Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 8 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 69 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Z I 0 N Seite 69 und ihn auf unseren Weg hingrängt. Heute mehr denn je — spürt die jüdische Jugend, die de,r Torah gemäß leben will, am eigenen Leib, daß es nur einen Weg gibt — den Aufbau Erez Israels. Um die größere Anzahl von Menschen aufzunehmen, wurde die Besetzung von Gehringshof im Zusammenhang mit dem Aufbau des Betriebes vergrößert. Sowohl in der Landwirtschaft wie auch in der Gärtnerei, Käserei und Hauswirtschaft, werden mehr Menschen aasgebildet als früher. Auch im Zentrum Burghaun konnten durch Einbeziehung mehrerer Handwerkerstel'.en, mehr Menschen untergebracht werden. Als neues Zentrum kam Groroder H o f bei Wiesbaden hinzu, wo die Chawerim gemeinsam auf einem Gutsbetrieb arbeiten. Die Ausbildungsmögüchkeitenn sind dort besonders gut, weil neben intensiver Landwirtschaft, noch Milchwirtschaft, Gärtnerei und Weinbau betrieben werden. Einige Chawerim arbeiten in Hamburg auf Handwerker- und Gärtnerstellen, und wohnen zusammen mit den Chawerim des Hechalu/ im dortigen Beth-Chaluz. In Magdeburg ist jetzt, mit Unterstützung des donigen Zeire Misrachi, ein eigenes Beth-Chaluz im Entstehen, dessen Aussichten sehr gut sind. In F r a n k f u r t a. M. lernt eine Anzahl von Chawerim, die wir in diesem Jahr noch nicht aufnehmen konnten, an der Jeschiwah, um einen Teil ihrer Hachscharah-ruchanith vorweg zu nehmen. Diese bilden mit den übrigen dort in Einzel-Hachscharah befindlichen Chawerim eine Ortsgruppe. Eine größere Ortsgruppe des B.Ch.D. befindet sich in Berlin. Darüber hinaus gehören dem Band noch eine Reihe von in Einzel-Hachscharah befindlichen Chawerim an, die in ihren Heimatsorten oder sonstwo Gärtner-, Handwerker- und Hauswirtschaftsstellen haben oder Fachschulen besuchen. Wie bisher betrachten wir auch weiterhin die Hachscharah-ruchanith als einen wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit. Durch Scheurim auf allen Gebieten jüdischen Wissens, durch Erlernen der hebräischen Sprache,, durch Arbeit auf allen anderen unsere Arbeit berührenden Geistesgebieten als da u. a. sind: Geschichte, Sozialismus, Zionismus, Palästina-Kunde, Lebens- und Aufbauformen in Palästina, suchen wir in dieser Hinsicht möglichst viel Voraussetzungen zu schaffen für die Arbeit, die wir in Erez Israel zu leisten haben. Besonders im Winter bietet sich hierzu Zeit und Gelegenheit. Zum ersten Mal soll dieses Jahr versucht werden, nicht nur wie bisher den Chawerim den Jeschiwah-Besuch zu ermöglichen, sondern auch die Chaweroth durch Schaffung eines Seminars geistig fortzubilden. Wir wollen diesen Bericht nicht schließen, ohne auf die finanzielle Seite unserer Sache hingewiesen zu haben. Mit Ausnahme der Z.V.f.D. und der Berliner (iemeinde sind fast alle Subventionen der verschiedensten Organisationen und Körperschaften erheblich gekürzt oder ganz gestrichen worden, u. das zu einer Zeit, wo dSe Aufgaben, die wir zu erfüllen haben, von Tag zu Tag wachsen. Um die Ausfälle einigermaßen wieder auszugleichen und den Bestand unserer Arbeit zu sichern, haben wir an manchen Orten, meist auf Initiative unserer Chawerim, vom Z.M. und Esra, Ortskommitees des Vereins der Freunde von Rodges gebildet. Es ist Pflicht jedes Misrachisteu, mit einem seinen Kräften entsprechenden, wenn auch noch so kleinen monatlichen Beitrag, Mitglied des Vereins der Freunde von Rodges zu werden und in seinem Bekanntenkreis hierfür zu werben. Es ist Pflicht jedes Einzelnen, auch in dieser Hinsicht sein Möglichstes zum Aufbau Erez Israels zu tun. Briefanschrift für den Waad des Brith Chaluzim Datiim und für die Zentrale des Vereins der Freunde von Rodges: Jüd. Lehrgut (Rodges) Hattendorf Fulda-Land. Postscheckkonto: Jizchak Kaufmann, Frankfurt a. M. 27222. Chronik und Notizen. Max J. Kober zum 50. Geburtstage. Die Landeszentrale des deutschen Misrachi feierte vor einigen Wochen den 50. Geburtstag unseres Freundes, Max J. Kober. Bei dieser Gelegenheit wurde im engeren Freundeskreise der großen Verdienste unseres Mitarbeiters rühmend gedacht und insbesondere darauf hingewiesen, wie groß sein Anteil an wichtigen 'Arbeiten des deutschen Misrachi war. In der Zusammenarbeit mit der Z.V.f.D., in der Haltung des deutschen Misrachi gegenüber dem Weltmisrachi hat Kober sehr entscheidend mitbestimmt und hat darüber hinaus ■- was vielleicht das Wichtigste ist — an der Arbeit des misrachistischen Alltags in Deutschland immer voll Liebe und Treue mitgewirkt. Die ihm bei der Feier gewidmeten-. Ansprachen zeichneten sich deshalb durch den Ton besonderer Freundschaft und Wärme aus, und so soll auch hier noch einmal vor der Oeffentlichkeit den Freunden gegenüber zum Ausdruck gebracht werden, wie dankbar wir ihm für sein Wirken sind und wie eng verbunden wir uns ihm im jüdisch-politischen und im privaten Leben fühlen. Dem ganz der Jugend sich zuzählenden Freunde wünschen wir für viele Jahrzehnte Jugendlichkeit und Elastizität und hoffen, daß wir seine Mitarbeit nie missen werden.