Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 34 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Saite 54 Z I 0 N Nr. 4/5 nis von erhebender Kraft. Wir sind kein steriles Volk. Erez Israel gibt uns die Ueberzeugung, daß man unsere Kräfte entbinden muß, um unsere Produktivität zu erweisen. Erez Israel gibt uns Mut, ist das beste Beispiel unserer Fähigkeiten und wird für die leidende Judenheit in einem gewissen Umfang auch Zuflucht sein. Allen Schwierigkeiten zum Trotz, aller kommenden Komplikationen ungeachtet, wächst das Werk, erzwingt aus sich, seinem organischen Wachstum die Ausdehnung, wieder ist Gottes Auge über dem Land von Beginn des Jahres bis zum Schlüsse des Jahres. Ihr aber, Ihr Freunde und Gesinnungsgenossen, erkennet, was das Wachstum des nationalen Heimes für das Land, was es für Euch bedeutet! Beschleunigt den Fortschritt, fördert den Bau! Auch um Euretwillen. Früher konntet Ihr Euch in der Rolle der Gönner fühlen, die vom Ueberschuß gaben, aus Sympathie für eine Sache, die Euch einleuchtete, der auch Euer Herz entgegenschlug. Jetzt ist es jüdisches Schicksal, das dort entschieden wird. Der Zusammenhang zwischen dem Diasporageschehen und dem Werden in der Heimat ist jetzt überdeutlich geworden. Deshalb ist jetzt die Teilnahme an den Fonds innere Notwendigkeit. Was mati heute gibt, unter großen Opfern, vielleicht unter Eingriff in die Substanz, ist jedem Einsichtigen dringendes Gebot. Deshalb appelliere ich aus angespannter Tätägkeit für unser Werk in V'K< besonders für die Ziele, die sich der Deutsche Misrachi gesetzt hat, an alle Freunde: Laßt im entscheidenden Momente nicht nach! Es gibt nichts Bedeutsameres für den Juden als die Errichtung der Heimstätte. Haltet den großen Fonds, dem Keren Kajemeth Le-lsrael und dem Kercn Ha-Jessod d|ie Treue, gebt für das Palästina-Budget des Deutschen Misrachi schnell und großzügig. Skjp btr\w cy ,n:an Sn-ic Vor Überreichung des French-Berichts von Lazarus Barth. Wenn diese Blätter in die Hände der Leser kommen, dürfte der French-Bericht den beteiligten Körperschaften übergeben werden. Ein Eingehen auf Geschichte und Charakter des Rapports ist nötig nicht nur — nicht in erster Linie wegen seiner Auswirkungen, sondern vor allem weil er eine neue Illustration der Art gibt, in der die englische Politik sich den Fragen des jüdischen Nationalheims gegenüberstellt. Als im Sommer 1929 fanatisierte arabische Trupps die furchtbaren Ueberfälle auf friedliche Juden in Jerusalem, Hebron u. d. anderen Orten machten und ein Schrei des Schreckens in allen Ländern erscholl, da blieb das zuständige Kolonialland ruhig. Eine parlamentarische Kommission ging nach Erez Israel und stellte in langen Untersuchungen fest, (woran von vorne herein nicht zu zweifeln war), daß das Vorgefallene „mutwillige Angriffe von Arabern auf Juden" gewesen waren. Die vor der Kommission vorgenommene Entlastungsoffensive der Araber brach zusammen. In diesem Moment nun vertieften sich die Parlamentarier in die tieferen Gründe der Unruhen, und obwohl jeder, der die Ereignisse im Lande mit angesehen hatte, die Drahtzieher kannte, die hinter den aufgehetzten Plünderern gestanden hatten, obwohl die Menschen, die über die Jeschiwah in Hebron und die Beter an der Klagemauer hergefallen waren, von altersher von den Großgrundbesitzern ihres eigenen Volkes ausgesogen worden waren, wurde „festgestellt", daß die Verdrängung von Arabern durch Juden von ihrem Boden eine der Ursachen der Unruhen gewesen war. Dem Bericht der Kommission war ein Separat-Votum ihres Mitgliedes Harr}' Snell angefügt, das sich in den wesentlichsten Feststellungen und Folgerungen von denen seiner Kollegen distanzierte. Die Forderungen der Kommission, in Uebereinstimmung mit dem, was antizionistische Beamte in Jerusalem gern gegen die Ausführung des Mandats geltend gemacht hatten, wurde von Lord Passfield aufgegriffen und es wurde eine neue Expedition nach Erez Israel angeordnet. Den Vorsitz der Parlamentarier-Kommission hatte ein hoher-richterlicher Beamter der Straits Settlements geführt, der neue Expert war Hope Simpson, der die Wiederansiedlung der griechischen Flüchtlinge geleitet hatte. Sein System der Arbeit, sein Zahlenmaterial über die „verdrängten" Araber, seine Schlußfolgerungen sind wohl noch in Erinnerung. Mit Hilfe einer Flugzeugaufnahme waren Feststellungen über kultivierbaren Boden gemacht worden, die überraschende Tatsache, daß es zahlreiche Araber gibt, die nicht über eigenen Boden verfügen (als ob in irgend einem anderen Lande die meisten Einwohner eigenen Grundbesitz haben), wurde dick angemerkt. Trotz aller Kritik, die der Bericht gefunden hatte, machte ein Weißbuch des Kolonialamts sich die Schlußfolgerungen zu eigen, die Lord Passfields Sachverständiger seinem Bericht eingefügt hatte. Dies Weißbuch fand eine fast einmütig scharfe Ablehnung bei den maßgebenden eng-