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Zion · 1931-11-01 · 10-11 (11.1931) · p. Seite 101

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
10-11 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 101 (sequence 13)
Language
German
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N 10 Z 1 O N St-iu 101 Au stritt, ein Kampfesruf. der sein Echo bei einem Teil der holländischen und schweizerischen Gesinnungsgenossen fand. Die Zauberformel t,:.i die man sonst als Sünde wider den jüdischen Geist und den Avrevuth-Gedankeu be/eica-ict, und bei grundlegenden religiösen Divergenzen aufs Schärfste verwirft. — ward als ultima ratio bezeichnet. Der Austritt wurde als das einzig brauchbare Mittel im Kampfe der Geister proklamiert. Immer stärker wurde der Ruf nach der Trennung, am stärksten sogar bei einem Teil der Zeirim, die sich einen neuen Begriff vom Zweck und Ziel des historischen Misrachi zurechtgelegt haben. Die vom letzten Delcg;er!entag mit zwei Drittel gefaßte Entscheidung war aber nur eine bedingte, keineswegs eine absolute. Man entsandte Delegierte zur Weidah Olamüh, gab ihnen präzisierte Forderungen mit. von denen, wie erwähnt, einige ultimativen Charakters waren. Was enthielten aber jene Punkte? Nicht mehr und nicht weniger, als die unglaublich klingende Forderung, daß ..sämtliche Landsmannschaften durch persönliche Verpflichtungen ihrer Führer die benötigten Gelder aufbringen müssen und im Falle des Versagens, diese (i eider persönlich zu decke n, sich' an der Tilgung der alten Verbindlichkeiten beteiligen". Dasselbe wurde bezüglich des Budget gefordert. jedem vernünftigen Menschen mußte es dech klar sein, daß kein Führer — auch nicht die Heiren aus dem goldreichen. Amerika — in dieser außergewöhnlichen Erschütterung der wirtschaftlichen Grundlagen solche persönliche Verpflichtungen übernehmen kann. Eine Forderung, die im Frühjahr immerhin vielleicht noch verständlich war, die aber durch die Tatsachen selbst hinfällig und sinnlos geworden war. Handelte es sich doch um enorme Summen v o u t a u s e n cl e n v o n englischen Pfunden. Solchen Forderungen war eine sichere Ablehnung von vornherein beschieden. Und diese sollten ultimativ bleiben, bei Verweigerung ihrer Annahme der Austritt erfolgen? Konnte und durfte d'.e Landeszentrale, bei der inzwischen noch eingetretenen Verschärfung der Weltkrise, die Ablehnimg genannter Forderung als Grund zum Austritt anzusehen? Sicherlich nicht. Weiter darf nicht vergessen werden, daß nicht unwesentliche Teile des deutschen Programms von der Weidah übernommen wurden. Im Merlos selbst ist eine gewisse Aeuderung einge-t tre'.eu. Eine vertrauenswürdige Persönlichkeit hat da.? Finanzu id Wirtschuftsressnrt übernommen und arbeitet seit Juli mit allen Kräften im Sinne unserer deutschen Gesinnungsgenossen. Ob seine Kräfte zur Durchführung des Sanierungswerkes ausreichen werden, mag dahingestellt sein. Zumindest war aber jetzt ein Abwarten am Platze. In den drei Monaten seit dem Kongreß ist im Rahmen des Gegebenen und Möglichen programmäßig und zufriedenstellend gearbeitet worden, der Hapoel H amisrachi hat ausdrücklich seine Verbundenheit mit dem Weltmisrachi erklärt und arbeitet mit dem erneuerten Merkas in voller Eintracht. Osteuropa, Amerika und nun auch Südafrika stehen zum Weltmisrachi. Trotz alledem fand es die deutsche Laudeszentrale für richtig, in diesen schwierigsten Zeiten des jüdischen Volkes, wo eine Konzentration alier Kräfte mehr als je not tut, wo in den verschiedensten, sich scharf bekämpfenden Lagern (ich denke besonders an Amerika) der Geist der Versöhnung wirksam ist, den Riß in unserem Lager zu vollziehen, unbekümmert um die verheerenden Folgen, die ein solcher Schritt für den Weltmisrachi und für das eigene Lager zu bringen, droht. Es ist tief traurig, zu sehen, wie verhängnisvoll der Geist der Trennung sich auch in unserer Mitte auszuwirken beginnt. Denn auch dies muß einem klar sein, hat der Prozeß der Abbröckelung, der Absplitterung und der Spaltung begonnen, so wird er sich auf d e r Linie und in diesem Ausmaße sich halten, die die Vertreter des Austritts sich denken. Andere Bestrebungen werden sicherlich in kürzester Zeit aufs Tapet treten und auf Kosten beider misrachistischen Lager ihre Verwirklichung und vielleicht mit ungeahntem Erfolge finden. Noch ist es Zeit, bei Stellung und Gewährung angemessener Forderungen, den Frieden wieder herzustellen, die Kräfte wieder zu vereinen, wie es die Stunde, die Not der Zeit, diu Weltanschauung des Misrachi, des echten, unverfälschten Judentums fordert. Dazu beizutragen, nut.'j die Aulgab.' dv.< k Minuenden Deledertentages sein. Umstellung im Zeire fvlisrachi! Von I-i E i s n e r. Dtiich die für den deutschen Misrachi neugeschaffene Situation, als Foige seines Ausscheidens aus dem Weltmisrachi, ist mit der deutscheu Landsmannschaft der Zeire Misrachi vor neue Aufgaben gestellt. Wie er innen am besten gerecht werden kann, soll hier nun untersucht werden; wobei auch hier erklärt werden soll,

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