Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 4 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 41 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 2 1 ON Seite 41 Neue Industrien sind entstanden, auch auf diesem Gebiete ein Auf und Ab in den abgelaufenen Jahren. Aber Rutenberg, der damals in Tel-Aviv eine elektrische Station hatte, versorgt jetzt auch schon Haifa und sendet seinen Strom über Land. Mavromatis versorgt Jerusalem. Neben dem Einfluß des Jarmuk in den Jordan steht das Stauwerk, mit dem Rutenberg die Wasserkräfte für die Elektrifizierung des ganzen Landes ausnützen wird. Wird dies durchgeführt sein, und trotz eines stattgehabten Wassereinbruchs dürfte die Eröffnung im nächsten Jahre erfolgen, so wird die Industrie billiger arbeiten können. Wird der Hafen in Haifa fertig sein, dessen Bau schon gut fortgeschritten ist, werden die Oelleitungen nach Haifa geführt werden, für die das Abkommen bereits unter Dach ist; wird die Fabriksanlage am Toten Meer, die ihr Rohmaterial bereits gewonnen und in großen Halden aufschichtet, arbeiten, so wird das Land dank der Initiative der Juden, die nicht nur ihr Kapital, sondern ihre Arbeitskraft und ihre Energie nach Erez-Israel hineintragen, weiter wachsen müssen. Es ist nicht die Aufgabe dieser Zeilen, die wirtschaftliche Lage des Landes darzustellen und Prognosen für die zukünftige Entwicklung auf diesem Gebiete zu geben. Und doch stehen diese Zeilen, die von unseren Fortschritten sprechen, da aus dem beglückenden Gefühl heraus, das sich auslöst, wenn man mit etwas Bangnis das Land betreten hat, um zu sehen: ist nicht etwa die Arbeit, an die man aus seinem jüdischen Herzen heraus, aus der Sorge um Bestand und Entwicklung jüdischer Dinge sein Herz gehängt hat, vertan? Hatten wir wirklich das Recht, dem jüdischen Volke, das aus so vielen Wunden blutete, Jahr um Jahr wieder zu sagen: nehmt Eure Pfennige aus Euren Taschen und schickt sie dorthin, wo sie wirken können? Das Beglückende ist nicht nur, daß, wie es auch an anderen Stellen geschehen ist, mit diesem Gelde Gutes geschaffen worden ist (das haben auch Wohlfahrtsinstitutionen fertiggebracht), sondern, daß man Lebendiges gezeugt hat. Daß auf dem Boden Erez-Israels das organisch wächst, was man gepflanzt hat und Früchte trägt, wie der Weinstock und der Orangenbaum. Und wenn wir an jüdischen Siedlungen vorbeigefahren sind, sahen wir, daß wir '■ hrmeister und Erzieher auch für die anderen geworden sind, die das nachahmen, was wir schaffen. Durch die Gleichartigkeit der Interessen muß sich allmählich, trotz'aller politischen Verhetzung derer, die im Trüben fischen, und das nationale Mäntelrhen zur Verdeckung ihrer selbstsüchtigen Interessen benützen, eine Interessengemeinschaft derer schaffen, die den Boden des Landes bewohnen. Was kann von der Gaiuth aus geschehen? Für den Einzelnen gibt es natürlich nur das Gebot, nicht müde zu werden, auch in widrigen Zeiten zu bedenken, was wir für Verpflichtungen damit auf uns genommen haben, daß wir Erez-Israel schufen, daß wir unsere Jugend in dieses Land hineinwandern und die Sümpfe in Fruchtland verwandeln ließen. Hat die Bildung der erweiterten Jewish Agency viele in den Glauben versetzt, nunmehr sei die Sorge für die materielle Erhaltung auf andere Kreise übergegangen, so sind wir in gräßlich kurzer Zeit von dieser Hoffnung geheilt worden. Nur aus dem den Zionisten anerzogenen Verantwortungsgefühl für dieses Land, in dem wir die Zukunft des jüdischen Volkes sehen, heraus sind die Mittel zu schaffen, die uns das Werk erweitern und fortführen lassen. Die Diskussionen um den Bericht Hope-Simpsoas haben gezeigt, daß die weitere Ausdehnung des Werkes nur gesichert ist, wenn es uns gelingt, die Intensivierung des Bodenbaues durchzuführen. Ein Plan, der neue Mittel, .ieue Energien erfordert, eine neue Anspannung der angespannten Kräfte, und der doch so verzweifelt notwendig ist, weil ein neues Menschenmaterial bereitsteht, das produktiv arbeiten kann nur im f jenen Lande. Und was kann und muß die Leitung der Organisation tun? Es gibt heute eine Kampfstellung weiter Kreise der Organisation gegen diese Leitung. Wer bis vor einigen Tagen noch dieser Leitung angehört hat, dem steht es nicht gut an, zu einer Kritik, soweit sie Kritik der Personen betrifft, Stellung zu nehmen. Aber sachlich darf auch er sich dazu äußern, welche Autgaben die politische Leitung dieser Körperschaft hat. Wir haben das Mandat übernommen, das Land so zu entwickeln, daß eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Erez-Israel entsteht (unter der selbstverständlichen Bedingung, daß nicht die Rechte und die Lage der übrigen Bevölkerung durch unsere Arbeit Schaden leiden). Wir haben wirtschaftlich und kulturell alle Anstrengungen zu machen, um die Möglichkeit zu schaffen, unsere Menschen und das Land für dieses Ziel vorzubereiten. Die Aufgabe der politischen Leitung ist, alle Sicherungen für dasjenige zu schaffen, was unsere wirtschaftliche und kulturelle Arbeit erreichen kann. Von diesem Standpunkt aus muß energisch jeder Versuch bekämpft werden, unsere Arbeit einzuengen, die dahin gehen muß, daß der azionistische und gewiß der antizionistische Geist der Verwaltung verschwindet und die Regierung zum Bewußtsein ihrer Pflicht gegenüber den Mandatsbestimmungen gebracht werde. In dieser Beziehung darf der Kampf um unsere lebenswichtigen Interessen nicht zum Stillschweigen kommen, nwnK «S p>s lyoS Unser Anspruch auf Böden und Bodenkauf, auf das Recht der jüdischen