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Zion · 1932-09-01 · Heft 9 (September 1932) · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 9 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
Seite 83 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 9 Z I 0 N Seite 85 und ohne Möglichkeit des Eigenlebens wären. Man setzt sich dann nicht dem Vorwurf aus, daß man eine Ideologie ausarbeitet, die dem momentanen politischen Bedürfnis diente, sondern man stellt die Forderung hinein in die ganze schon im Urbeginn des Judentums festgelegte Richtung, in der sich unser Weg von Anfang an zu bewegen hatte und auch bewegt hat. Man fundiert sie darauf, daß wir von dem Augenblick an, in dem wir unseren engen Raum hatten, keine Eroberungskriege mehr führen durften und in der Zeit, ui der wir kein Land hatten, auch für unsere Religion keine Proselyten machen durften, man kann legitim gegen den Judenhaß in den Ländern auftreten, wenn man sich bewußt ist, daß unsere Verfassungs-Urkunde an uns die Forderung -un n« nanxi stellte. Aber man muß an diese Aufgabe zuerst einmal so herantreten. Nicht das ist die Aufgabe einer solchen Diskussionsrede, diese Fundierung hier in extenso zu geben; sie kann in diesem Zusammenhang nur angedeutet werden, einmal als ein Signal nach Außen, dann aber auch als eine Mahnung nach Innen, immer wieder zu lernen, daß unser Zionismus reich und lebensvoll nur sein kann, wenn er in seinem ganzen Bau eine in sich geschlossene Einheit darstellt, eine Einheit, die sich aufbaut auf der Ganzheit und Ungebrochenheit unseres Judentums. Notizen An die Eltern des Misrachl. Ueber die Erziehung im Brith Hanoar und den anderen zionistischen Bünden. Am 9. Sept., sind eine Reihe von Chawerim des Kadimah — 12—17jährige — in den Brith Hanoar gegangen und haben im Westen Berlins einen Zug gegründet. Die Gründe, die sie veranlaßten, aus dem zionistischen Jugendbund Kadimah in den Brith Hanoar zu gehen und die alle Eltern, deren Kinder sich in Bünden wie Kadimah, Brith Haolim, J.P.D. u. a. befinden, oder deren Kinder noch in keinem Bunde sind, sehr angehen, werden in folgendem von dem — aulch aus dem Kadimah gekommenen Führer des neuen Zupes ausgeführt. So sehr sich Eltern.. die Wert auf religiöse Erziehung ihrer Kinder legen, bemühen, ihnen die Erfüllung der Mizwoth beizubringen, sie zum Leben nach der Thorah zu erziehen, so sehr werden diese Kinder in der zionistischen Jugendbewegung von all dem abgebracht, ja dazu eine feindliche Stellung einzunehmen gezwungen. Auf Fahrt fehlt es an Kaschruth. Da die meisten Jungen, nicht religiös sind,, lejjen sie beim Kochen darauf keinen Wert; das Geschirr von zu Hause ist trefe: der Schabbath wird entweiht, indem gekocht wird, gespielt wird und gearbeitet wird. Die Kinder sprechen auf Heimabenden nicht über religiöse Themen (di.e Führer kennen sie nicht) am Schabbath wird nicht gelernt, Raschi ist unbekannt. Gibt es einzelne religiöse Führer, so ist ihnen die Möglichkeit, religiös zu erziehen, genommen, da ia alles, was die lunaen sehen (am Schabbath z. B.) das Entgegengesetzte von dem ist, was der Führer ihnen sagt. Vor allem aber fehlt die religiöse Athmosphäre. — Auf Fahrt unterscheidet sich Schabbath nur durch andere Kleidung. Kommt überhaupt ein Minjan zum Beten zusammen (auf einem Kadimahlager waren von SO Menschen sechs, die beten wollten), wurde währenddessen gearbeitet; abends ein Feuer angezündet und dergl. — Ganz abgesehen sei von antireligiösen Strömungen, die oft zu Streitigkeiten führten. Erschreckend ist die Assimilation: Jungen, die rein religiös erzogen waren, waren nach einem Jahr sich darüber klar, daß Beten und Kaschruth und Schabbath überflüssig seien. Es dürfte überflüssig sein, zu sagen, daß das Leben in der Stadt und auf Fahrt im Brith-Hanoar mustergültig in Bezug auf Schabbath und Kaschruth ist und daß die Erziehung unserer Menschen eine religiöse, im Sinne von Thora waawodah ist. Pflicht aller misrachistischen Eltern muß es sein, ihre Kinder aus den allgemeinen Bünden herauszunehmen und zu uns zu führen, ferner Kinder, die noch nicht organisiert waren, gleichfalls in unseren Bund zu geben. Wir haben Gruppen nicht nur im Zentrum, sondern auch im Westen, so daß keine Schwierigkeiten bestehen, alle Jungen und Mädels in den Brith-Hanoar zu führen, damit wir einen starken Nachwuchs für unsere Idee schaffen können. Ji/.chak Schwersens, Berlin. Anm. Anmeldung und Auskunft für das Zentrum durch: Bernhard Brecher, NO 55, Saarbrückerstraße 33. — Für den Westen, durch: Jizchak Schwersenz, Halensee, Seesenerstr. 50, Tel.: H 1, Pfalzburg 7937.

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