Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Seite 6 Z I 0 N Nr. 1/2 Israels seien von jeher Gegner dieser Anschauung gewesen. Es gebe keine einzige Stimme zugunsten der Behauptung Raw Berlins. Drei Aussprüche aus Jesaja, Midrasch und Rambam sollen R. Berlins Meinung klar als Irrtum erweisen, der keinen persönlichen Mißgriff R. Berlins darstelle, sondern als assimilatorischen Einfluß des nichtreligiösen Zionismus auf den Misrachi aufzufassen sei. (s. auch Israelit. Blätter Nr. 19, Seite 3). Die Meinung des Israelit führt zur Konsequenz, daß man einen nichtreligiösen Juden in S-m von der rvSjr nach zurückhalten müsse, es sei denn, er habe nnrn getan. Und umgekehrt: einen unreligiösen Juden, der ans >•« auswandern will, solle man darin bestärken. Die Auffassung des Israelit ist durchaus anfechtbar. Ihr fehlt jede Begründung seitens der Thora, nwa: und V'tn. Der tragische Irrtum liegt beim „Israelit", der unbewußt vom liberalen Assimilantentum beeinflußt ist. Während langer Epochen hat Israel die Thora in radikalster Weise verlassen. Große Teile des "]-3n sind gegen solche Epochen gerichtet. Propheten hatte Israel nur dieser Epochen halber (V:n sagen: hätte Israel nicht gesündigt, so hätte es nichts als das Buch der Thora und das Buch Josua. Weder in Thora noch ck':; finden wir, daß man Sündern den Rat gibt, nach Chuz Laarez auszuwandern. Im Gegenteil: die Verbannung hängt wie ein Damokles-Schwert über dem Haupte der Sünder, wird als schreckliche Drohung, als schlimmste Strafe empfunden. Die Thora sagt: Ihr sollt hüten meine Gebote... auf daß Euch die Erde nicht ausspeie ... (Lev. 20). Ich werde das Land verwüsten .. . ich werde Euch zerstreuen unter die Volker.. . (ibid. 26). Man kann die Worte p:ä i-ierei: Ich nicht I h r. Ihr habt kein Recht, aus dem Lande zu ziehen ohne meinen Befehl, ohne daß ich es über Euch verhängt habe. Und es ist eine ausdrückliche Halacha: Niemand darf aus Erez Israel nach diu/ Laarez auswandern, unterschiedslos. Die Ansicht des „Israelit'" widerspricht dem Geiste der Thora. Das Leben in Erez Israel wird nicht dem Belieben jedes Einzelnen anheimge- .stellt, sondern ist Pflicht. Ist nicht irgend eine mss, sondern eine der wenigen rma, die alle anderen aufwiegen. Nie aber hindert man einen Sünder daran, eine nvic zu erfüllen. Erst recht aber wird man ihm nicht den Vorschlag machen, noch eine weitere Sünde zu begehen. Ein im, der getötet oder Götzendienst geübt, darf nicht die Hände zum Segen erheben. „Alle anderen Sünden aber hindern ihn nicht daran" (Rambam, (H. Thephila XV, 3). Und weiter (ibid. 6) wo sehr prinzipielle Dinge gesagt sind: „Denn dieses ist Pflicht eines jeden j-2 und man sagt einem Menschen nicht; fahre fort Unrecht zu tun, und enthalte Dich der nv.sa." Und als ob der Rambam vorausgesehen hätte, daß manche in det Sinn seiner Worte nicht eindringen werden, fährt er fort: „Wundere Dich nicht und frage nicht, was nützt der Segen dieses Unwürdigen, denn der Segen hängt nicht vom Priester ab, sondern von Gott.. . Jene erfüllen ihre Pflicht, die ihnen geboten, Gott aber in seiner Barmherzigkeit segnet Israel nach seinem Willen ... " Andererseits ist das Wohnen in Chuz Laarez seinem Wesen nach schon Strafe. Es ist Sünde. Es wird als ein Nichtteilhaben an „Gottes Erbe" aufgefaßt. „Elimelech, Machion und Kiljon waren die Größten ihrer Zeit, und warum traf sie die Strafe? Weil sie aus Erez Israel nach Chuz Laarez auswanderten." (Baba Bathra 91)." „Und jeder, der in Chuz Laarez. lebt, gleicht dem, der keinen Gott hat" (Kethuboth, 106). — Jeder fromme Jude sollte wissen, daß die Verwüstung unseres Landes, unsere Verbannung den Propheten als furchtbare unvergleichliche Entweihung des göttlichen Namens gilt. Nicht gleicht die Entweihung des Namens im Lande (die doch in gewissem Sinne geheim gehalten wird) der Entweihung unter den Völkern, also der öffentlichen Entweihung. Dieser grundlegende Gedanke findet mit besonderer Klarheit seinen Ausdruck im Kapitel 36 des Jecheskel. Dort sind folgende Prinzipien niedergelegt: 1. Die Zerstörung des Landes gilt als Entweihung des Namens. 2. Der Aufbau des Landes gilt als Heiligung des Namens. 3. Die Wiederkehr nach Zion geht dem Eingeben des göttlichen Geistes im Volke voraus. Im Zusammenhang mit einem Verse dieses Kapitels sagt der Jalkut: „Säße doch Israel in seinem Lande, selbst wenn es das Land verunreinigte!" Der Sohar (Abschnitt Wajedü) meint: die nach Zion Wiederkehrenden werden von der Lebensart der Lehre srpnnn pDiou weit entfernt, in den Wegen der Völker wohl bewandert sein, und nur in Erez Israel werden sie allmählich sich bessern, auch dieses aber nur unter dem besonderen Beistande Gottes, der seinen Geist ihnen eingeben wird. Der Sohar deutet dort auch die Wiederbelebung der hebräischen Sprache an, die wieder „zu ihrer Sprache" werden wird.