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Zion · 1932-04-01 · Heft 4-5 (April 1932) · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 4-5 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 39 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4/5 ZION Seite 39 noar wurde dieser Standpunkt folgendermaßen formuliert: „Zionismus" figuriert im Rahmen der Berith Hanoar-Arbeit nicht als parteipolitisches Programm, sondern als weltanschaulich und praktisch bedingte Konsequenz der national-religiösen Entwicklung. Die Brith Hanoar- Erziehung ist also bewußt zionistisch, d. h., sie stellt das jüdische Volkstum und die Aufgabe seiner Regenerierung in Erez Israel in den Mittelpunkt. Dieses hat nichts mit dem Schlagwort von der Politisierung der jüdischen Jugend zu tun. Selbstverständlich bedeutet die zionistische Erziehung im Brith Hanoar nicht, daß Kinder und Jugendliche sich mit taktisch-politischen Fragen der zionistischen Organisation beschäftigen oder gar in Bezug auf sie festgelegt werden sollen. Versteht man dagegen unter Politisierung Ausdehnung der Erziehungsarbeit über den Rahmen der Persönlichkeitsbildung hinaus auf die Beziehung der einzelnen zur Gemeinschaft, so dürfen wir unsere Arbeit ruhig als politisch bezeichnen. Bei unserer Auffassung des Judentums als national-religiöse Einheit kann schon in den frühesten Erziehungsstadien nicht von den Problemen des jüdischen Volkes und von den Aufgaben und Pflichten der Juden als Volksgenossen abgesehen werden. Unsere Chawerim sollen schon frühzeitig sich und ihren Bund als Teil der zionistischen Bewegung empfinden". Dies war im Großen und Ganzen der Standpunkt der überwältigenden Majorität auf dem Hamburger Bundestag. Den besiehenden Brith Hanoar-Gruppen wurde die nachträgliche Sanktion erteilt und man ging sofort an eine großzügige Organisierung des Brith Hanoar heran. Seitdem bewegt sich der Brith Hanoar in aufsteigender Linie. Er umfaßt heute 13 Ortsgruppen mit insgesamt ca. 600 Mitgliedern. Das bündische Leben stellt die Form der Erziehungsarbeit dar, Sie wird weniger extensiv als intensiv geführt. Die Führung der Gruppen liegt ausschließlich in Händen von Chawerim des Zeire-Misrachi. Rückschauend kann man heute objektiv feststellen, daß die Mehrheit auf dem Hamburger Bundestag vor dreieinhalb Jahren recht hatte. Die Stoßkraft des heutigen Zeire Misrachi liegt einzig und allein in den Gruppen des Brith Hanoar. Die Zeire Misrachisten sind leider, wie man schon damals befürchtet hatte, mit zunehmendem Alter in ihrer Aktivität für die Bewegung erlahmt. De facto haben die Charwerim des Brith Hanoar, die sich mit 16 Jahren organisatorisch in den Zeire Misrachi eingegliedert haben, die Funktionen der älteren Zeire Misrachisten übernommen. Wir verdanken dies nur der Tatsache, «laß vor dreieinhalb Jahren der Brith Hanoar begründet wurde. Dank ihres jugendlichen Schwungs erweisen sich diese jüngeren Kräfte für die lebensnotwendigen Aufgaben unserer Bewegung viel brauchbarer als die Veteranen des Zeire Misrachi. Schon gleich bei der Gründung des Brith Hanoar war man ängstlich darauf bedacht, keine gegenläufige Entwicklung des Bnth Hanoar zum Zeire Misrachi entstehen zu lassen. Separatistische Tendenzen, die einer vollständigen Unabhängigkeit des Brith Hanoar huldigten, konnten im Anfangsstadium nicht aufkommen. Heute scheint die Gefahr eine größere zu sein. Man sucht ihr bisher dadurch vorzubeugen, daß nur der Führer im Brith Hanoar sein dürfe, der im Zeire Misrachi organisiert ist. Diese rein organisatorische Bindung scheint aber nicht mehr stark genug zu sein, um die Tendenzen auf der anderen Seite wirksam abschwächen zu können. Es besteht kein Zweifel darüber, daß innerhalb des Zeire Misrachi eine gewisse Entfremdung eingetreten ist zwischen den älteren Zeire-Misrachisten und den aus dem Brith Hanoar neu eingetretenen Chawerim. Man kann diesen Gegensatz dahin zusammenfassen, daß die neuen Elemente infolge der Erziehung durchweg bündisch eingestellt sind, während die älteren Zeire Misrachisten den bündischen Lebensformen fremder gegenüberstehen. Es handelt sich hier nicht um einen Gegensatz in der Gesinnung, sondern um einen solchen im Temperament. Daß dieser Gegensatz sich in der täglichen Arbeit unangenehm bemerkbar macht, ist erklärlich. Verständlich wird auch, daß die jüngeren Chawerim des Zeire Misrachi die ihnen liebgewordene Arbeit mit den Jüngeren nicht vermissen wollen und weiterhin dem Brith Hanoar als Führer angehören. Vornehmste Aufgabe der Führerschaft wird es sein, die psychologisch verständlichen Gegensätze zwischen Brith Hanoar und Zeire Misrachi nicht überhand nehmen zu lassen und die Verbundenheit beider Gruppen in der täglichen Bundesarbeit hervorzukehren. Im Brennpunkt des Brith Hanoar steht die Frage der Hachscharah. Im Gegensatz zu frühei, wo sie noch einen mehr methodisch-padägogischen Charakter trug, ist sie heute in das Stadium der praktischen Ausführung getreten. Bis vor kurzem mußten wir uns noch darüber auseinansetzen, wie wir unsere Chawerim zur Chaluziuth erzienen sollen, heute dagegen handelt es sich darum, wie schaffen wir Möglichkeiten der Hachscharah. Die Aktualität dieses Problems wird von Tag zu Tag größer. In diesem Jahr ist es uns noch leidlich gelungen, unseren Chawerim berufliche Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Was

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