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Zion · 1931-04-01 · 4 (4.1931) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
4 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 34 (sequence 4)
Language
German
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Seite 34 XION fir. 4 Arbeit schädlich auswirkt, unser Ansehen untergräbt, unsere Wirkungsmöglichkeit beschneidet, die Arbeitsfreude lähmt, das Unsere einst lebendig wirkende Organisation zu einem toten Mechanismus gemacht hat. Dieses System muß fallen, das ist unsere absolut feststehende Forderung» Es ist gleichgültig, auf welchem Wege wir dieses Ziel unserer Opposition erreichen. Kann der Delegiertentag vom 3. Mai uns einen besseren Weg zeigen, als der vom 28. September, dann werden wir diesen besseren Weg akzeptieren. Kann er es aber nicht, werden wir mit aller Entschlossenheit die Resolutionen ausführen müssen, die wir «damals angenommen .haben. Möge der Delegiertentag getragen sein von dem Ernst der Verantwortung, die heute auf uns liegt, möge er den Auftakt geben zu einer Periode segensreichen Wirkens für die Misrachiidee und zu ihrer Verwirklichung beitragen. Oppositionelle Einheitsfront tut not. Von Edmund L e w y, Berlin. Wer die verschiedenen Artikel im „Zion" über Stellungnahme zum Merkas des Misrachi liest, muß eines sagen: Die Opposition marschiert. Und das ist außerordentlich erfreulich. Ich gehöre ja zu denen, die seit vielen Jahren unsere Freunde aufzurufen suchten, gegen die unwürdigen, die ganze Bewegung schädigenden Methoden unserer Führerschaft in aller Oeffentlichkeit Stellung zu nehmen und ihr schärfsten Kampf anzusagen. Noch vor nichf allzulanger Zeit stießen wir dabei selbst bei unseren besten Misrachisten auf nur geringes Verständnis. Heute ist's schon anders. Jeder Brief, der uns aus Palästina erreicht, jeder Mensch, der aus dem heiligen Lande kommt, schildert uns, wie sehr das Ansehen des Misrachi infolge der Mängel, die die Misrachiarbeit auf allen Gebieten aufweist, gelitten hat und von Woche zu Woche weiter herabsinkt. Trotz bester Leistung des Misrachi-Schulwerkes. trotz wertvoller Arbeit unserer Poalim, trotzdem die besten und wertvollsten Persönlichkeiten sich zu den unsrigen zählen, hat die „Wirksamkeit" unseres Merkas den Misrachi im Lande völlig diskreditiert. Wie sollte dies auch anders sein? Um nur ein Beispiel «u nennen: Es kann nicht Wunder nehmen, daß der Misrachi bei den letzten: Wahlen zur Assefath Haniwcharim trotz des Zusammengehens mit unseren Poalim es nur auf ganze fünf Abgeordnete bringen konnte. In dem kleinen Lande hat es sich herumgesprochen, daß die spezifisch misrachistischen Leistungen der Partei in Erez-Israel so gut wie Null sind, daß zwar viel angefangen, aber nichts vollendet wurde, daß die' Arbeitsmethode des Merkas der Bluff ist, daß die Wege, auf denen man Augenblickserfolge erreicht, weit entfernt sind von denen, die eine an der Torah Sich orientierende Partei gehen dürfte. Mit einer so arbeitenden Führung schreitet man von Wahl zu Wahl, von Niederlage zu Niederläge. Schon bei den letzten Kongreßwahlen war es deutlich geworden, daß die palästinensische Wählerschaft dem Misrachi die Gefolgschaft versagte. Die Wahlen zur Assefath Haniwcharim sind eine Bestätigung dieser bedauerlichen Tatsache geworden. Daß' ■ kein 'Mitglied des Merkas die Möglichkeit hatte, zu diesen Wahlen zu kandidieren, daß auch, die markantesten Persönlichkeiten des Merkas zu den kommenden Kongreßwahlen sich nicht in Erez- Israel aufstellen lassen, sondern sich auf der Weltlisle oder von auswärts ihre Mandate holen, spricht! auch eine recht deutliche Sprache, zu der ein Kommentar überflüssig sein dürfte. Dabei versichern gute Kenner des Landes immer wieder* daß die Misrachi -Idee im Lande durchaus größte Zugkraft besitze und der Misrachi unter würdiger Führung einen großen Anhang haben könnte. Wenn dem so ist, so wird man fragen, wie ist es möglich, daß sich ein derartiger Merkas so lange hat halten können, ja, daß er auf jeder Weidah wiedergewählt wird? Die Beantwortung dieser Frage führt uns zu dem traurigsten Kapitel der uns so bedrückenden Verhältnisse in der Partei. Wieder weiß es ein jeder. Die polnische Landsmannschaft, die bei weitem größte im Misrachi und daher die ausschlaggebende, wird von ihrem Präsidenten Farbstein unumschränkt und autokratisch beherrscht. Er übt seine Macht in einer derartigen Weise aus, daß niemand gegen ihn aufzukommen vermag. Und Farbstein deckt den alten Merkas. Das ist leicht verständlich, denn der Merkas selbst ist machtlos und daher abhängig von ihm.- Bei einem solchen Merkas kann er seine Machtpolitik ohne Störung betreiben und um diese Machtpolitik geht es ihm einzig und allein. Nicht mehr steht die Werbung für misrachisiische Ideale im Vordergrund, sondern die Durchsetzung gewisser politischer Forderungen Farbsteinscher Färbung. Warum mußten denn auf der letzten A.-C.- Sitzung die misrachistischen Mitglieder der Exekutive aus dieser zurückgezogen werden? Waren etwa legitime misrachistische Belange gefährdet? Keineswegs. Machtfragen, Taktik, Sejmmethoden — „und wie es sich christelt, so misrachistelt es sich". Wo die Opposition, wenn sie die Bereinigung der misrachistischen Atmosphäre durchsetzen will, ihre Arbeit ansetzen muß, ist uns allen klar. Nur um das „Wie" geht heute der Streit. Nicht etwa ob, sondern w i e dieser so schwierige Kampf

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