Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 4 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HERAUSGEGEBEN VOM ZENTRALBÜRO DES DEUTSCHEN M1SRACHI. BERLIN N 24 MONRM OU PLATZ 10 REDAKTION: ALEXANDER ADLEK, BERLIN. BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL• ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSCEBER ODER DURCH DIB POST Nr. 4. Berlin, April 1931. Ijar 5691 III. Jahrgang Delegiertentag des deutschen Misrachi. Am 3. Mai findet in Berlin ein Misrachi- Delegiertentag statt, auf dem die misrachistische Liste für die Wahlen zum XVII. Zionistenkongreß aufgestellt werden soll. Ferner sollen die Delegierten des deutschen Misrachi für die acht Tage vor dem Kongreß zusammentretende Weltkonferenz des Misrachi gewählt werden. Es ist selbstverständlich, daß bei dieser Gelegenheit unsere Stellungnahme zu den gegenwärtig im Vordergrund des Interesses stehenden zionistischen und misrachistischen Fragen eingehend besprochen und die Aufstellung der Kandidaten nach der in unseren Reihen vorherrschenden politischen und innermisrachisfischen Meinung vorgenommen werden wird. Zur Klärung der öffentlichen Meinung haben wir im- Märzheft, sowie in der hiermit vorgelegten Aprilnummer des „Zion" nochmals eine Anzahl führender Misrachisten zu Worte kommen lassen. Diese Artikel werden eine gute Grundlage darstellen, 11m die auf dem Delegiertentag zu behandelnden Fragen in den Gruppen zu diskutieren und den Delegierten Richtlinien für ihr Verhalten auf der Tagung mitzugeben. Selbstredend werden die Delegierten, da es gebundene Mandate zu keinen zionistischen Konferenzen gibt, noch die Möglichkeit haben, sich ihre Meinung auf der Tagung nach dem, dort vorgetragenen Material zu bilden. Aber es wird trotzdem wertvoll sein, daß man hört, wie die Stimmung den zu erörternden Problemen gegenüber in den Orten ist, denn so schwerwiegende Beschlüsse, wie wir sie jetzt zu fassen haben, müssen sich auch stützen können auf die öffentliche Meinung. Die Probleme, die bei Aufstellung der Kongreßliste zu behandeln sein werden, sind andere als diejenigen, die vor der Wahl zur Weltkonferenz diskutiert werden müssen. Aber doch gibt es zwischen den beiden Problemkreisen Berührungspunkte und Schnittflächen. Wenn wir darüber verhandeln werden, ob unsere Kongreßdelegierten gezwungen sein sollen, sich in politischen Fragen auf dem Kongreß dem Fraktionszwang unterzuordnen, ob jeder Misrachist in einer das Misrachiprinzip nicht berührenden Frage zu stimmen hat, wie die Mehrheit der Fraktion dies beschließt, oder ob er seinem politischen Gewissen zu folgen 'bfcrechltigt sein soll, dann wird natürlich auch, gleichzeitig die Frage im Hintergrund stehen, ist nicht die Einstellung des Weltmisrachi zu Fragen der Politik eine dem eigentlichen Charakter unserer Bewegung widersprechende, hat nicht der Misrachi die Grundfrage seiner zionistischen Einstellung verkannt, wenn er von seinen Kohgreßdelegierten Disziplin verlangt in einer Frage, deren Entscheidung nicht auf religiösem Gebiet liegt? Und auf der anderen Seite, wenn wir von der Neubesetzung der Leitung des Misrachi sprechen, müssen wir dann nicht auch die Tatsache mit berücksichtigen, daß es diesem Merkas nicht gelungen ist, eine Partei zu schaffen, die, auch wenn sie eine einheitliche Linie in politischen Fragen nicht einnimmt, nichts von ihrer Stoßkjraft verliert, wenn sie nur einheitlich vorgeht, wo es sich um ihre eigensten, das heißt um kulturelle und religiöse Dinge handelt? . Es soll auch noch einmal klar und deutlich ausgedrückt werden: Es ist kein Kampf um Personen, den wir im Misrachi führen, sondern gegen ein System, das sich auf allen Gebieten der-