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Zion · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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Seite 16 Z I 0 N Nr. 1/2 Gehalt nach den ersten Platz ein. Am Beispiel der Lehre vom Tempelwesen und von den Opfern sowie vom Eid wird Philos Einstellung zu charakteristischen Bestandteilen des Gesetzes geprüft und eine Wendung der Opfergesetze ins Ethische erkannt; jüdische Form wird in griechische Formeln gefaßt. Starke, Konvergenz bestimmter Richtungen im Hellenismus und Judentum jener Tage offenbart sich in dem alexandrinischen Denker. — Während dieLehre vom Eid auf griechische Einflüsse zurückgeht, ist das auf Gelübde Bezügliche stark von jüdischen Elementen bestimmt, während Ph. beim Nasir sich wieder von den Gesetzeslehrern weit entfernt. — A. L e w k o w i t z' sehr umfangreicher Beitrag bringt das 2. Kapitel seiner großen Arbeit: Das Judentum und die geistigen Strömungen der Neuzeit, und behandelt die Aufklärung. Er bietet gu-^ Analysen von Descartes bis Hume (u. a. Pascal, Hobbes, Spinoza, Locke, Leibniz, Mendt issohn, Lessing) und stellt, wo sie sich ungezv angen ergeben, Beziehungen zum Judentum hei. Dabei treten Locke's und Leibniz' Toleranz una Verständnis für das Judentum bemerkenswert ru: vor. Die Analyse Spinozas erhebt sich zu einer gründlichen Würdigung des Wesens des Judentums gegenüber der Vergleichung durch Spinoza. Freilich wird L. dabei nicht hinreichend dem nationalen Element im Gesamtkomplex des Judentums gerecht. Dagegen ist das Urteil über Spinozas Bewertung der Ethik als einer Nützlichkeitslehre und ihrer Eingliederung in die Politik zutreffend wie der Hinweis auf die Erschütterung der Metaphysik des Spinoza durch die neuere Philosophie. Ausführungen über die Eigengesetzlichkeit der Religion beschließen diesen Abschnitt; Jul. Lewkowitz äußert in „Die Selbständigkeit der Religion" (Bd. II) ähnliche Gedanken und polemisiert gegen H. Cohens Rationalismus. Gelegentlich führen A. Lewkowitz' jüdische Anmerkungen und Parallelen zu den Gedankengängen der Denker nicht genügend in die Tiefe; das gilt insbesondere für die im Anschluß an Descartes geäußerten Bemerkungen. Rabins ,,Studien zur vormosaischen Gottesvorstellung'' liegen nur im ersten Abschnitt vor, der allerdings durch die ernste und sorgfältige Inangriffnahme des Themas der Fortsetzung mit Interesse entgegensehen läßt. R. will die gewohnten Bahnen der kritischen Bibelforschung verlassen und d. Pentateuch in seiner gegebenen Gestalt um die Besonderheit der vormosaischen Gottesgestalt befragen. Dabei werden bereits im vorliegenden Teil die Ergebnisse der kritischen Schule nicht ignoriert und die vergleichende Forschung herangezogen. Der Bundesgedanke wird auch von R. als zentral empfunden. Die von den Modernen konstruierten Hypothesen (El-Religion mit allen sich daran knüpfenden Vermutungen, die Religion der Patriarchen, I.-Kult, Sinai-Religion etc.) werden ausführlich erörtert und die Einheitlichkeit des religiösen Erlebnisses im Pentateuch durch religionspsychologische Wertung erhärtet. Das Verhältnis des Monotheismus zu möglichen Vorstufen bedarf wohl noch einer zwingenderen Darstellung. — Umfangreich ist der hebr. Beitrag M. Guttmanns : omaVnai Emaa *"« Die Kenner von G. s -loSnn nnsa wissen um seine Arbeitsweise. Dieses Kapitel ist natürlich für unsere Freunde sachlich von größtem Interesse. Sie finden hier, nach Materie geordnet, das Gebiet erschöpfend dargestellt. Im 2. Band ist eine Fülle von Arbeiten vereinigt. Sie können nur kurz — und nicht alle — gestreift werden. Elbogen nimmt zu den 2 Scherira-Brief-Rezensionen Stellung. Im Gegensatz zu der bisherigen Meinung lehrt er eine gleiche Ueberlieferung beider Textgestalten und gibt eher der Z.-Fassung (die fränzös. genannt) den Vorzug. Gaster steuert eine Arbeit über die 613 Gebote und Verbote der Samaritaner bei mit der Aufzählung der mn. Der kürzlich verstorbene A. Schwarz setzt seine Tosseftastudien fort und bringt die Tossefta zu Horioth mit seinem Kommentar (nnx ]vir\). Historischen Charakter haben Silbersteins „Familiennamen in Mecklenburg-Schwerin", F. Lazarus' „Hessen-Kassel vor der Fremdherrschaft", Kobers interessante Abhandlung „Rheinische Judendoktoren des 17. und 18. Jahrhunderts". A. Guttmanu folgert aus seinen und seiner Vorgänger Arbeiten, daß die Mischnaredaktion nicht rein technischen Charakter hatte, sondern Kürzungen, Stiländerungen und Umwandlung mancher mit Tradenten versehenen Lehren in anonyme Aussprüche vornahm. Die Exegese ist durch mehrere Arbeiten z. B. L. Levys Darstellung von Maleachi, der als Vorläufer Esras charakterisiert und gegen die Auffassung, Gegner des Kultes gewesen zu sein, in Schutz genommen wird, vertreten. Auch Kattens Behandlung von Genesis, XLI. bewegt sich in konservativem Rahmen. Eine ausführliche Würdigung verdienten noch vor allem J. Guttmanns „Levi b. Gersons Theorie der Begriffe" und Wahrmanns „Die Entwicklung der Bedingungsformen im bibl.-talm. Recht". Das ganze Werk ist ein Zeugnis der regen Arbeit der Breslauer Schule. Dr. Wolfsberg.

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