Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 9 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 84 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 84 Z I O N Nr. 9 Schiedspruch Im Konflikt Hadar Wie wir bereits in der letzten Nummer des „Zion" berichteten, hat die allgemeine Arbeiterorganisation versucht, mit allen Mitteln den Mitgliedern des Kibbuz Rodges die ihnen übertragene Anlage eines Pardess aus den Händen zu reißen. Die Streitigkeiten wurden schließlich vor den Waad Leumi gebracht, der nunmehr folgenden Schiedsspruch gefällt hat. Die Leitung des Waad Leumi sieht in den Streitigkeiten im Haiai eine Erscheinung, deren Ursache das Fehlen fester Arbeitsnormen zwischen den 2 Arbeiterorganisationen — der allgemeinen Histadruth und des Iiapoel Hamisrachi - ist. Sie erklärt, daß nur durch die Ausarbeitung eines allgemeinen Abkommens in Bezug auf die Uebernahme und Verteilung der Arbeit' zwischen diesen beiden Organisationen, das den Verhältnissen des Landes entspricht, künftighin Erscheinungen dieser Art werden verhindert werden können. Von dieser Voraussetzung ausgehend und unter Beachtung der Erklärungen beider Organisationen, daß sie gewillt sind, das oben vorgeschlagene Abkommen zu treffen, fordert der Waad Leumi dringend beide Organisationen auf, eine gemeinsame Kommission einzusetzen, die sofort die Ausarbeitung dieses Planes in Angriff nehmen soll, um ihn spätestens nach einem Monat zum Abschluß zu bringen. Die Leitung des Waad Leumi ist bereit, hierbei ihrerseits, soweit erforderlich, mitzuhelfen. Im § 2 ist zur Ausarbeitung des allgemeinen Abkommens zwischen den beiden Organisationen festgelegt, daß der Hapoel Hamisrachi es zu unterlassen hat, eigene Arbeitsämter im Hadar, Magdil, El Chai und Ramatajim einzurichten. Dasselbe gilt für die Anweisung von Arbeitsmöglichkeiten in diesen Orten an einzelne Arbeiter ohne Einverständnis des zuständigen Arbeitsamtes der Histadruth. Die Leitung des Waad Leumi erkennt das Recht des Kibbuz Rodges über die Arbeit bei Herrn Aratin an, da es sich um eine feste Arbeit an einem neuen Orte handelt. Aber mit Rücksicht darauf, daß die Wirtschaft des Herrn Aratin sich im Gebiete des Arbeitsamtes Hadar befindet und in Beachtung der Erklärung des Arbeitsamtes Hadar über das Vorhandensein von Arbeitslosen in diesem Orte erkennt der Waad Leumi das Recht des Arbeitsamtes Hadar ,an, ein Drittel der für die Arbeit bei Herrn Aratin erforderlichen Arbeiter zu stellen. Die Arbeiter, die das Arbeitsamt Hadar schickt, müssen dem Hapoel Hamisrachi angehören, die zur Zeit in Kfar Saba arbeiten. Die freiwerdenden Arbeitsplätze in Kfar Sabn sind durch die arbeitslosen Mitglieder der allgemeinen Histadruth, die beim Arbeitsamt Hadar oder Kfar Sabax eingetragen sind, zu besetzen. Der Merkas Haklalith hat in Gemeinschaft mit dem Arbeitsamt Hadar und dem Hapoel Hamisrachi die Durchführung dieser Anordnungen zu ermöglichen. Falls binnen drei Tage durch Gründe, die beim Hapoel Hamisrachi liegen, diese Anordnung nicht eingehalten werden, ist das Arbi-it^amt Hadar berechtigt, Arbeitslose aus dem Orte, die bei ihm eingetragen sind, bei Herrn Aratin zu beschäftigen. Kundgebung d. religiösen Jugendbunde von Bernhard Brecher. Am Mozaeh Schabbath Schuwah, am 8. Oktober, fand in den Sophiensälen eine Kundgebung statt, zu der Brith Hanoar, .Brith Chalu/im Daiiim, Esra und Zeire Misrachi eingeladen hatten. Den Vorsitz führte Dr. Werner Silberstein, der die Kundgebung mit der Hoffnung einleitete, daß sie nur der Auftakt zu weiterer gemeinsamer Arbeit sein möge. Er gab dann den Vertretern der Bünde das Wort. Als erster sprach Heinz Grünwald (Zeire Misrachi), dann folgten Bernhard Brecher (Brith Hanoar), lizehak Schwersenz, der bis vor kurzem noch Mitglied des Kadimah war und auf dieser Versammlung öffentlich die Gründe für seinen Uebertritt zum Brith Hanoar klarlegte, und als Vertreter des Esra Manfred Litten. Aus allen Reden der Vertreter der Bünde klang der Wunsch, mit dem Neben- und Gegeneinander aufzuhören und zu einer engen Zusammenarbeit zu kommen. Besonderen Beifall erregte die Teilnahme der Esräer, die jetzt zum ersten Mal aktiv an einer zionistischen Kundgebung teilnahmen, Das Hauptreferat hielt Dr. Oskar Wolfsberg über „Galuthnot — thorahtreue Jugend — Erez Israel". Hatten die Vertreter der Bünde ihren Willen zur Zusammenarbeit bekundet, so gelang es Dr. Wolfsberg, die Richtung dieser Zusammenarbeit in einfachen und dabei eindringlichen Worten klarzulegen. Nach einer eingehenden Analyse der gegenwärtigen Situation in der Galuth betonte der Referent, daß die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage und die Berufsaufsichten jetzt jeden Zweifel an der Notwendigkeit einer Entscheidung für Chaluziiith behoben hätten. Er forderte eine gemeinsame Arbeit aller religiösen Jugendbünde für Erez Israel und für den Kibbuz Rodges und richtete an die Jugend den Appell, sich nicht zu sehr von den alten Kämpfern für ein Erez Israel auf dem Boden der Thorah in der UMLOD zu distanzieren. Der Verlauf der Kundgebung hat bewiesen, daß Dr. Wolfsberg mit seinen Hoffnungen nicht unrecht hat. Simchat-Thora-Fest] des Zeire Misrachi Der Zeire-Misrachi veranstaltet am Sonntag, den 23. Oktober 1932 (Mozaeh Simchath-Thora) im großen Saal des Logenhauses, Joachimsthaler Straße 13, um 8.30 Uhr abends ein S'mchath - Thora - Fest zu Gunsten des Keren Kajemeth und unserer eigenen Institutionen. Eine Spielgruppe des Zelre- Misrachi unter Mitwirkung von Berufsschausp'elern führt ein Theaterstück auf mit dem Titel: .,D'e gaschnorrte Braut", das unser Chawer Dr. Kuno Lehr ma n n verfaßt hat. Im Vorprogramm wirken einige namhafte Künstler mit. Außerdem wird eine billige und reichhaltige Tombola veranstaltet (Hauptgewinne: Grammophonapparate, Radiogeräte, Palästinakakteen). Die Eintrittskarten kosten: 1 Mk. und 2 Mk.; für Jugendliche 50 Pfg. Sie sind im Misrachi- Büro, Rosenthaler Str. 55, Telefon: Dl 1159, K. K. L.-Büro, Meinekestr. IQ, Telefon: Jl 7165 und an der Abendkasse erhältlich. dVerantwortlich für die Redaktion: Dr. S. Chononowicz, Berlin N54, Rosenthalerstr. 55 — Verlag es „ZIOM ': Dr. S. Chononowicz. Berlin N 54, Rosenthalerstr. 55. — Druck: Fürst, W30, Goltzstr. 26