Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 10-11 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 104 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 104 Z I 0 N Nr. 10 die politische Partei für die Erziehungsgemeinschaft entscheiden, dann wird seine Aufgabe die bisher notgedrungen auf die Dauer erfolglos sein mußte, leichter zu verwirklichen sein. Die paar Erfolge, die er erreicht hat und die Anerkennung, die ihm in beachtenswerten Kreisen gezollt wurde und wird,' sind ihm zum großen Teil aus seiner bündischen, erzieherischen Einstellung geworden. Und hier sollte er auch einsetzen, um Bedeutsames, Bleibendes zu erreichen. Es gibt in Deutschland einen Brith Hanoar, der viele und starke Potenzen in sich birgt, Kinder aus gut-jüdischen Milieu, die viel Voraussetzungen für eine Erziehung in unserem Sinne mitbringen. Ihm sollte der Z. M. seine ganze Aufmerksamkeit zuwenden und hier und nur hier seine besten und aktivsten Menschen einsetzen. Man wird dem Brith Hanoar so dienen und vom Z.M. retten, was noch zu retten ist. Die Konstellation, um diese Umstellung zu vollziehen, ist überaus günstig: Führerschaft des Brith Hanoar und Zentrale des Z.M. sind in einer Hand vereinigt. Es werden Kompetenzstreitigkeiten sq vermieden werden können, und e i n Mann hat eine genaue Uebersicht über die. Verhältnisse in beiden Bünden und weiß die Kräfte abzuschätzen. Wichtiger noch ist, daß jetzt zum ersten Male ein ausführlicher Grundriß eines Erziehungsprogramms für den Brith Hanoar vorliegt, den wir noch der Tätigkeit von Grete und Jeschaja Leibowitz verdanken. Er ist als Basis für eine Diskussion vorzüglich geeignet, ja, er bietet sogar sOj in der vorliegenden als provisorisch gedachten Form schon soviel Ansatzpunkte für eine Erziehungsarbeit, daß mit ihr sofort begonnen werden könnte. Wem aber doch unbedingt an einer Diskussion dieses Programmes liegt, wird auf dem spätestens Weihnachten stattfindenden Deligiertentag des Z.M. hierzu1 reichlich Gelegenheit haben. Dort wird dieser Grundriß dann seine endgültige Form erhalten können. Mit gewissen Abänderungen, gewissen Ergänzungen und Streichungen versehen wird er dann Uofort nutzbar gemacht werden können. Es trifft sich auch besonders gut, daß schon in diesen Tagen der Landcsausschuß des Z. M. zusammentritt und also die Möglichkeit vorhanden ist, in dieser Richtung Vorabek für den Delegiertentag zu leisten. Die Voraussetzungen sind günstig, sie sollten genützt werden. Ist diese Umschichtung vollzogen, so bleiben zwei Fragen zu lösen: Welches sind die praktischen Arbeiten die der neue Z.M. zu leisten haben wird und was wird mit denjenigen Z.M., die aus irgend welchen Gründen nicht in der Lage sind, als Führer oder sonstwie im Brith Hanoar tätig zu sein. Was die praktische Arbeit anlangt, so werden große Aenderungcn in den bisher eingeschlagenen Wegen nicht mögliich sein. Für die zionistischen Fonds wird weiter gesammelt werden müssen, unserer Hachscharah in Gehringshof müssen weiter Menschen und Mittel zur Verfügung gestellt werden und für unsere Palästinaverbundenheit wird der eng zu gestaltende Konnex mit den Kibuz Rodges in Ercz-Israel und dem Poel Hamisrachi nutzbar zu machen sein. Der Poel Hamisrachi muß weiter unterstützt werden. Das ist vielleicht noch zu betonen. Denn all das was gegen unsere Zugehörigkeit zur B.O. angeführt wurde, trifft für den Poel Hamisrachi als solchen nicht zu. Da ist ein Werk, das mit all den politischen Kleinlichkeiten nicht belastet zu sein braucht, das mitten im .schaftenden Palästina steht und unserer Unterstützung wohl wert ist. Die in Ercz Israel lebende gesetzestreue Arbeiterschaft muß geschlossen sein, sie verträgt keine Absplittcrung, sonst ist ihr Kampf, der auch der unsere sein sollte, sicher erfolglos. Wir werden also zu Chaluziuth zu erziehen haben, mit dem Ziel, daß unsere Menschen, die dann nach Erez Israel gehen werden sich bewußt und aktiv am Werk des Poel Hamisrachi beteiligen und in seinen Reihen stehen. Das hat mit der Ablehnung der B.O. nichts zu tun, wie es scheinen möchte. Der Poel Hamisrachi hat den Charakter einer Gewerkschaft und da sind andere Gesichtspunkte maßgebend, als bei einer rein politischen Partei. Zudem ist ja dann die Erziehung der Menschen die den Weg nach Erez Israel finden, wesentlich abgeschlossen, und all die Bedenken, die für den Erziehungsgang selbst zutrafen, hinfällig. Diejenigen Z.M. — um zur Beantwortung der zweiten Frage zu gelangen, — die im Z. M. wie er bis jetzt war, groß geworden sind und nicht den Weg durch den Brith Hanoar gegangen sind und jetzt nicht in ihm mitarbeiten können — auch sie haben ihre Aufgabe. Sie sollten eintreten in die Misrachi Ortsgruppen, die schon eher dem Charakter einer politischen Partei haben müssen und dort für die Aktivierung der Gruppen sorgen, was jetzt, wo der deutsche Misrachi vor neuen Aufgaben steht von ungeheurer Wichtigkeit ist. Innerhalb dieser Gruppen sollten sie kämpfen für die Idee Thora Wawoda und es ist so im deutschen. Misrachi, daß die Ortsgruppen noch große Chancen in dieser Hinsicht uns bieten. Es ist klar, daß in dem hier zur Verfügung stehenden. Raum all die Probleme, die wirklich diffizil sind und ineinandergreifen, nur gestreift