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Zion · 1932-03-01 · Heft 3 (März 1932) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 25 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5 Z I 0 N -Seite 25 Allerdings muß man es sich auch denken, gesagt werden konnte nicht mehr viel, da eine Debatte abgeschnitten wurde. Ueber Weltanschauungsfragen, über die man sich doch nicht verständigen würde,''sei schon genug gesprochen 'worden: ...IBD'S'naiOn " Und doch muß darüber gesprochen werden. Gerade im Interesse sachlicher Arbeit. Um die neuen Grenzen abzustecken und das Feld zu gemeinsame n Werk zu bereiten. Eine Einheitsgemeinde kann nun einmal nicht umhin, die verschiedenen Anschauungen derer zu tolerieren, die in ihr zusammengeschlossen sind. Man hatte früher nur das Zwei-Parteien-System Liberal-Konservativ wie in England, bevor dort die Labour Party erstarkte. Aber diese Zeiten sind vorbei, und das Stimmenverhältnis der Gemeindewahlen zeigt wie gründlich vorbei. Der Jüdisch-Nationale passt nun einmal in keines der beiden Schemata, die er sprengt. Er ist ganz gewiss nicht liberal im Sinn des kämpferischen, vom Willen der Assimilation besessenen Bewegung, die wort führend auf den Tagungen und drahtziehend hinter den Kulissen arbeitet. Er ist aber auch nicht konservativ im Parteisinn. Er will nicht konr.ervieren, sondern schaffen, und wenn man in den dem religiösen Juden vertrauten Schriften ein Motto für ihn suchen will, so sei es das widerspruchsvoll klingende mpa wo^ enn die Erneuerung, die das Alte schafft (weil es das Eingeborene, Echte ist). Daß diese vom Gedanken des nationalen Judentums ergriffenen Menschen mit Eifer am Judentum arbeiten, ist dies zu leugnen oder zu übersehen? Daß sie schöpferische Energien ausgelöst haben, wie es in ähnlichem Maß den anderen nicht gelungen ist,* ist das zu mißkennen? Daß solche Menschen ihre eigene Anschauung über Erziehung, soziale Arbeit, Fragen der Berufs-Umschichtung haben, die kennens- und (entsprechend der Stärke ihrer Gruppe) beachtungswert sind, wird eine Gemeinde ins Kalkül zu stellen haben. Was dient es gemeinsamer Arbeit, wenn man mit dem Dreschflegel der Wortentziehungen dazwischenhaut? In diese Situation, die liberale Intoleranz verschuldet hat, kommen in den nächsten Tagen viele Hunderte unserer Jugend zurück, die Wochen stärksten seelischen Erlebens in Erez Israel in sich tragen. Mit welchen Augen werden sie jetzt das jüdische „Leben" in ihren Heimatgemeinden ansehen? Das Land, das sie bisher nur mit der Seele gesucht hatten, hat sie umfangen, das Band mit ihren Brüdern war geknüpft, kaum daß sie den Fuß aus Uter gesetzt hatten. In Arbeit und Erholung waren sie ihnen nahe, sahen sie an der Zukunft von Land und Volk schaffen. Nicht wie in anderen Ländern für sich und die ihren, auch die berufliche Arbeit mit dem Blick auf die Gesamtheit. Und nach diesen Feierstunden im' 'Herzenj kehren sie hierher zurück und hören vom unerschütterten Standpunkt der Partei den Gewissenszwang schildern, in den ein Repräsentant des Judentums kommt, wenn er für Erez Israel etwas tun soll. Noch das grandiose Schauspiel des Aufbaus jüdischer Heimstätte vor Augen, sehen sie, wie dem Nachwuchs der tapferen Chaluzim die Stütze entzogen wird im Namen des Judentums. Sie kehren zurück von ihrem Volk, die Religionsgemeinschaft hat sie wieder. Goethe und wir Von Dr. Armin Blau, Hamburg". Entsprechend der Aufgabe unserer Zeitschrift außer den politischen Problemen und den ideologischen Versuchen des deutschen Misrachi auch anderen Zeitfragen, besonders kulturellen Problemen, Raum zu gewähren, feiern wir gleich der ganzen Kulturwelt den 100. Todestag Goethes. Es wird nach Ablauf dieses Jubiläumsjahres eine fesselnde Arbeit sein, an Hand der Säkularfeiern, der Reden und Bücher dieses Jahiefestzustellen, was Goethe unserer Zeit noch ist und vielleicht wieder oder gar erstmalig ist. Auf diesem Hintergrunde wird ein Selbstkii ik unserer Gegenwart i-i siclitlu h werden. Denn die Bewährung oder das Versagen vor dem gewaltigen Phänomen Goethe wird keinen, ungeeigneten Maßstab für die Beurteilung unserer Generation abgeben. Das gilt auch für das Verhältnis der Juden unserer Zeit zu Goethe. Es ist uns eine Freude, daß der Beitrag unseres werten Mitarbeiters Dr. Blau ohne Vorbehalt die überzeitliche, unwandelbare Größe des Dichters verkündet und sich fern hält von den unzulänglichen und befremdenden Betrachtungen, die an manchem Crte zum Abdruck gekommen sind. (z. B. Arnold Zweig in den Blättern der Loge). Gerade wir Zionisten und gewiß wir Misrachisten sind in unserem eigenen jüdischen Kulturbewußtsein gefestigt genug, um den Einfluß anderer Kulturen und die Bedeutung der größten Schöpfer und Künstler, nicht nur ohne Gefahr für unserei Eigenart sondern mit großen Nutzen zu erfahren. W^r treten zu anderen Nationen in das Verhältnis der Wechselwirkung, erschließen uns ihren Werten ürnd bieten die unseren dar und sind so aktiv und passiv an dem Wachstum von Weltliteratur und Menschheitskultur beteiligt. (Vorbemerknug der Redaktion). Goethe ist eine Geistesmacht für den Gebildeten jeden Bekenntnisses und jeder Nation. Er gehört nicht Deutschland, er gehört der Welt an. Jeder, der auch nur e i n Werk von Goethe in

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