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Zion · 1932-03-01 · Heft 3 (März 1932) · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 28 (sequence 10)
Language
German
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Sei»* 28 Z I 0 N Nr 3 aus dieser Gespaltenheit herausführen will. Wir wissen, daß weite Kreise der gesetzestreuen Jugend an diesem D-lemma gescheitert sind, daß viele in dieser Verzweiflung ihre Torahgesinnung verloren haben, und daß der Fluch der roten Assimilation gewiß nicht an den Toren der Orthodoxie halt gemacht hat. Wir sind glücklich darüber, daß in dieser Situation die besten Kräfte dieser Jugend den Weg zur Palästinaarbeit gefunden haben, und der Deutsche Misrachi darf es sich als bleibendes Verdienst anrechnen, daß er durch den Aufbau seiner Hachscharaharbeit die Möglichkeit geschaffen hat, diese Menschen als wertvolle Glieder in die heiligste Aufgabe unserer Generation einzureihen. Das zweite Motiv ihrer Palästinasehnsucht aber ist ein religiöses, das Bewußtsein nämlich, daß in der gegenwärtigen Periode der Erschütterung des Jude-tums und der Auflösung der Judenheit, die . esterexistenz der lebendig fortwirkenden jüdischen Idee gesichert werden muß, daß eine Stätte geschaffen werden muß, wo ein normalisiertes jüdisches Volk seiner Aufgabe dient. Nicht nur wir jeiden in der Galuth, auch die Torah leidet mit uns, da sie hineingezwängt ist in eine Situation, d;e ihre Träger an der Verwirklichung hemmt. Wir empfinden unseren Schabbath als Kompromiß, unser europäisches Bildungsideal ist mit un nicht organisch verbunden. Wir sind den QueL-m unserer Tradition entrückt und wir wissen, daß die Ideen der Propheten uns in der Galv.h keine Triebkräfte unseres Lebens werden. Weil die Halachah nur in einem normalisierten Volk leben und wachsen kann, brauchen wir ein lebendiges Volkstum in Erez Israel. Für die Mitwirkung an dieser Aufgabe unsere Jugend vorzubereiten, i; f der Sinn unserer Hachscharaharbeit. In diese Aufgabe ist das kämpferische Ziel eo ipso ei .geschlossen. Es ist uns klar, daß wenig damit g schaffen wäre, wenn einzelne Menschen mit die;er Gesinnung nach Erez Israel gingen, um dort ihr eigenes Leben jüdischer aufzubauen, als ms hier möglich ist. Sinn unserer Bestrebungen 'cann nur sein, in Erez Israel eine Anzahl beispielgebender Gruppen zu schaffen, die ihr Leben so gestalten, daß es auf die der Tradition entfi bindeten Chawerim aneifemd wirken kann. Wi wollen versuchen, dort zu erweisen, daß w i r die historischen Träger unserer nationalen Idee sind, daß nur auf dem Weg, den wir ein .chlag -n, das normale jüdische Leben, das auch lie an leren anstreben, wiederhergestellt werden kann .Weil wir davon durchdrungen sind, daß auch lür die anderen Chaluzim und Arbeiter, religiöse Sehnsucht der tiefste Antrieb ihrer ~>alästinaarbeit ist, glauben wir,; in dieser gewiß kämpferischen Auseinandersetzung für unsere Idee schließlich die Sieger zu bleiben. Dazu aber ist, wie der „Israelit'/ richtig bemerkt, die Offensivkraft: der Liebe nötig, der Liebe zum ganzen Volk, ist die Erkenntnis nötig, daß auch der Antrieb der anderen zutiefst ein idealistischer ist. Wer die geistige Entwicklunginnerhalb der palästinensischen Arbeiterschaft kennt, weiß, daß ihre besten Menschen erfüllt sind von dem Suchen nach den Inhalten ihres nationalen Lebens, und es ist kein Zufall, daß unser Freund Prof. Dr. A. Fraenkel vor kurzer Zeit vor der Arbeiterschaft des Emek Aussprachen über rein religöse Fragen und religionsphilosophische Probleme geleitet hat. Alle diese Gedanken sind im Brith Chaluzim Datiim nicht neu, und nach dem Gesagten bleibt nichts von den Auswürfen des „Israelit", wahrlich nichts von der Unlebendigke-it des religiös Tradierten, nichts von dem „Religionssatz" und nichts von der mangelnden Offensivkraft. Uebrig geblieben ist nur der Makel, daß der Bund sich resolutionsmäßig auf den Boden des Zionismus gestellt habe. Nach all unseren Ausführungen ist es zwar klar, daß der Bund sich in das Aufbauwerk hineinstellt, und daß' er es ablehnt, als Sekte in Erez Israel aufzutreten, die sich um die sie umgebende Welt nicht kümmert. (Vielleicht ist die kleine agudistische Siedlung in Machaneh Israel an diesem sektenmäßigen Charakter gescheitert, und dies Vorbild schreckt uns fürfürwahr). Aber es wäre überflüssig gewesen, diese Stellung des Bundes durch eine Resolution der letzten Pegischah festzulegen, wenn aus nicht gewisse Bemühungen des Palästina-Amts der Agudas Israel dazu gezwungen hätten. Da es versuchen wollte, den Bund im „Geist seiner Organisation" zu beeinflussen, mußte Klarheit darüber geschaffen werden, wo der Bund steht, und es ist gut, daß darüber nunmehr Zweifel nicht mehr aufkommen können. Der Misrachi hat darauf verzichtet unJ verzichten können, den Bund oJcr seine Mitglieder organisatorisch an sich zu binden. Ein Bund religiöser Chaluzim kann schließlich nur den gleichen Weg gehen, den auch der Misrachi, insbesondere der deutsche Misrachi geht. Es gibt deswegen im Bund keine Stelle, die sich als die beauftragte Wahrerin misrachistischer Belange ansieht. Aber — das sei dem Leitartikel des „Is- raelit" zum Schluß gesagt —. es ist ein aussichtsloses Beginnen, aus dem Kreis der wenigen Agudisten im Bund (es sind bestenfalls, >m,. nicht

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