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Zion · 1932-09-01 · Heft 9 (September 1932) · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 9 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
Seite 80 (sequence 10)
Language
German
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Seite 80 ZION Nr. 9 zur Besinnung und zur Einkehr, sicherlich auch viele zur Heimkehr zum Judentum gebracht wurden? Auch Reminiszenz kann wertvoll sein, w:n:i praktische Folgerungen aus ihr gezogen werden. Das zweite Referat dieser Reihe wurde von dem Vorsitzenden der Z. V. f. D. Kurt B 1 u - menfeld gehalten und befaßt? sich mit den Konsequenzen, die Zionisten aus der heutigen Stellung des nichtjüdischen Deutschlands zur Judenfrage zu ziehen haben. Es kann nicht die Aufgabe dieser Zeilen sein, den Inhalt des ausgezeichneten Referats, das durch dh „Jüdische Rundschau" veröffentlicht wurde, wiederzugeben. Die Stärke Blumenfelds ist die Analyst seelischer Vorgänge und die scharfe Herausarbeiiung von Forderungen, die das Unterbewußt? an d \s Leben der Tat stellt. Konsequenz im zionistischen Loben zu üben, ist Blument'elds Forderung von jeher und es gehört mit zu seinen größten Vordiensten, daß es ihm durch diese mit restloser, niemals erlahmender Energie gestellte Forderung gelungen ist, einen großen Kreis von Menschen heranzuziehen, die sieh ihrer Verantwortung für dh Reinerhaltun^ unserer Idee und für ihre Uebe.tragung in das Leben des Tages bewußt sind. Blumenfeld wies nach, daß die am Anfang der zionistischen Arbeit postulierte Idee von der Besonderheit, von dem Andersgeartetsein der jüdischen Seele, des jüdischen Menschen, der jüdischen Aufgabe auch jetzt noch voll aufreeht zu halten sei. Wir müssen un; bewußt bleiben, daß Ziel und Zweck jüdischer Betätigung nicht in der Galuth, sondern in seiner Ueberwindung liege. Wiederaufrichtung eines in Fühlen und Denken ungebrochenen Judentums mit einer in Bezug auf jüdische Aufgaben nach der nationalen Neugestaltung in Erez Israel genommenen Blickrichtung. Daraus folgert eine gewisse Distan/Lrung unserer Umwelt gegenüber, auch eine gewisse Beschränkung in kultureller und öffentlicher »Betätigung, aber niemals die Anerkennung mangelnder Berechtigung, an allen Dingen des öffentlichen Lebens des Landes, in dem uns Gleichberechtigung zu teht, mitzuwirken. Die Gedanken de-; Blumen fei Tscken Referats fa 1 Jen Liren Niederschlag in einer eh-, immig von der Tag mg angenommenen Resolution, die in der „jüdischen Rundschau'' veröffentlicht wurde. Ein Referat von dem Mitglied der zionistischen Exekutive, Professor Brodetzki, über die politische Lage der zionistischen Bewegung leitete die Reihe der sich mit Erez Israel befassenden Themen ein. Es war eine erfreulich optimistische Note, die man den Ausführungen Brodeizkis entnehmen konnte. Nach Ueberwindung der direkten Auswirkungen der Unruhen vom Jahre 1929 hat sich mit dem neuernannten Oberkommissar Wauchope ein besseres Zusammenwirken ergeben, das sich vor allem a ch in größerer Eiuwandirungsrr.ög i.hkeit mani'esti rt. So liegt es denn leute mehr als je a n uns selber wie weit unsere Arbeit in der nächsten Zukunft gefördert werden kann. Für uns, den Misrachi, liegt hier eine ganz besondere Forderung (und Verantwortung). Heranführung größerer Massen, die in der Tradition wurzeln, an den Zionismus. Beiei-iTeilung einer möglichst großen Zahl von Einwanderern, chaluzischer und rnhtelständischer Elemente, He.oe.schaffung der Geldmittel für eine große Hachscharah a if den Geblelen cl:s Hr-ylv.eiks und der Landwirtschaft sind die außerordentlich wichtigen A ifgaben, die vor uns liegen. Die eige.itlienen Pa:ästina-Referate wurden von zwei der besten Kenner des Landes, von U r. Arthur R u p p i n und dem Direktor der Anglo- Palästina Company in Tel-Aviv, Herrn H o o - 11 e n, gehalten. Aus den Referaten durfte man entnehmen, daß unsere kolonisatorischen Aussichten gute sind. Palästina ist heu;e eines der ganz wenigen Länder, in denen die Weltwirtschaftskrise die Wirtschaft des Landes — nicht als ausschlaggebender Faktor beherrscht. Das Land befindet sich in einem Stadium wirtschaftlichen Auftriebs und materieller Gesundung. Arbeitskräfte werden verlangt, neue handwerkliche und industrielle Unternehmungen versprechen Erfolg, die Kre lit . e:- hältnisse sind erträglicher als in den meisten anderen Ländern. Goldene Berge kann man niemandem versprechen, aber wenn hier in jetziger Zeit für fachlich vorgebildete Menschen und für Kleinunternehmer mit geringem Kapital und de n Wi.len zur Selbstarbeit eine Mög.iehkeit rur Gründung einer bescheidenen, aber gesicherten Existenz gegeben ist, muß man gerade bei uns, wo täglich der wirtschaftliche Boden, auf dem der Jude steht, schmäler und karger wird, alles in Bewegung setzen, um die Chance zu nutzen. Der Misrachi war auf dieser Tagung zahlenmäßig sehr schwach vertreten. Der Grund hierfür liegt nicht an der schlechteren materiellen Lage seiner Anhängerschaft, sondern an einer unverantwortli :h schlachten L;iturg der Gruppen, die z. T. einfach verabsäumt haben, sich über den Wahlmodus ordentlich zu orientieren und sich in den lokalen Wahlkörpern vertreten zu lassen. Wenn aus den Gruppen Köln, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Königsberg, B:u~;!:en, Karlsruhs u. A. überhaupt keine Beteiligung von Misrachisien zu vermelden ist, so zeigt das ein mangelndes Gefühl für die Würde des Misrachi. das kiim noch zu überbie.ei ist M n soll sich nicht wundern, wenn sich dieser Zu-

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