Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1/2 Z I 0 N Seite 7 In Uebereinstimmung damit finden wir zu Esras Zeit unter den aus Babylon Heimkehrenden solche, die fremde Frauen nahmen, den Sabbat entweihten, auch solche, die ihre Sprache gewechselt haben. „Die Hälfte spricht Aschdodith." Die Führer weigerten sich durchaus nicht, sie zu den Heimkehrenden zu zählen; beinahe scheint es, als ob sie gerade diese den anderen vorgezogen hätten, als ob sie befürchtet hätten, gerade sie dort zu lassen, und sich bemühten, sie aus1 Babylon herüberzuretten. Jedenfalls hören wir von Rabbi Elieser: Esra ging nicht aus Babylon, bis er es wie reinstes Feinmehl zurückließ. (Kidduschin 62). Mit anderen Worten: er ließ in Babylon die nSc (Feinmehl), und den Schrot (r.Sos ) nahm er mit sich, (er schied von ihnen ihre D'SiDa aus, und führte sie mit sich. Raschi, ibid.) Und noch ein interessanter Zug wird berichtet. „Von den onw aber fand er niemand, denn diese saßen in Babylon in Ruhe und Sicherheit, die Heimgekehrten in Jerusalem aber waren in Bedrängnis und mühseliger Arbeit und in Furcht vor allen, die sie umgaben", (Raschi ibid.). Viel können wir aus diesen Worten lernen. Natürlich wurden ihnen im Lande ihre Sünden vorgehalten, und man beeinflußte sie, sich zum Guten zu wenden. Und dies ist der wahre Weg der Thora. Die Worte Jesajas aber: „ wer hat dieses von Euch gefordert, meine Höfe zu zertreten?" beziehen sich auf das Opfer. Das ist eine Sache für sich und hängt mit der Auffassung vom Opfer zusammen: „das Opfer der Bösen ist Greuel." Die Worte des rr^E' bezichen sich auf die, die in Erez Israel zu ihrem eigenen Nutz und Frommen wohnen, ohne Sorge zu tragen für den Aufbau des Landes. Alle Großen Israels aber zu allen Zeiten waren der Meinung, daß der Aufbau des Landes auf jede Weise etwas Großes ist. Die Führer der Orthodoxie haben große Verantwortung auf sich geladen, als sie die Orthodoxie vom Anschluß an die zionistische Bewegung zurückhalten wölken. Gerade die, bei denen leider die Liebe zum Lande nachgelassen, haben unbewußt den Einfluß der Nichtorthodoxen auf den Aufbau des Landes verstärkt. Doppelt schwer wiegt die Verantwortung derer, die noch heute die Orthodoxie am tätigen Aufbau des Landes hindern. Diese Spaltung ist Wurzel aller Schwächen, die dem Aufbau anhaften. Es ist Pflicht aller Frommen, diese Spaltung zu überwinden. Das Problem ist alt. Einst saßen die Weisen beisammen und untersuchten die Frage in aller Tiefe (Sanh. 97). R. Elieser sagt: Tut Israel Buße, so wird es erlöst, denn es steht geschrieben: „Kehrt wieder ungehorsame Kinder, ich will Euch heilen von Eurem- Ungehorsam." Darauf sagt R. Jehoschua: es steht doch aber schon geschrieben: „und nicht durch Geld werdet Ihr erlöst." Nicht durch Umkehr und nicht durch gute Taten. (Raschi: auch wenn sie nicht Buße tun, sie werden erlöst). Da sagte R. Elieser dem R. Jehoschua: es steht doch aber geschrieben: „Kehret zu mir zurück, so wende ich zu euch zurückkehren". Da sagte R. Jehoschua; es steht doch aber geschrieben: „So spricht der Herr, Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem der verachtet von jeder Seele, der verabscheut wird von jedem Volke, zum Sklaven der Herrscher: Könige werden sehen und aufstehen und Fürsten und sich neigen." (Raschi: jene, die in Sünde versunken und verkommen... und trotz allem werden sie erlöst). Da schwieg R. Elieser. Wie inhaltschwer ist dieses Schweigen des R. Elieser. IL Es lohnt, die Worte des Talmud hier genau nachzulesen. Das Schweigen R. Eliesers und die ganze Diskussion sind inhaltschwer. Heftig ist das Wortgefecht zwischen R. Elieser und R. Jehoschua. Ein jeder und sein Heer von Bibelversen ihm zur Seite. „Es steht doch aber geschrieben!" Es ist eine Verwirrung im Klären und Erklären der Verse. Jeder bleibt bei Seinem, der Streit rührt an die Frage der Fragen des jüdischen Volkes, an die Frage der zukünftigen Erlösung, an den verborgenen Plan Gottes. Und der Streit steigert sich zur dramatischen Form. Zu.n Schluß aber schwieg R. Elieser. Er bestand nicht auf seiner Meinung. Er gab auch nicht ausdrücklich nach. Er versank in Schweigen, das einem Beistimmen gleich kommt. Der Vorhang fällt. Und abermals Verwirrung. Das Ende ist verhüllt. Die Seele vergeht danach, die Enden des Schleiers zu lüften und wenigstens durch einen Spalt das Dämmern der Erlösung zu schauen. Gibt es denn ganz und gar keinen Spalt? Doch, es gibt einen. Auf das Ende „es schwieg R. Elieser" folgt der berühmte Ausspruch R. Abbas: „Es gibt kein Ende, das offenbarer wäre als dieses, denn es heißt, „Ihr aber, Ihr Berge Judas, Ihr werdet Euer Gesproß hergeben, und Eure Früchte tragen für mein Volk Israel, denn es ist nahe". Und Raschi deutet: „wenn Erez Israel reichen Ertrag bringt, dann ist das Ende nahe". Und JTBnriD erklärt: „Wenn das Land wieder seine Früchte trägt, das ist das