Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 31 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Z I 0 N Seite 31 findet. Diese würde noch williger dargebracht Werden, wenn die selbständige Orthodoxie nicht, wie so manches Mal, ihre Bewunderung kritik- und maßlos zum Ausdruck brächte. Wir lehnen nicht nur den gemeindepolitischen Separatismus und seinen anspruchsvollen ideologischen Unterbau, die Klalpolitik mit ihrer Absonderung ab, sondern können auch die theoretisch: Haltung, die religionsphüosbphische Wcierführung des Hirsch' sehen Systems mit ihren Einlagerungen aus späteren Erfahrungen, gesammelt auf ürund der Berührung mit Kreisen des Ostens (vor allem mit dem Chassidismus), uns nicht zu eigen machen. Aber wir sind nicht so engstirnig, einem Manne so vielfältiger Leistung und so starker. suggestiver Kraft das Prädikat der Bedeutung zu versagen. Die Festschrift, in so schwerer Zeit herausgebracht, ehrt den Herausgeber und den Kreis der Verehrer Rosenheims um der Opferfreudigkeit willen. Sie nt fraglos Ausdruck der besten Kräfte, die sich um den Führer scharen. Aber damit zugleich auch Ausdruck der Grenzen diedes Kreises. Ist es schon eine verwunderliche Uebertrcibung Eisemanns, in seinem Vorworte ganz allgemein von der „stattlichen Reihe hervorragender Männer'' zu sprechen - ein Titel, auf den doch nur einige Anspruch haben; so sind eine Reihe Arbeiten in beiden Teilen der Festschrift nur als höchst mäßig zu bezeichnen. Mau kann die Beiträge von Wohlgemuth, Klei:, Unna, E. Hildesheimer, Weinberg anerkennen, und in zweiter Linie noch Münks, Jungs und Merzbachs Aufsätze nennen, ohne etwa alle" als ausgereifte Arbeiten anzusehen. Landaus Beitrag nimmt eine Sonderstellung ein, weil er eine Würdigung Rosenheims bietet, gewiß ein Preisiied Rosenheims, in das wir nicht einstim n.en können, aber es fehlt doch nicht eine gewisse kri eche Note. Moses Auerbachs Aufsatz stellt eine erneute, verbesserte Behandlung eines Themas dar, das er schon wiederholt zum" Gegenstand einer Untersuchung gemacht hat. (Zur geistigen Struktur der deutschen Orthdoxie der Gegenwart). Allzu leicht hat sich Deutschländer die Arbeit gemacht (.Biblisch-talmudische Sentenzen Lind Motive in der Weltliteratur). Dieses Therm erfordert eine strengere Selbstzucht. Um wirklich eine Bereicherung zu geben, hätte die geisteigescHehtliche Linie viel sorgfältiger gesucht, die Eindeutigkeit des Einflusses dadurch gezeigt werden müssen, .daß nur sehr charakteristische Motive, die nicht ubiquitär sind, sondern ihre Herkunft aus dem jüdischen Kreise nicht verkennen lassen, oder es hätte doch mindestens bei Motiven, di: in vielen Kulturkreisen, teils selbständig teds unter der Wirkung" anderer auftauchen, an der Formgebung das jüdische Quellgebiet demonstriert werden müssen. --- Zu leicht hat sich auch J. Carlebach (Moral und Politik) die Arbeit gemacht. Die Geschichte der Judenheit, soweit sie aktive politische Geschichte ist, beweist nicht ohne weiteres, daß die kollektiven Gebilde i' höherem Maße dem Moralgesetz unterworfen sind als das Individuum. Will aber C. nur die Wesens geschichte, das Juden tum sprechen lassen, so hätte er als Wortführer der Nichtjuden nicht lediglich Fichte etc. anführen