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Zion · 1932-04-01 · Heft 4-5 (April 1932) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 4-5 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 42 (sequence 12)
Language
German
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Seite 42 Z I 0 N Nr. 4/5 äie\ unseren Aufbaii von der Tradition durchtränkt und in ihm die Postulate der Pioniere verwirklicht sehen wollen, die sich unsere Heimat nur vorstellen können als ein Land von produktiven Elementen ohne Ausbeutung, ein Heim des inneren und äußeren Friedens, sehen im K.K.L. ein Symbol und gutes Omen für die Zukunft unseres . Werkes. Die ernste Lage der Juden in der Welt erhöht die Rolle des Nationalfonds und macht seine Bemühungen zu einer Arbeit größter nationaler Bedeutung. Es ist ein erhabenes und erhebendes Schauspiel, daß unser Jubiläum so viele frohe Feiernde vereinigt, die die Sorgen des Tages nicht irre machen körinen in ihrer Ueber/eugung und ihrem Opferwilien. Dieser aber muß noch gesteigert werden. Es gibt im zionistischen Ringen und im palästinensischen Bauen nur einen Weg: den Weg des entschlossenen Vorwärts! Flüchtig und schnell dahin ist das Leben einer Generation: Aue hdie Bauenden müssen abtreten. Dies Eine ist dauernd und gibt unserem Werk Schwerpunkt und Bestand: der Boden. iSin m moiy dSij?S pum n2 im. In unserem Kampfe für Zion fühlen wir die Tiefe dieses Satzes. Wir erkennen auch, daß das Gehen und Kommen der Geschlechter diese nicht völlig ephemer ^'jrJ. n läiitt. Derselbe B<uK n i-t das 1 im ament entschwundener und kommender Generationen. Nach der Ehrlichkeit und Emsigkeit, mit der sie sich um die Aufschließung des Landes mühen, haben sie Dauer. Kultur des Bodens und des Geistes sichern auch den dahineilenden Geschlechtern ein Andenken und schützen sie vor dem absoluten Versinken. Der K.K.L. hat eine außerordentliche Funktion in unserem Leben, in unserer Geschichte. Es selbst gehört deshalb zu den Dingen »on üh\yb no»p ppm mn nhiyz jsvnn'B bon« dike* Ludwig Lewinsohn als jüdischer Romandichter von D~. Armin R'.ni:. Hamburg. Das amerikanische religiöse Leben zeigt uns Europäern ein Doppclantlitz. Das Gefühl der absoluten Freiheit in kirchlich-religiösen Dingen auf der einen Seite, bedingt durch den unbegrenzten politischen Liberalismus, andererseits einen Hang zum strengen Kirchen- und Puritanertum und sektierhaften Okkultismus für die Allgemeinheit, veranlaßt durch eine gewisse Oberschicht, die auf guten Ton und traditionstreues Zeremoniell bedacht ist .So finden wir bei größter individueller Denk- und Bewegungsfreiheit des einzelnen die Wahrung gewisser kirchlicher Zeremonien und Formen im öffentlichen Leben. Diese Wohlanständigkeit in religiösen Und gesellschaftlichen Dingen führt leicht zur Ünterschatzüng Und Mechanisierung tieferer Gefühlswerte und religiser Erlebnisse. Eine erschreckende Leere in allem Religiösen ist namentlich in den Kreisen der amerikanischen Jugend wahrnehmbar .Zwiespalt und Entfremdung zwischen den Generationen der Aelteren und Jungen ist eine natürliche Folge, (vergl. die Bücher von Lindscy-Evans . Diese Gleichgültigkeit gegen sittlich-religiöse Werte findet sich gesteigert in den Kreisen . der jüdischen Jugend, die, wie überall, auch hier zum Radikalismus geneigt ist. Mischehen sind alltäglich, eine materialistisch-hedonistische Lebensauffassung greift in erschreckendem Maße um sich. (Einige orthodoxe Enklaven in New-York u td anderswo mit starkem jüdischen Pulssc.h'ag sind für die Allgemeinheit nicht entscheide id). Bei dieser im allgemeinen wenig ansprechenden Lage des religiösen Judentums in Amerika ist es umso bemerkenswerter, daß sich in letzter Zeit Stimmen aus Amerika in Romanform häufen, die auf eine Selbstbesinnung der amerikanischen Judcnheit, der Alten und der Jungen, hinarbeiten, und die gegen db religiöse Oede und Assimilationssucht der hundertprozettigen amerikanischen Juden (die zionistischen Bestrebungen erfassen meist nur die aus dem europäischen Osten Eingewanderten) Front machen. Es ist auch für das europäische Judentum wichtig, diese Stimmen zu sammeln und von ihnen Kenntnis zu nehmen. Einem der Hauptpioniere dieser bewußten Rückkehr zum Stammesjudentum sei heute hier das Wort gegeben: Ludwig Lewis o h n, dem angesehenen Essayisten und Romanschriftsteller, der, vom Vollamerikanertum ausgehend, in neuester Zeit zur Rückkehr mahnt. Zwei seiner jüngsten Romanwerke seien hier auf ihren symptomatischen Gehalt fürs Judentum geprüft. Lewisohn, in den Gedankengängen der Assimilation erzogen, als Literarhistoriker und Essayist, in amerikanischen Universitäten und ii journalistischen Kreisen hochgeschätzt, war schon in seinen ästhetisch-biografischen Essay-Sammlungen „Up stream" und ,,Israel" auf dem Weg zum Bewußtwerden seiner jüdischen Seelenerbschaft gelangt und war schon dort als Ankläger gegen die Scheinkultur Amerikas, gegen die Blut- und Hassininstinkte der Massen, gegen die Rassen- und Klassenvorurteile der Besitzenden, gegen ihre Halbbildung und Selbstgerechtigkeit (besonders zur Zeit des Weltkrieges) aufgetreten und hatte auch in jenen Zeitbetrachtungen schon Anzeichen von gesellschaftlicher Boykottierung; der Juden in Amerika registriert.

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