Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 8 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 71 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Z I 0 N Seite 71 sind alt. Ihre Realisierung muß aber, wie gerade dieses Beispiel zeigt, mit aller Energie beschleunigt werden. Die Regelung dieser Frage ist ein allgemein nationales Problem, das nicht zur Parteisache gemacht werden darf. Es müssen noch viele Anstrengungen gemacht werden, um dem Prinzip der „jüdischen Arbeit" in Palästina allgemein Geltung zu verschaffen. Methoden, wie sie die Histadruth den anderen jüdischen Arbeitern gegenüber anwendet, sind nicht geeignet, diesem Prinzip im Jischuw zu allgemeiner Gültigkeit zu verhelfen. Die Forderung nach „organisierter Arbeit" — auch wenn man sie bejaht — darf nicht zu einer Bevorzugung oder gar zur Monopolstellung einer Arbeiterorganisation führen. S. C Scheich Abrek und A. C. In der letzten Sitzung des A.C. ist es gelungen, die 2030 Pfund für Scheich Abrek wieder in das Budget einzusetzen. Wir hoffen, daß diesmal dieser Beschluß zur Durchführung gelangt, und dem langen Leidensweg der Siedlung und zugleich auch den Streitigkeiten, die innerhalb der Zionistischen Organisation dadurch verursacht wurden, ein Ende machen wird. Die Erklärung der Exekutive der Jewish Agency besagt, daß ihre Haltung nicht von politischen Rücksichten beeinflußt war, und daß sie mit ihrem Beschluß keineswegs die religiöse Kolonisation im Lande treffen wollte, sondern, daß einzig und allein die außerordentlich schwere Finanzlage sie dazu gezwungen habe. In den weiteren Verhandlungen erklärte sie sich auch bereit, unter günstigen Umständen eine Anleihe für Scheich Abrek aufzunehmen, um die Siedlung zu erhalten und auszubauen. Der Bericht im „Israelit" über das Ende einer Misrachi-Kolonie in Palästina war also voreilig. Ebenso entspricht seine Meldung, daß in den Sitzungen des A.C. nichts zu Gunsten des Misrachi-Jischuw geschehen sei, wie aus obigen Mitteilungen hervorgeht, nicht den Tatsachen. Ferner ist wie jedem Sachkenner bekannt, KfarChassijdim nach Ueberwindung zahlreicher Schwierigkeiten jetzt eine im Aufblühen begriffene Kolonie, in der letzten Nummer des „Hahed" wird von Kfar Chassidim berichtet, daß die Winter- und Sommer-Ernten in diesem Jahr sehr gut waren und den Siedlern gute Einnahmen bringen werden. Ohne die Schulden der Vorjahre wäre der Ertrag voll ausreichend, um die Saat und den eigenen Bedarf der Kolonie bis zur nächsten Ernte zu decken. Durch die Wasseranlage gedeiht der Gemüsebau gut und die Weiden reichen voll für das Vieh aus. Sachverständige erklären, daß in der Kolonie gute Möglichkeiten für Weinbau bestehen. Hierzu ist eine Anleihe von zwei bis dreitausend Pfund erforderlich. Mit diesem Gelde könnte man die Kolonie ausbauen und in hervorragender Weise weiter entwickeln. Bleibt Chitin, das einen Sonderfall darstellt. Von Anfang warnten Sachverständige, eine Kolonie dort zu begründen, da die Wasserversorgung von Kfar Chitin besonders schwierig ist. Auch war die Auswahl des Menschen-Materials nicht glücklich. In Chitin ist viel Geld investiert worden und es widerspricht den Tatsachen, daß die Zionistische Organisation gegen Chitin gleichgültig gewesen sei. Entlassungsfeier im Mlsrachl-Lehrer- Seminar. Am Ausgang des Schabbath Nachmu versammelten sich die Lehrerschaft, viele Absolventen der früheren Jahrgänge sowie namhafte Gäste zur 11. Entlassungsfeier der Anstalt. Die Feier wurde von Herrn Dir. Lipschitz eröffnet, der Angaben über die Absolventen dieses und der vergangenen Jahre machte. Die Schüler haben 301 Blatt Talmud in den Traktaten Pesachim, Baba Batra, Ktuboth, Sanhedrin, Jebamoth, 89 Abschnitte Mischnah und verschiedene Sugioth aus den Dezisoren gelernt. Die Abschlußprüfung im Talmud fand in Anwesenheit der Herren Prof. Klein, Bialik, Rabb. Bermann, Dr. Marschack, Raw Berlin,, Caspi u. a. statt. Es wurden drei T'- nach-Prüfungen abgehalten. Der Redner machte dann auch Angaben über die anderen profanen- Fächer, die durchgenommen wurden. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß der Geist, in dem sie bis jetzt erzogen wurden auch künftighin in der Schule und bei den Zöglingen herrschen möge. — Nach Aushändigung der Zeugnisse hielten Rabbiner Ostrowski, Ordinarius dieser Klasse, und Dr. Engel, als Vertreter des Waad hamfakeach der Misrachi-Schulen, Begrüßungsansprachen. Prof. Dr. Klein und Caspi dankten im Namen der Elternschaft. Zwischen zwei Fronten. Täglich mehren sich die Klagen über den Uebertritt junger Menschen, die einst im engeren oder weiteren Sinne zu uns gehörten, in das kommunistische Lager. Soweit überhaupt diese Tatsache nicht einfach als beklagenswertes Faktum hingenommen wird, sind es in der