkt unseres eigenen Problems und dem unserer nationalen Heimstätte zu sehen. Daß bei all dieser Einstellung die Männer des Brith Schalom auch noch nicht einen der prominenten Araber zu einem offenen Bekenntnis zugunsten eines noch so „schalomistisch" konstruierten jüdischen Xationalheims gewonnen haben, gibt der Sache noch eine besondere Note. Sonst sind die zionistischen Parteien in der Bewertung der Lage ziemlich einmütig; in der Therapie gehen sie auseinander. Allerdings ist; eines der Charakteristika dieses Kongresses, daß die Einstellung der Parteien in sich selbst nicht einhüllig ist. Bei den „Allgemeinen", die noch auf keinem der ersten Kongresse ein bestimmte^ Programm hatten, sind schlechtweg

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