Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 4 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 35 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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tfr. HZ f 0 Jf *atfc,3& gegen die Machtposftioh deb polnischen Misrachiführers geführt werden soll, darüber gehen die Meinungen im Lager der Opposition heute noch auseinander. Nicht nur bei uns, sondern auch bei den' Landsmannschaften Hollands und der Schweiz, die ja gemeinsam mit uns die Kerntruppe der Opposition bilden. Mit diesen Fragen soll sich nun der zu Anfang Mai einberufene deutsche Dek-giertentag auseinandersetzen. Von "ernsthaftester und beachtlichster Seite im deutschen Misrachi wird für den Fall, dal.'» die kommende Weltkonferenz für Re!ormvorsch!äge durchgreifender Natur nicht zugänglich sein sollte, der Austritt aus der Misrachiorganisation und die Gründung eines neuen Misrachi ins Auge gefaßt. Andere gehen noch weiter und verlangen Austritt aus der Partei noch vor der Weltkonferenz. Diese Freunde glauben es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren zu können, in einer Partei zu bleiben, für deren Arbeitsweise sie die Verantwortung nicht mittragen können und wollen. Sie sehen keine Möglichkeit, durchgreifende Aenderungen herbeizuführen und wollen daher die Verantwortung für die Führung der Geschäfte auch jetzt schon nicht mehr mittragen, was sie als Angehörige der Partei doch tun würden. Sie halten sich auch für verpflichtet, den Versuch zu machen, die Idee des Misrachi in ihrer Reinheit in einer neu zu gründenden Partei zur Ausführung zu bringen. Andere unserer Freunds, geführt von altbewährten Männern, die in der Opposition gegen Inhalt und Methode der heutigen Arbeit des Weltmisrachi nicht minder dezidiert denken, halten den Gedanken des Austritts in jeder Form für verfehlt. Ich will in diesem Aufsatz zu der Frage, ob ein Austritt richtig oder falsch ist. nicht Stellung nehmen. Das eine ist mir klar. Ein Austritt ist nur dann möglich, wenn weitgehende Einigkeit in den Landsmannschaften in dieser Frage besteht. Das scheint aber weder in Deutschland, noch in Holland, noch in der Schweiz in genügendem Maße der Fall zu sein. Wir müssen unsere Opposition so fundieren, daß sie sowohl ihrem Ziel (was bereits der Fall ist) als auch ihrem Wege nach (was noch nicht genügend feststeht) die Billigung eines sehr großen Teiles unserer Freunde findet. Aufgabe des Delegierteritages muß es daher sein, die unbedingt notwendige Einheitsfront der Opposition herzustellen, um ihr die nötige Durchschlagskraft zu sichern. Erfreulicherweise hat der kürzlich stattgehabte Delegiertentag des holländischen Misrachi 'diese Situation richtig erkannt. Man hat es dort verstanden, eine Einheitsfront herzustellen. Gelingt es auch bei uns, eine-Einheit aller deutschen Misrachisteh ~~' von' R'abln und Grimberg bis zw demr r Zoire Misrachi— herzustellen, so kann die Oppo-: sition als geschlossenes Ganzes den Kampf beginnen.. Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, ich glaube an den Erfolg unserer Opposition. Nicht auf der jetzt kommenden Weidah-Olamith,. Diese wird in herkömmlicher Weise, d. h. vollkommen ergebnislos verlaufen. Trotzdem wird auch hier unsere konsequent durchgeführte Opposition nicht ohne Eindruck bleiben. Auf dem Kongreß kann dies zur Auswirkung kommen. Dort kann es uns gelingen, eine kleine aber wertvolle Gruppe um uns zu scharen, die sich. vondem heutigen Kurs in unserer Fraktion endgültig abwendet und nach Ablehnung des Fraktionszwanges in nichtreligiösen Furagen ihre Anschauung zur Kenntnis des Kongresses bringt. Wenn einmal auf der Kongreßtribüne ein misrachistischer Redner erscheint, der keine politische Taktikrede hält, sondern, wie es eigentlich selbstverständlich ist, eine misrachistische Recte, in der er aufzeigt, wie Erez-Israel als jüdisches Land aufzubauen ist, in dem auch das Judentum wieder zu neuem Leben erwacht, so wird er das Ohr des gesamten Kongresses finden. Es sei hier nur daran erinnert, welche Wirkung das Kulturreferat von Dr. Wolfsberg auf dem letzten Kongreß gehabt hat. Unsere, wenn auch kleine Gruppe, deren eigenes Gepräge man in der zionistischen Allgemeinheit kennt und schätzt, wird bis weit in die Kreise der anderen Zionisten Unterstützung finden. Eis dürfte uns dann auch gelingen, einen Sitz im Aktionskomitee zu erhalten, um dort durch unser unabhängiges Auftreten weitere Sympathien zu werben. Damit dürfte der erste Schritt getan sein. Man soll nicht glauben, daß man über Nacht und auf den ersten Hieb die Dinge grundlegend ändern könnte. Es bedarf unsererseits unendlich mühseliger Arbeit, vor allem Arbeit der Aufklärung. Man bedenke doch, wieviel Jahre es gedauert hat, bis auch wir die Notwendigkeit offener und rücksichtsloser Opposition erkannt und begonnen haben, unsere Erkenntnis in die Tat umzusetzen. Man kann nicht verlangen, daß wir schon auf diesem Kon^ greß, auf dem wir zum ersten Male als misrachistische Oppositionsgruppc auftreten, schon einen iIuk hschlagcnuen Erfolg erzielen können. Auch diese Sache braucht Zeit, um sich durchzusetzen. Vor allem aber müssen wir danach streben, Leistungen für Erez-Israel aufzuweisen. Wahrlich bei den heutigen schwierigen Zeiten eine nicht leichte Aufgabe. Es bedarf, unendlicher Mühe, Arbeit und -Aufopferung, um solche Beträge zu schaffen, die in Erez-Israel sichtbare Früchte tragen können. Haben wir aber solche Erfolge erst aufgewiesen, wird in > nicht; allzuferner Zukunft unser