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Zion · 1932-04-01 · Heft 4-5 (April 1932) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 4-5 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 36 (sequence 6)
Language
German
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Seit« 36 ZION Nr. 4/5 Kraft zu setzen, die eine umgehende Erschwerung der Bodenkäufe und damit eine schwere Beeinträchtigung der Interessen des jüdischen Nationalheims zur Folge hätte haben müssen, und aus diesem Grunde lehnte die Executive der Jewish Agency die Ernennung eines Beraters für Mr. French ab, wozu sie von der Regierung einladen worden war. Die arabische Executive, die die gleiche Einladung erhalten hatte, verweigerte die Beschickung, weil sie alle ähnlichen Kommissionen boykottiert. French sollte instruktionsgemäß seinen Bericht bis zum 31. Dezember 1931 erstatten und stellte auch bis dahin einen solchen zusammen, der indessen noch keine direkten Vorschläge enthalten zu haben scheint. Diese werden vielmehr erst jetzt erwartet. Sobald er ins Hebräische und Arabische übersetzt sein wird, soll er der Jewish Agency und der arabischen Exekutive zur Aeußerung übergeben werden. Erst dann wird festzustellen sein, wie weit die alarmierenden Kommentare, die die jüdische Presse Erez Israels schon jetzt an ihn knüpft, berechtigt sind. Daß nicht nur unsere Presse beunruhigt ist, zeigt sich im Unterhaus, wo Colonel Buchan energisch die Forderung aufstellte, daß sich der Bericht „streng auf seinen eigentlichen Zweck und genau auf die von ihm zu behandelnden Punkte beschränken solle und nicht, wie die anderen Rapporte, jene apodiktischen Behauptungen über strittige Fragen enthalten dürfe, die so viel Unruhe geschaffen haben*'. Dieser Vorwurf trifft in der Tat einen der Fehler des Passfield-Regimes. Die Experten gingen mit festen Aufträgen an die Arbeit. Der Staatsanwalt aus den Straits Settlements aber, dessen Untersuchung die mutwilligen Ueberfälle auf friedliche Juden festgestellt hatte, ging dann nicht den unmittelbaren Ursachen nach, entschleierte also nicht, was an dem Freitag in der Omar- Moschee vorgegangen war, von wo aus die verhetzten Scharen sich auf den Platz an der Kotel Maarawi ergossen, sondern brächte Abhandlungen über angeblich depossedierte Araber, obwohl gerade die Bewohner von Lifta, die Kerntruppe der Unruhestifter, nichts weniger als verdrängt oder depossediert worden sind, und er wie Hope Simpson spielten die jüdischen Kolonisten aus früheren Zeiten, die mit den Arabern friedlich leben, gegen die aus der zionistischen Periode aus, deren betontes Eigenleben die Stimmen verschärft habe. Aber wer waren denn die Opfer der Ueberfälle von 29? Waren es nicht gerade Menschen des alten Jischuw? Waren die Tötungen und Plünderungen nicht am grauenvollsten in Hebron, einer Stadt, deren Juden in allem, was nicht religiös war, sich dem arabischen Leben eingeordnet hatten, sogar arabisch redeten? Von einem Grundfehler all der Untersuchungen der letzten Jahre war allerdings in der Anfrage im Unterhaus nicht die- Rede: von dem Fehler nämlich, bei den Expertisen vom Boden Palästinas auszugehen und nicht von dem interterritorialen jüdischen Problem. Das Mandat hat die Errichtung der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zum Ziel, aus der Erkenntnis heraus, daß unserm über die Welt verstreuten heimatlosen Volk wieder eine Heimat gegeben werden müsse. Wie dies durchzuführen ist, ist keine Aufgabe für landwirtschaftliche Expertise, beschränkt man sie wiederum auf das Gebiet der Erforschung der Land-Entwicklungs-Möglichkeiten, dann kann wiederum nicht der Boden nur Palästinas das Objekt der Untersuchung sein. Dann muß, wenn schon von landlosen Arabern die Rede ist, denen Boden zu geben ist, nicht das kleine Terrain zwischen Jordan und Mittelländischem Meere Untersuchungsgegenstand sein. Wenn man Juden und Araber,, ihren Bodenbesitz und ihre Bedürfnisse gegeneinander abwägen will, dann muß die ungeheure Landreserve in Rechnung gesetzt werden, die die Araber in ihren ganz, dünn besiedelten und für alle Möglichkeiten der Entwicklung offenen Ländern in Nordafrika und Asien zur Verfügung haben, und auf der anderen Seite die verzweifelte Lage des zersprengtet jüdischen Volkes, das sich, gestützt auf die feierlich übernommenen Verpflichtungen der Mandatarmacht, in heroischer Anstrengung in dem künstlich um die Hälfte verkleinerten „Palästina" seine Heimat wieder erbauen will, wobei es in ein jr Weise wie noch nie sonst ein kolonisierendes Volk die Rechte der Pächter und eingesessenen Arbeiter geschont hat. Wendet man aber Methoden der Untersuchung an, wie Shaw und Hope Simpson, dann ist es durchaus möglich, daß — wie behauptet wird - French als Fortsetzer dieses Werks sich schon weiter spezialisiert und schon untersucht, ob nicht der jüdische Anteil an der Küstenzone im Verhältnis zum arabischen zu groß geraten sei, und daß er, obwohl das Mandat es England zur Pflicht macht, Bodenreserven für geschlossene jüdische Siedlungen zu erschließen, diese den Arabern zusprechen will. Wie weit der French-Bericht, wie auch immer er ausfallen mag, praktische Folgen haben wird, ist höchst zweifelhaft. Hatte man schon bei der Parlamentsdebatte von 1930 den Eindruck,, daß die Summe von 2 500 000 Lst., die Shiels als Anleihe für Land-Entwicklungszwecke angegeben hatte, nur so „hingehauen" war, so ist jetzt jedenfalls)

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