Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 38 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 58 ZIUN Kr 4/5 Siedlung zur Verfügung zu stellen, wurden im Laufe des Jahres 1931 zum Abschluß gebracht, nachdem zweieinhalb Jahre mit der Erledigung der verschiedenen Formalitäten vergangen waren. Der- Boden wurde auf den Namen der „Moschaw Salvendi" coop. soz. Ltd. eingetragen, in der einerseits die Stiftung, andererseits die Siedlergruppe vertreten ist. Hiermit wurde die Basis für die Siedlung geschaffen. Weitaus schwieriger gestaltete sich die Regelung der Finanzierung der Siedlung .Man war bis zum Frühjahr 1931 nicht über die einleitenden Schritte hinausgekommen und es hatte sich gezeigt, daß nur die intensivsten Anstrengungen Aussicht auf Erfolg bieten konnten. Der Irgun entsandte deshalb Moses Unna nach Europa, um in den verschiedenen in Frage kommenden Ländern die Möglichkeiten der Geldschaffung zu untersuchen, und die nitigen Vorarbeiten für die Aufbringung einer Anleihe zu leisten. Unna besuchte im Laufe des Jahres 1931 Italien, die Schweiz, Deutschland, Holland und Frankreich und knüpfte mit den verschiedenen an "unserem Werk interessierten Kreisen Beziehungen an. Trotz der außerordentlichen Schwierigkeiten, die infolge der Wirtschaftskrise einer erfolgreichen Arbeit sich entgegenstellten, gelang es, in der Schweiz, Deutschland und Italien größere Zusagen zu erhalten, die allerdings z .T. noch in weiteren Verhandlungen konkretisiert werden müssen. Die Verhandlungen in Holland und Amerika schweben noch. Noch eine Arbeit ist zu erwähnen, die während dieser ersten Periode des Irgun durchgeführt wurde, die, als Leitung vielleicht nicht allzu bedeutend, für die Zukunft von großer Wichtigkeit werden wird und heute als einzige praktische Arbeit symbolische Bedeutung hat: die Anlage der Baumschule für den Pardes der Siedlung. Diese Anlage wurde im Frühjahr 1931 gemeinsam mit dem Kibbuz begonnen und zum großen Teil mit eigenen Mitteln finanziert. Die Baumschule hat sich bisher in zufriedenstellender Weise entwikkelt. Ihre Bedeutung für die Zukunft liegt darin, daß durch sie die Zeit bis zur Tragbarkeit des Pardes um 2 Jahre verkürzt wird, was natürlich für den Siedler eine große Erleichterung sein wird. Der Irgun hofft noch im Laufe dieses Sommers mit der Siedlung beginnen zu können. Dies wird dann der erste Schritt zur Verankerung der Rodgeser Gruppe in Erez Israel sein. Es wird aber noch mancher Anstrengung der daran beteiligten Kreise bedürfen, ehe dieses Werk vollkommen gesichert ist. (Fortsetzung folgt) Die Entwicklung des Brith Hanöar vom Hamburger Bundestag bis heute v. Benno Offenburg. Kurz nach dem ersten konstituierenden Bundestag des Zeire Misrachi, der Weihnachten 1927 in Leipzig stattfand, begannen einzelne Zeire- Misrachisten in zwei bis drei Städten Jugendgruppen zu gründen, denen sie den Namen Brith Hanoar gaben. Der Hamburger Bundestag, der im darauffolgenden Jahre abgehalten wurde, mußte sich insbesondere mit der Situation auseinandersetzen, die durch diese Jugendgruppen geschaffen worden war. Im Brennpunkt der damaligen Diskussion stand die Frage der Begrenzung des Zeire Misrachi. Diese kann auch noch heute das allgemeine Interesse in Anspruch nehmen, da sie prinzipieller Natur war. Auf der einen Seite wurde die Meinung vertreten, daß es nicht mit zum Aufgabenkreis des Zeire A\israchi gehöre, noch schulpflichtige Kinder zu organisieren. Die Vertreter dieser Richtung gingen vom Standpunkt aus, daß das Programm des Zeire Misrachi e ninent politischer Natur sei und es die Schuljugend gefährden würde, sie in den politischen Tageskampf zu zerren .Sie geben wohl die Notwendigkeit zu, daß die heutige jüdische Schuljugend organisatorisch in einer religiösen Erziehungsgemeinschaft zusammengefaßt werden müsse. Dafür genüge aber der Esra. Auf der anderen Seite glaubte man dagegen, daß eine wirksame Erziehung für unsere Idee schon bei den Jüngeren einzusetzen habe. Allein die Tatsache, daß andere Organisationen die Jugend schon im jüngeren Stadium zu erfassen suchen, zwingt uns, dasselbe zu tun. Es sei denn, daß uns ein großer Teil wertvoller Menschen verloren geht und uns später der Nachwuchs fehlen wird. Der Esra könne uns nicht genügen, weil er die zentrale Erziehung für das zionistische Aufbauwerk sowohl in Theorie als auch in Praxis nicht anerkennt .Wenn wir zudem den jungen Menschen für die Chaluziuth erziehen wollen, müssen wir dies schon in einem Stadium tun, wo er sich vor der Berufswahl befindet. Denn nachher ist es meistens dafür zu spät. Natürlich sollen Fragen des politischen Tageskampfes von den Kindern ferngehalten werden, aber dies braucht noch lange nicht Entfernung jeder Zielsetzung zu bedeuten, die über den Rahmen der Persönlichkeitsbildung hinausgeht und den Zionismus in seiner konkreten Gestaltung mit einschließt. In dem Erziehungsprogramm des Brith Ha-