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Zion · 1931-11-01 · 10-11 (11.1931) · p. Seite 103

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
10-11 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 103 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 10 Z I 0 N Seite 103 hen verlassen und sind also für unsere Idee verloren. Diese Tatsachen sollten uns zu denken geben. Dem wäre aber doch wohl abzuhelfen, durch ein energisches Eintreten für die Bereinigung der Atmosphäre, wie sie im politischen Kampf noch herrscht? — Das sei gern zugegeben. Und an der Lösung dieser Aufgabe mitzuarbeiten hat auch die aus dem Weltmisrachi ausgeschiedene Gruppe sich zum Ziele gesetzt. Aber um für dieses Ziel erfolgreich eintreten zu können, sind unabhängige fertige Menschen von Nöten, feste Persönlichkeiten, die nicht Gefahr laufen, in diesem Kampfe auf halbem Wege stehen zu bleiben und selbst in den Fehler zu fallen, in dessen Behebung sie ihre Aufgabe sehen. Wir glauben, daß diese Gruppe über solche Menschen verfügt, die, da es sich um einen, geschlossenen homogenen Kreis von Menschen handelt. Etiolg haben kann. Wir aber, der Z. M.. sollte diese Aufgabe für die Bereinigung der politischen Atmosphäre mitzukämpfen, uns nicht zur Ausrede machen, um mit dieser Losimg zur Bejahung einer politischen Erziehung im engeren Sinne zu gelangen. Wir sollten versuchen, zunächst an uns Erziehungsarbeit zu leisten, bevor wir daran gehen, uns an der Erziehung anderer Menschen zu versuchen: etwa zu versuchen für die Durchsetzung unserer Auffassung über politische Kampfesmethoden und über Bewertung taktischer Fragen überhaupt. zunächst in der Brith Olamith zu kämpfen. Wir sollten das nicht tun. Und damit stehen wir vor dem Problem, dessen Lösung dem Z.M, auf seinen nächsten Tagungen beschäftige1! wird: Das Problem unserer weiteren Zugehörigkeit zur B.O. Noch gehört der deutsche Z.M. der B.O. Settel Zeire-Hechaluz-Wehapoe! Hamisrachi an. Es ist dadurch eine organisatorisch sehr eigenartige Konstellation geschaffen: Der deutsche Z.M. ist zusammen mit der deutsche:). Landsmannschaft des Mi>rachi aas dem misuichistischen Weltverband ausgetreten, er hat damit abgelehnt ihm weiter anzugehören. Gleichzeitig aber sind die deutschen Z.M.-Mitglieder der B.O., die den Organen des Weltmisrachi untersteht und sind also de jure und de facto Mitglieder der Organisation, aus der sie ausgetreten sind. Dies ist doch wohl eine Situation, die auf die Dauer nicht haltbar ist. Es wird also zu einer Entscheidung früher oder später kommen müssen. Dies organisatorische Problem jedoch sollte bei der Diskussion für oder wider ein weiteres Verhieben i.i der Brith Ola.itith keine Rolle spielen. Die Frage, wie kann der deutsche Z.M. ein Maximum an positiver Leistung für den thoratreuen Zionismus und den gesetzestreeuen Jischuw erzielen, sollte hier ausschlaggebender Gesichtspunkt sein. Und da scheint es nötig, vielleicht und hoffentlich auch nur vorübergehend, die B. O. in ihrer jetzigen Form zu verlassen. Ein. großer Teil der Mißstände in der Weltorganisation, die den deutschen Misrachi zwangen ihr den Rücken zu kehren, sie herrschen auch in der B.O. Und die Gruppierung im Weltmisrachi, die von vornherein jeden Versuch einer Abänderung der herrschenden Methoden zur Unfruchtbarkeit verdammte, sie 'ist auch in der B.O. vorherrschend. Die Motive der Menschen in ihr mögen andere und reinere sein, die verantwortlichen Männer sind vielleicht durch von der Galuth und der Ferne schwer zü überblickende Zusammenhänge gezwungen, so zu handeln wie sie es taten und so sich zu verhallen, wie sie es zu tun pflegten. Aber all das ändert nichts an der Tatsache, daß sie objektiv der Idee und der Sache für die wir kämpfen wollen geschadet oder zu mindestens nicht genützt haben. Und wir sollten darauf verziciiten, in regelmäßigen Abschnitten unsere wert- \ ollsten Kräfte aus ihrer Arbeit im Z. M-. At reißen und sie von einer Konferenz zur anderen zu schicken, deren Ergebnis ja doch schon vor Beginn, der Tagung feststeht. Einen Monat vor den Sitzungen der B.O. wird der ganze Bund mit Problemen belastet, die für seine eigentliche Arbeit von untergeordneter Natur sind und einen Monat nachher wird über die „Ergebnisse" der Konferenz berichtet und diskutiert. Was dabei herauskommt ist nicht viel. Die große Mehrzahl der in der B.O. vereinigten Chawerim hat eben eine andere Auffassung von ihren Wesen. Sie sieht tatsächlich in der B.O. eine politische Partei und richtet demgemäß ihre Arbeit in. den Z.M, ein. Das ist kein Vorwurf. Aber wir sind darüber anderer Ansicht — und sollten daraus die Konsequenz ziehen: Die B.O. verlassen und versuchen ihre thoratreue zionistische Jugendbegung zu schaffen, wie wir sie uns vorstellen, wenn auch zunächst im kleinen Kreis und mit beschränkten Mitteln. (Zum Problem der Azniauth, dem Bestreben gewisser Kreise in der B.O., die Bindungen an die Misrachi Weltorganii sation zu lösen oder docii zu lockern, Stellung zu nehmen, ist einem Vertreter der oben geäußerten Ansichten wohl versagt. Da er seine Zugehörigkeit zu der Gruppe um den deutschen Misrachi betont und bewahrt sehen will, könnten seine Motive falsch gedeutet werden). Wird der deutsche Z.M. sich entschließen, seine Zwitternatur aufzugeben und sich gegen

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