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Zion · 1932-03-01 · Heft 3 (März 1932) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 30 (sequence 12)
Language
German
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eite 30 Z I O N, Nr. 5 Misrachi Ortsgruppe Hamburg-Altona. Unsere Winterarbeit, die durch die in diesem Jahre erstmalige Arbeit der Misrachi-Frauengruppe wesentlich belebt wurde, hatte zwei Höhepunkte durch die Besuche des Herrn Dr. Barth und des Herrn Prof. Fraenkel. Vor der öffentlichen Versammlung, in der Herr Dr. Barth vor einem großen und ausgewählten Publikum mit viel Geschick sprach, wobei er einen starken propagandist'Sch ii Ei t->\g haue, versammelte sich in einem Privathause ein engerer Kreis von ca. 60 Gesinnungsgenossen zu einer intimeren Aussprache über die heutige Lage des Misrachi. In seinem einleitenden Referat schilderte Herr Dr. Barth die jetzigen Möglichkeiten in Erez Israel, welches der allgemeinen Wirtschaftskrise trotzte, und eine gesunde und normale Wirtschaftsentwikclung in den letzten zwei Jahren nach den Unruhen nahm. Unsere Arbeit in Deutschland müßte jetzt besonders darauf bedaciit sein, diese Entwicklung auszunutzen, die gerade Leuten des Mittelstandes Möglichkeiten der Ansiedlung bieten, indem wir propagandistisch hierfür arbeiten, um Mitglieder des Misrachi bzw. gesetzestreue Familien dort zur Ansiedlung zu bringen, um das gesetzestreue Milieu im Lande zu stärken. Mit diesen Positionen eng verknüpft ist die Arbeit für unsere kulturellen Anstalten und besonders für unsere chaluzische Ansiedlung des Kibbuz Rodges, für die die in Deutschland gesammelten Gelder gebraucht werden sollen. Die Aussprache ergab Aufklärungen über eine Reihe akuter Fragen im Rahmen dieser Arbeit und befriedigte die Zuhörer sichtlich. Auch der in der vorigen Woche in einer Mitgliederversammlung gehaltene Vortrag von Prof. Dr. Fraenkel, zu dem auch Gäste geladen waren, gab ein lebhaftes Bild von dem Erziehungswesen in Erez Israel. Prof. Fraenkel, der mit der ihm eigenen Gründlichkeit und Fachkenntnis fast alle Schultypen im Lande studiert hat, verstand es, in meisterhafter Art, dieselben uns lebendig zu schildern und je nach ihren Besonderheiten zu gliedern. Er kam zu dem Schluß, daß das Misrachischulwerk das Beste im Lande sei und daß es wirklich als wichtigste Aufgabe des deutschen Misrachi zu gelten habe, dieses Schulwerk nach jeder Richtung hin zu fördern. Während Prof. Fraenkel die anderen Schulgattungen wie die Arbeiterschulen, die anderen zionistischen Schulen, die wenigen Agudaschulen usw. kritisch betrachtete, so hob er ebenso auch die noch vorhandenen Mängel auch einzelner Misrachischultypen hervor und zeigte Wege, wie diese behoben werden können. Die zahlreichen Zuhörer verließen befriedigt und belehrt diese Versammlung. Unsere Clubabende fanden gemeinsam mit der Misrachi-Frauengruppe bisher zwei Mal statt und wurde einmal ein ausführliches Pressereferat mit sehr ausgedehnter Diskussion gehalten, das zweite Mal referierte Frau Hedwig Möller über das Werk von Kastein: Eine Geschichte der Juden. Am Schuschan Purim veranstaltete die Frauengruppe ein gut gelungenes Kinderfest, während abends die Misrachi-Ortsgruppe ihre Mitglieder zu einer gemütlichen Purimfeier geladen hatte. Ca. 75 Personen nahmen daran teil und ein sehr geistvolles, von Frau Dr. Marlene Jacobsohn gedichtetes satirisches Stück, frei nach Goethes Faust, trug, dargestellt von einer Reihe von Freunden und der Verfasserin, sehr zum Gelingen des Abends bei. Einige Damen hatten ein schönes Büffet in eigener Regie aufgestellt, welches reißend Absatz fand. Die Feier war schön und harmonisch. Erst um 1 Uhr nachts ging man nach Hause. Wir hoffen, jetzt unsere Arbeit auf die Schaffung der Mittel für den Palästinafond mit gutem Erfolg umstellen zu können. Dr. Rudolf Möller. Der Israelitische Frauenverein in Kiel feierte am 19. März sein 40jähriges Bestehen unler großer Beteiligung der Mitglieder und deren Angehörigen. Eingeleitet wurde die Feier durch eine Begrüßungsansprache der ersten Vorsitzenden, Frau Friedmann, die auch einen historischen Ueberblick aus der Geschichte des Vereins gab. Sodann überreichte die zweite Vorsitzende, Frau Noher, mit einigen anerkennenden Begleitworten der verdienstvollen Ehrenvorsitzenden, Frau Henriette Tannenwald, eine Ehrenurkunde und allen Mitgliedern, die länger als 25. Jakre dem Verein angehören, ebenfalls Urkunden. Danach würdigte Herr Rabbiner Dr. Posner die LiebestStigkeit des Frauenvereins und wies im Zusammenhang damit auf das nahe Purimfest hin, das auch der Erinnerung an die Hilfe," die von einer jüdischen Frau ausging, geweiht ist. In ähnlichem Sinne sprach für den Gemeindevorstand dessen erster Vorsitzender, Herr Morris Jonas. Darauf folgte eine gemeinsame Kaffeetafel und verschiedene Darbietungen musikalischer und humoristischer Art, deren Festlegung, Ansage und teilweise Ausführung durch die Schriftführerin, Frau Posner, erfolgte. Weitere Mitwirkende waren: Die Hamburger Rezitatorin Frau Müller-Heyn, ferner Frau Behrens, Frau Domowitz, Fräulein Schnell und Herr Dr. Bodenheimer. Das wohlgelungene Fest hielt die Gäste bis zu später Stunde beisammen. Bücherbesprechungen.. 1. Festschrift für Jacob Rosenheim anläßlich der Vollendung seines 60. Lebensjahres (mit einem hebräischen Teil: S^vn -ec Frankfurt 1931 (5692) bei J. Kauffmann. 2. 3py 'Sns , Ausgewählte Aufsätze und Ansprachen von Jacob Rosenheim, 2 Bde. (381 u. 512 Seiten) Frankfurt 1930 (5691) bei J Kauffmann. Es ist für den Referenten aus mancherlei Gründen nicht leicht, die angezeigten Bände zu würdigen. Sie rücken eine Gestalt für seinen eigenen Kreis aus festlichem Anlaß in den Mittelpunkt und dieser Kreis steht zü dem Jubilar ganz anders als der Referent. Andererseits istt der Zeitpunkt noch nicht gekommen, das Wirken Rosenheims objektiv zu würdigen. So sei denn nur vorausgeschickt, daß die Religiosität, die geistige Kraft und das politische Wirken Rosenheims auch beim Gegner Achtung erheischt und Beachtung

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