dürfen, sondern auch Denker, die an die Gesamtheit strenge sittliche Forderungen richten (etwa Fr. W. Farster, Driesch u. a. m.). Leider ist auch Wöhlgemuth, dessen sehr gute Darstellung von Schelers Religionsphilosophie und ihre Prüfung an der jüdischen Lehre schon oben gerühmt wurde, einer ähnlichen Gefahr nicht entgangen. Bei Diskussion des Gedankens-der R e u e-spricht"er davon, daß die moderne Philosophie in der Reue einen nur negativen und höchst unökonomischen Akt sehe. Er scheint nur bei Scheler eine Ausnahme zu finden. Auch diese Verallgemeinerung ist unzulässig. Es ließe sich auch sonst noch manches anmerken. Gewiß gibt es eine gemeinsame Grundlage für das religiöse Erlsben, wo immer es sich manifestiert. Der religiöse Akt hat gewisse Züge, die konstitutiv sind. Dennoch scheint mir, daß die Besonderneit jüdischer Frömmigkeit und ihrer Stellung im Rahmen des Judentums nicht genug herausgearbeitet worden ist. Vielleicht sieht W. überhaupt zuviel Uebereinstimmungen mit Scheler. -----' E. Hildeshei ners Mystik und Agada bei Scherira und Hai ist sehr instruktiv; die Materialsammlung ist reichhaltig und klar dargestellt, die begriffliche. Durchdringung läßtmanche Wünsche offen/ Jungs „Was ist orthodoxes Judentum" ist schriftstellerisch der lebendigste Beitrag; er hat die Vorzüge amerikanischer Produktion. Unnas Parallele zwischen Ramiumi und dem Lädier Rav. ist gut gesehen und gezeichnet. Klein müht sieh in ernster Untersuchung um eine Harmonisierung zwischen Mischnah Torah und Morch Newochim. Weinbergs Abhandlung zur Geschichte der Targumim könnte erst im Zusammenhang mit der ganzen Untersuchung gewürdigt werden: v ns vorliegt, ist mehr eine Analyse agadischcr Deutung»- und Ergänzungsweise. Im hebräischen Teile verdienen eine Reihe halachischer Abhandlungen Erwähnung. Neben kürzeren verschiedener litauischer Rabbiner: ajn nmStr /tari rrvbn nspa;na -iwxi x'Ji:: sind zwei große von Oberrabb. Spitzer :;':•;•:: "iwa lTCj nvra nirr und von Rabb. Horawitz: rrnm pn.-in ri^am jrt Diese beiden sehr aktuellen Themen sind.des Interesses der Leser sicher. Ihre Ergebnisse und deren Herleitung können hier nicht in extenso dargeiegt werden. De i Frauen wird passives und aktives Wahlrecht abgesprochen,, die Konzeptionsverhiiumg auf die gefährdeten Fälle beschränkt und eine Stufe ifolge der Mittel zur Verhütung aufgezählt. Dabei wird -der Ausschaltung der Ovarfunktioii durch Röntgenbestrahlung ein besonderer Platz eiligere ':nt. Die ::pitzer'sehe Anhand ung st ungeachtet ihre:. Ergebnisses, eine sehr umfassende und scharfsinnige Studie. Manche Beiträge sind recht belanglos, so die von Rabb. Lewin: rri:i:n "•wc rn:a von Friedmann: njn v-icy :n= T.Etr Die Gleichnisse des Chofez Chajim, die Schönfeld aufge, eichne. hat, sind gedanklich nicht besonders packend, und die von Schönfeld stammende. Fassung nicht sehr geglückt. Ueberhaupt befriedigt das Hebräisch der Autoren nicht sehr, besondere, dort, wo man die Absicht spürt, Neuhcbräisch oder so 'etwas Aehnliches zu schreiben. Druckfehler sind, obgleich einige im Anhang berichtigt sind, noch recht zahlreich, Zitate oft ungenau: So p. 149 (hebr. Teil) unten.- Das Zitat steht Sabb. 142 (nicht ,141) jes laufet .nicht: .--"